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Droht den USA der Zahlungsausfall?

Inhaltsverzeichnis

Die globale Verschuldung ist auf ein explosives Rekordniveau gestiegen bei 296 Billionen US-Dollar im 2. Quartal 2021. Das Institut für Internationale Finanzen, der globale Dachverband der Bankenlobby, geht davon aus, dass die weltweite Staatsverschuldung bis Ende des Jahres weiter steigen wird. Und muss – vor allem in den USA.

Dort warnte jüngst Finanzministerin Yellen davor sich zu früh über die Abwendung des Shutdowns der US-Regierung zu freuen. Immer wieder kommt es in den USA zu diesen Shutdown genannten Teil-Stillständen von Regierungsorganen, weil sich die Parteien im US-Kongress nicht einigen können. In der Regel werden dabei Nationalpark-Ranger und Pensionisten nicht mehr ausbezahlt. Diesmal wurde der Shutdown vergangene Woche gerade noch einmal abgewendet. Doch das Shutdown-Theater lenkt von einer viel wichtigeren Sache ab: der notwendigen Anhebung der US-Schuldenobergrenze.

Der Wahnsinn der globalen Schulden

Quelle: IIF, BIZ, IWF, weitere Quellen

Hier sehen Sie den extremen Anstieg der weltweiten Verschuldung. In der Grafik nur bis zum 1.Quartal 2021 dargestellt. Doch laut IIF ist der globale Schuldenberg im 2.Quartal 2021 bereits um weitere 4 Billionen US-Dollar auf 296 Billionen US-Dollar angewachsen.

Am 18. Oktober droht den USA der Zahlungsausfall

Die Anhebung der Schuldenobergrenze könnte in den USA eigentlich Makulatur sein. Doch aktuell koppelt US-Präsident Biden besagte an die Realisierung einiger teurer Großprojekte, die er ebenfalls durch den Kongress bringen will. Während das 1,2 Billionen US-Dollar teure Infrastrukturprogramm noch gute Chancen hat, durch das Repräsentantenhaus durchgewunken zu werden, dürfte es beim 3,5 Billionen US-Dollar schweren Sozialleistungspaket schon ganz anders aussehen. Hier dürften die Republikaner wohl kaum mitziehen, doch selbst die eigenen Reihen der Demokraten bröckeln. Manche Demokraten wollen gar die Verabschiedung des Infrastrukturpakets an die Absegnung des Sozialleistungspakets koppeln. Chaos ist in der US-Legislative wieder einmal vorprogrammiert.

Doch – ob Billionen Dollar-teure Pakete hin oder her – , wird am 18. Oktober die Schuldenobergrenze nicht angehoben, dürfen die USA keine weiteren Schulden machen. Dann könnte die größte Volkswirtschaft der Welt aber ihre eigenen Schulden nicht mehr bedienen. Schließlich zahlen Staaten heutzutage ihre Schulden nicht durch Wirtschaftsleistung ab, sondern durch neue Schulden.

US-Finanzministerin warnt vor Finanzkrise

Janet Yellen, die ehemalige Notenbankchefin und aktuelle US-Finanzministerin würde die Schuldenobergrenze gerne aussetzen. Dafür hat sie gute Gründe. Denn sollten es ihre Politkollegen völlig vergeigen, dann droht den USA bereits am 18. Oktober der erste Zahlungsausfall in der Geschichte des Landes. Das hätte dramatische Konsequenzen. Die Ratingagenturen müssten US-Anleihen mit D wie Default bewerten. Globale Finanzinstitute wären gezwungen US-Anleihen abzustoßen und könnten diese überdies nicht mehr als Sicherheiten nutzen. Eine globale Anleihen- und Finanzkrise wäre das Resultat.

Doch selbst wenn diese abgewendet wird, kommt es noch auf den Zeitpunkt an. Als 2011 die Schuldenobergrenze nur 2 Tage vor dem Stichtag angehoben wurde, senkten die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der USA herab. Damals kam den USA die Euro-Krise als Gegenpol sehr gelegen. Denn weil es in Europa auch nicht toll aussah, blieb die Welt den US-Anleihen trotzdem treu.

Diesmal aber dürfte es nur die US-Notenbank sein, die den US-Anleihen die ewige Treue schwört.

Der Rest der Welt tut gut daran, vorgesorgt zu haben.