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PayPal, Neteller & Co – Wer gewinnt die Schlacht der Zahlungsanbieter?

PayPal, Neteller & Co – Wer gewinnt die Schlacht der Zahlungsanbieter?
MichaelVi / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Noch ist PayPal Platzhirsch, doch wie lange noch? Im Kampf um Marktanteile rüstet die Konkurrenz auf und breitet sich auch in scheinbar lukrativen Nischen aus. Wer hat die beste Ausgangsposition und wer hat am Ende die Nase vor. Ein Check.

Spitz statt breit

Während manche Zahlungsdienstleister gleichsam Mädchen für alles sind, haben sich andere auf bestimmte Branchen spezialisiert. So ist das britische Unternehmen Neteller beispielsweise hauptsächlich für Geldtransfers im Glücksspielbereich bekannt, weshalb es auch so genannte Neteller Casinos gibt. Doch wie unterscheiden sich diese Dienstleister? Und wer wird sich unter ihnen auf Dauer wirtschaftlich am besten behaupten können?

Riesiger Bedarf an Lösungen für Geldtransfers

Keine Frage, digitale Zahlungen gehen heutzutage rund um die Uhr und quer über den gesamten Globus in einer unfassbar großen Menge über die Bühne. Geldbeträge wechseln mit ein paar einfachen Klicks den Besitzer. Vor allem sollen sie dabei schnell und sicher wie gewünscht ankommen.

Damit das gewährleistet werden kann, setzt das komplette Online-Business auf erprobte digitale Transfermethoden, die in jedem noch so kleinen Web-Shop und auf jeder Buchungsplattform in gleicher Weise zum Tragen kommen – ebenfalls im Kryptomarkt. Auch große Summen sollen richtig und vollständig ankommen – und das ganz unabhängig von der verwendeten Währung.

Während im reinen E-Commerce selbstverständlich auch immer noch bewährte Zahlungsarten wie Rechnung und Nachnahme zum Einsatz kommen, läuft das meiste längst digital ab. Die Vorteile der Bezahldienste liegen für alle Beteiligten klar auf der Hand: Sie ermöglichen auf beiden Seiten eine – nach menschlichem Ermessen – risikofreie Zahlungsabwicklung.

Die Anbieter finanzieren sich ihrerseits über Gebühren und verdienen prozentual an den abgewickelten Verkäufen mit, wobei der Händler die Kosten allein trägt, solange keine grenzüberschreitenden Kreditkartentransaktionen vorgenommen werden, die ebenfalls Mehrkosten für den Nutzer bedeuten können.

Was hinter den Kulissen passiert

Um die einzelnen Geschäftsfelder noch besser verstehen zu können, muss man zunächst einmal die Begrifflichkeiten durchleuchten. Viele Zahlungsdienstleister kennt man als voneinander unabhängig – beispielsweise PayPal, Google Pay, Amazon Pay, Apple Pay oder die Firma Klarna. Diese Liste könnte man natürlich noch um einiges fortführen, zumal immer wieder neue Unternehmen in die Branche einsteigen.

Letztlich stellen all diese Unternehmen eine Software zur Verfügung, die Zahlungsanfragen online empfängt, authentifiziert, die Zahlungsfähigkeit des Käufers prüft und schließlich die Transaktion validiert. Es werden also Verbindungen zwischen dem Händler, dem Kunden und einem virtuellen Terminal hergestellt, in das dann die entsprechenden Kreditkarten- und Geldinstitute eingebunden sind.

Einer für alles und für alle

Manche dieser Payment-Service-Provider fungieren allerdings auch als so genannte All-in-one-Lösungen, indem sie die technische Anbindung zahlreicher Zahlungsarten realisieren und damit auch Kreditkartenabbuchungen oder Lastschriften abwickeln. Daneben geht der Leistungsumfang so weit, dass sich sogar maßgeschneiderte Komplettsysteme damit erstellen lassen, die passend zu den jeweiligen Anforderungen des Geschäftsmodells unterschiedliche Tools einschließen. Dazu kann die Rechnungserstellung ebenso gehören wie das gesamte Risikomanagement.

Was diese Komplettlösungen betrifft, lauten die großen Namen aktuell Adyen, Unzer, Stripe, WePay oder BlueSnap. Wobei auch PayPal selbst diesen Komplettservice zur Verfügung stellt und damit gleich doppelt vorn mitspielt.

Wohin geht die Veränderung auf dem Markt?

Bei der ständig wachsenden Zahl an E-Commerce-Angeboten wird auch der Bedarf an intelligenten digitalen Zahlungsdiensten nicht stagnieren. Gerade im Bereich des Mobile Payments dürfte sich zudem in Zukunft noch einiges tun, zumal Deutschland hier sowieso Nachholbedarf im Vergleich zu vielen anderen Ländern hat. Bisher sind vor allem Google Pay, Apple Pay und ebenfalls PayPal in diesem Bereich federführend. Doch es bleibt offen, welche neuen Apps sich hier etablieren werden.

Bezahldienste als Pandemie-Profiteure

Was die bereits existierenden Bezahldienste angeht, so ist es kein Geheimnis, dass diese in Zeiten der Pandemie Gewinner der Krise waren. Das zeigte sich somit auch ganz greifbar an den Aktienkursen der Big Player. PayPal ist nur eines der börsennotierten Unternehmen, bei dem dies zu beobachten war. Das Gleiche galt für Block, das zuvor unter dem Namen Square firmierte.

Doch mittlerweile, nachdem die Pandemie ihren Peak – hoffentlich – hinter sich gelassen hat, ist auch bei den Bezahldiensten wieder Normalität angesagt. Nicht zuletzt abzulesen an den aktuellen Aktienkursen. Die Block Aktie scheint unabhängig von Corona mit die besten Chancen zu haben, da das Unternehmen sehr stark vom anhaltenden Kryptogeschäft profitieren könnte. Auch Adyen aus den Niederlanden gilt als wachstumsstark, nachdem Ebay diesen Dienst künftig mit einbinden möchte. Indes sollte man auch Finanz-Riesen wie Mastercard oder VISA im Blick haben, die eine immense Präsenz und Macht haben, um auch im Payment-Provider-Business mitmischen zu können.