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Dow Jones: Historischer Einbruch an der Wallstreet: So geht es weiter

Am Montag erlebten Anleger in den USA einen dramatischen und historischen Absturz. Innerhalb weniger Minuten rauschte der Dow Jones in der Spitze um fast 1.600 Punkte oder über sechs Prozent in den Keller. Obwohl sich das wichtigste Kursbarometer der Welt bis zur Schlussglocke wieder etwas nach oben kämpfen konnte, blieb unterm Strich ein Tagesverlust von 4,6 Prozent.

Die Nerven vieler Anleger liegen blank. Nicht nur in New York, auch in Frankfurt. Auch der Deutsche Aktienindex sackt weiter dramatisch ab. Angst vor einem weiteren Absturz macht sich breit. Die Sorgen sind nicht unbegründet. Die Finanzmärkte stehen vor einem Umbruch. Und historische Börsenabstürze entwickeln sich meist über mehrere Tage.

Dramatischer Einbruch innerhalb von Minuten

Auf dem Parkett der Wallstreet ist es für gewöhnlich relativ ruhig. Um Händler aus der Fassung zu bringen, muss einiges passieren. Als am Montagnachmittag der Dow Jones um mehrere Hundert Punkte ins Minus rauschte, war alles noch im grünen Bereich. Business as usual, auch wenn es einen größeren Kursrutsch in den letzten zwölf Monate nie gegeben hatte.

Als der Dow Jones aber um 15:04 Ortszeit in den Sturzflug überging und das Minus zuerst bei 1.000 Punkten lag, fing es langsam an lauter zu werden. Als wenige Minuten später dann der freie Fall begann, wurde es deutlich lauter und plötzlich hektisch.

Innerhalb von acht Minuten hatte der Dow Jones rund 1.000 Punkte verloren. Zu dem Zeitpunkt verbuchte der Index einen Tagesverlust von rund 1.600 Punkten. Oder fast sechs Prozent. Es roch nicht nur nach einem Ausverkauf, sondern nach einem Crash. Verantwortlich für die dramatische Entwicklung waren computergesteuerte Verkaufsprogramme. Die in solchen Phasen automatisch einsetzen und einen Ausverkauf verstärken.

Genau diese Programme haben den Dow Jones anschließend innerhalb von wenigen Minuten wieder um 800 Punkte nach oben getrieben. Genau bis zu dem Punkt, wo der vorherige Ausverkauf einsetzte. Nach einer kurzen Verschnaufpause sackte der Dow bis Handelsende wieder deutlicher ab. Unterm Strich blieb der größte absolute Tagesverlust der Geschichte: – 1.175 Zähler. Oder 4,6 Prozent.

Volatilität lebt noch!

Das alles ist passiert, nachdem der Dow Jones am Freitag bereits 665 Punkte verloren hatte. Damit summieren sich die Verluste an beiden Tagen auf mehr als 1.800 Punkte. Gleichzeitig ist das Angstbarometer, der Volatilitätsindex VIX, um 76 Prozent gestiegen. Damit sind Angst und Volatilität nach Monaten, oder fast schon Jahren, der Abstinenz wieder zurück an den Finanzmärkten.

Warum wurden die Zinsen so lange ausgeblendet?

Plötzlich sorgt ein Thema für einen Börsenabsturz, das eigentlich schon seit Langem bekannt ist. Und von Anlegern entweder ausgeblendet oder ignoriert wurde. Die Zinsen steigen. Das ist nichts Neues und auch nicht wirklich überraschend. Und das steigende Zinsen bei völlig aufgeblähten Börsen ab einem gewissen Punkt zu einem Ausverkauf oder gar einem Crash führen können, ist auch nichts Neues.

Unternehmensgewinne und Zinsen sind die beiden wichtigsten Faktoren für die Aktienmärkte. Das eine läuft noch, das andere wird langsam zum Gift für die Börsen. Steigende Zinsen waren noch nie gut für Aktien. Und weil die US-Konjunktur derzeit heiß läuft und vermutlich überhitzen wird, ist zu erwarten, dass die Zinsen weiter steigen.

Was kommt als Nächstes?

Die Märkte sind im freien Fall. Als hätte jemand plötzlich den Stecker gezogen. Noch vor wenigen Tagen hatten die Börsenbullen ganz klar das Zepter in der Hand. Die Börsenwelt war voller Optimisten. Kaum jemand konnte sich einen Kursrutsch vorstellen. Jetzt hat die heile Börsenwelt nach Jahren erste Risse bekommen. Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Ist es nur eine normale und gesunde Korrektur, ist es der Beginn eines langanhaltenden Bärenmarktes oder ist es ein bevorstehender Börsencrash?

Die Dramatik der Entwicklung deutet auf zwei Szenarien hin. Heftige und kurze Gewitter können für eine schnelle Bereinigung sorgen. Danach geht das Spiel weiter und die Kurse steigen wieder. Heftige Gewitter können sich aber auch über mehrere Tage zu einem ausgeprägten Tsunami entwickeln. Mit dem viele Anleger in der aktuell noch immer vorhandenen „Optimismusblase“ nicht rechnen. Der schlimmste Absturz steht uns möglicherweise noch bevor.

 


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Über den Autor
Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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