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S&P 500: US Steuerreform: 10 Billionen Dollar mehr Wachstum?      

Gestern war so eine Art vorgezogenes Weihnachten für die Börsen, als in den USA die Eckdaten der geplanten, großen Steuerreform (oder besser: Steuersenkung) bekanntgegeben wurden.

Die Steuern sollen nicht nur für Unternehmen und Einzelpersonen sinken, sondern der ganze Steuerdschungel soll zudem auch kräftig vereinfacht werden.

Aus sieben Steuerklassen will US-Präsident Trump drei machen. Der Steuerhöchstsatz für Privatleute soll von 40 auf 35 % sinken, der mittlere Satz 25 % betragen, der niedrigste Satz von 10 auf 12 % leicht ansteigen.

Die Freibeträge, bis zu denen gar keine Steuern entrichtet werden müssen (bei uns heißt das „Grundfreibetrag“) sollen auf 12.000 USD und für Ehepaare auf 24.000 USD verdoppelt werden.

Massive Steuersenkungen für Unternehmen geplant

Für die Börsen wichtiger sind die Eckdaten für Unternehmen. Hier soll die Körperschaftsteuer von 35 auf nur noch 20 % sinken. Damit hätten die USA, die bisher einen ziemlich hohen Steuersatz für Unternehmen aufweisen, auf einen Schlag einen der niedrigsten Steuersätze der Welt.

Das würde voraussichtlich jede Menge Kapital anziehen. Auch interessant: Personengesellschaften sollen statt bislang mit dem persönlichen Steuersatz des Eigentümers nun generell nur noch mit 25 % belastet werden.

Experten rechnen damit, dass diese riesigen Steuerentlastungen die unglaubliche Summer von bis zu bis zu 5 Billionen Dollar kosten werden. Donald Trump hingegen geht davon aus, dass sich die Steuerreform selbst tragen wird, da diese zusätzliche Wachstum generieren wird.

US Finanzministerium: 1 Prozent mehr BIP Wachstum möglich

Wilbur Ross vom US Finanzministerium etwa hat einen BIP Wachstumsschub von 1% ausgerechnet, der allein durch die niedrigeren Steuern entstehen könnte. Mehr Wachstum würde wieder mehr Steuereinnahmen an anderer Stelle bedeuten.

Er erwartet ein zusätzliches BIP Wachstum von 10 Billionen Dollar über die nächste Dekade, was wiederum Steuermehreinnahmen von 3 Billionen Dollar zur Folge hätte.

Die Börsen reagierten gestern Abend sehr freundlich auf die Bekanntgabe der Details der geplanten Steuerreform. Der S&P 500 sprang auf ein knappes neues Allzeithoch und setze damit seine Anfang des Monats begonnene Rally fort. Die Ermüdungserscheinungen der letzten Tage waren damit erst einmal Geschichte.

S&P 500: Neues Allzeithoch nach Bekanntgabe der Steuerpläne

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Der nun bevorstehende Börsenmonat Oktober sorgt allerdings traditionell für jede Menge Volatilität. Nun gut, das gleiche hätte auch schon für den September gelten müssen, der ja bisher erstaunlich ruhig verlief. Ich gehe daher davon aus, dass sich die Kapriolen im Oktober ebenfalls stark in Grenzen halten werden.

Was bedeutet Trumps Steuerreform für die Börsen?

Was Trumps Steuerreform angeht, so muss sich erst noch zeigen, was am Ende davon übrigbleibt. Bekanntlich hat er nicht nur die Opposition der Demokraten gegen sich, sondern auch einen Teil des eigenen Lagers.

Doch selbst, wenn nur die Hälfte der Steuerpläne am Ende wirklich umgesetzt werden würde, wäre dies ein gewaltiges Konjunkturprogramm samt Boost für die US-Unternehmensgewinne.

Die Unternehmen hätten dann auch wieder mehr Spielraum für neue Investitionen, was wiederum auch unseren exportabhängigen DAX stark beflügeln würde, der traditionell massiv auf Auslandsinvestitionen reagiert. Steigende Aktienkurse in den kommenden Monaten sind damit vorprogrammiert!

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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