MenüMenü

Aktien: Mit dieser Strategie fahren Sie eine deutlich bessere Rendite ein

„Sell in May and go away. But remember to come back in September“, ist eines der ältesten und bekanntesten Börsensprichwörter. Frei übersetzt heißt das: Anleger sollten ihre Aktien jetzt verkaufen und im September wieder einsteigen. Um damit eine deutlich bessere Rendite einzufahren. Doch was ist dran an der alten „Bauernregel“? Ist es wirklich klug, jetzt alles abzustoßen?

Sommerzeit = impulsarme Zeit

Ganz pragmatisch betrachtet ist es durchaus logisch, dass Aktienkurse in den Frühlings- und Sommermonaten tendenziell eher schwächeln. Zum einen sind Fondsmanager und institutionelle Investoren auch nur Menschen und brauchen ab und an Urlaub. Deshalb ist während der Ferienzeit weniger los. Die Umsätze gehen zurück. Vorbei ist auch die wichtige Dividendensaison.

Die Gewinne wurden ausgeschüttet und sind auf den Konten der Anleger. Auch von Unternehmensseite wird es ruhiger. In vielen Branchen wird ein Gang zurückgeschaltet. Die Geschäfte plätschern bis zum Herbst und dem wichtigen Schlussquartal oftmals vor sich hin. Positive Unternehmensnachrichten und Überraschungen sind eher Mangelware.

Börsenweisheit bringt bares Geld

Die spannende Frage aber ist, was wäre tatsächlich aus einer 10.000 Euro-Anlage geworden, wenn man sich in den letzten 30 Jahren strickt an diese Regel gehalten hätte? Dazu hat Fidelity jetzt eine Analyse erstellt und das Ergebnis ist eindeutig. Wer immer im Mai ausgestiegen wäre, läge kräftig im Plus. Aus einer 10.000 Euro Anlage in den DAX wären 133.000 Euro geworden. Wer seine Positionen gehalten und nicht verkauft hätte, hätte es nur auf gut 114.000 Euro gebracht. Also: Sell in May and go away hätte Anlegern einen Vorteil von schlappen 20.000 Euro beschert.

Feintuning bringt noch mehr Gewinn

Noch besser sei es allerdings erst Ende Mai zu verkaufen und im Oktober wieder zurückzukehren, so der Chartexperte Jörg Scherer von HSBC Trinkaus. Wer sich in den letzten 30 Jahren an seine Einschätzung gehalten hätte, konnte aus 10.000 Euro sogar 420.000 Euro machen. Allerdings sagt Fidelity auch, dass das Spiel in den letzten 30 Jahren nur 16 Mal funktioniert hat. Dem gegenüber stehen 14 Jahre, in denen die Börsenweisheit nicht geklappt hat. Die Chancen stehen also bei nahezu 1:1.

Zeit für den Frühjahrsputz im Depot

Sicherlich lässt sich auch mit Statistiken nicht die Zukunft vorhersagen. Dennoch lassen sie Rückschlüsse zu und geben Orientierungen. Derzeit spricht allerdings nicht nur die Statistik für eine längere Flaute an den Börsen. Die Weltkonjunktur schwächelt, der Konjunkturboom ist vorbei. Die Unternehmensgewinne dürften ihren Höhepunkt gerade erlebt haben.

Börse

Alles neu macht der MaiAb Mai wird das Mick Knauff‘s Klartext-Depot neu durchstarten – mit einem klareren „Design“ und noch stärkerem Fokus auf Insidergeschäfte. › mehr lesen

Aktienbewertungen sind auf sportlichen Niveaus. Sollte sich der von US-Präsident Trump angezettelte Handelskrieg in die Länge ziehen, dürfte das den Welthandel und die Investitionen weiter bremsen. Außerdem schweben über den Märkten weitere geopolitische Unsicherheiten.

Derzeit spricht wenig für eine Fortsetzung der jüngsten Börsenrallye. Und einiges für eine längere Seitwärts- oder gar Abwärtsbewegung. Anleger sollten in den kommenden Monaten deshalb in der Tat eine Pause einlegen, ihre Strategien anpassen, Geld anders anlegen und den Sommer in vollen Zügen genießen. Getreu dem Motto: Sell in May and go to the Beach!

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
thomas-schwarzer
Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Thomas Schwarzer. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz