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Holt die EZB heute die Zinskeule raus?

Inhaltsverzeichnis

Das wohl wichtigste Ereignis dieses Tages für die Börsen dürfte die heutige Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) sein. Diese hat zu lange den dramatischen Anstieg der Inflation verschlafen und jede Menge Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Politik und EZB haben die Inflation selbst ausgelöst

Noch schlimmer: Sie hat mit ihrer drastischen Ausweitung der Geldmenge im Zuge der von der Politik ausgelösten Coronakrise die Inflation zum großen Teil selbst verbockt. Die Politik hat die Wirtschaft lahmgelegt und so einen preistreibenden Mangel verursacht.

Die Zentralbank schließlich hat mit ihrer ultralockeren Geldpolitik versucht, dieses extrem teure Vorhaben über die Druckerpresse zu finanzieren. Mit dem Effekt, dass der Euro dramatisch an Wert verliert. Was unser Inflationsproblem noch weiter verschärft.

So hat der Euro gegenüber dem US-Dollar allein in den vergangenen 12 Monaten über 15 Prozent an Wert verloren (siehe Chart). Importierte Rohstoffe werden aber in Dollar abgerechnet. Das heißt, wir haben allein 15 Prozent Inflation bei diesen Rohstoffen (etwa Öl, Gas, Getreide, Holz, Metalle etc.) nur dadurch, dass die EZB gepennt hat!

Der Euro verliert 15 Prozent gegen Dollar in nur einem Jahr!

Quelle: stockchart.com

Nun war auch die amerikanische Notenbank Fed kein Musterschüler bei der Inflationsbekämpfung. Auch sie war zu spät dran. Sie versucht diesen Missstand aber zu beheben, indem seit einiger Zeit stets sehr große Zinsschritte in 0,75 Prozentschritten erfolgen. Das könnte sich noch als wirksam gegen die Inflation erweisen.

Es hat allerdings die Nebenwirkung, dass die Wirtschaft stark belastet wird, weil sie sich nicht auf hohe Zinsen einstellen kann. Es wird also Pleiten bei hoch verschuldeten Unternehmen geben. Die Fed nimmt das als das kleinere Übel in Kauf.

EZB: Lieber Preisstabilität oder Wachstum?

Die Frage ist jetzt: Wird die EZB in die gleichen großen Fußstapfen treten, um ihre Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen? Das wird sich heute entscheiden. Der Markt rechnet insgeheim mit einem großen Zinsschritt. Und weiteren, die folgen.

Das ist bitter nötig, um die in großen Teilen selbsterzeugte Inflation wieder einzufangen. Aber es hat die Nebenwirkung, dass die ohnehin schon schwache Konjunktur einbrechen kann. Bis hin zu einer schweren Rezession.

Diese staatlichen Investitionen könnten ein Ausweg sein

Vielleicht wäre es in dieser Situation gut, wenn der Staat große Investitionen tätigen würde. Zum Beispiel in neue grundlastfähige Atom- und Kohlekraftwerke, wie dies so gut wie alle Länder dieser Welt derzeit tun. Außer Deutschland. Ich meine ausdrücklich nicht noch mehr Wind- oder Solarparks, die am Ende noch mehr Kohle oder Gas als Backup benötigen. Das ist eine Sackgasse.

Das hätte gleichzeitig den Effekt, dass die astronomisch hohen Strompreise durch das künftig höhere Stromangebot wieder sinken. Gerade in Deutschland wurden die hohen Strompreise ja erst durch die grottenschlecht gemachte „Energiewende“ (Verringerung des Stromangebots durch Abschaltungen modernster Kraftwerke) verursacht.

Die Inflation würde sich durch solche Kraftwerks-Investitionen entspannen, gleichzeitig die Konjunktur angekurbelt. Aber das ist keine Aufgabe der Zentralbank, sondern der Regierung. Unter anderem Ungarn und Großbritannien gehen diesen Weg derzeit.

EZB heute am Zug

Fakt ist: Kommen ab heute rasche Zinserhöhungen bei der EZB, könnte sich der Euro stabilisieren und wir schlittern nicht in eine Inflationskrise mit späterem Zins-, Wachstums- und Arbeitslosenschock.

Die kurzfristigen Nebenwirkungen wie die Abschwächung des Wachstums könnte die Regierungen mit Investitionen (jedoch nicht mit Almosen!) auffangen. Gerade was die Regierung anbelangt, bin ich mir jedoch sehr unsicher, ob dort die nötige Kompetenz vorhanden ist. Sollte ich mich täuschen, würden sich allerdings sehr attraktive neue Chancen für uns Anleger ergeben. Ich werde Ihnen davon zu gegebener Zeit berichten.