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Von Volkswagen zu Premiumwagen?

Inhaltsverzeichnis

Die Marke Volkswagen stand lange Zeit symbolisch für erschwingliche deutsche Qualität. Doch diese Ära könnte bald zu Ende gehen. Während einige Marken der Volkswagen Gruppe, wie zum Beispiel Porsche oder Audi, schon lange im Premiumsegment beheimatet sind, sollen jetzt auch ein Großteil der weiteren Marken diesen Weg gehen.

Wie die Financial Times berichtet, will die VW Gruppe ihre markenübergreifend mehr als 100 Diesel und Benziner Modelle bis zum Ende des Jahrzehnts um 60% verringern. Der Fokus soll sich auch verändern. Während unter ex-CEO Martin Winterkorn VW noch danach strebte, Toyota den Titel des größten Autobauers der Welt abzuringen, heißt das neue Motto Qualität (und Marge) über Quantität.

VW-Aktie: Höherer Margen im Premium-Segment?

Der Strategiewechsel hat mehrere Gründe und findet auch bei BMW und Mercedes in ähnlicher Weise statt. Durch die anhaltenden Lieferengpässe von Halbleitern, die wichtige Sensorik- und Logikaufgaben in modernen Autos übernehmen, mussten sich die Hersteller aktiv mit der Priorisierung von Bauteilen auseinandersetzen. Die VW Gruppe hat die Produktion von den weitaus rentableren Audi und Porsche Modellen angekurbelt und andere Marken in den Hintergrund gerückt. Die Folge davon: steigende Gewinne durch hohe Margen im Premiumsegment und mehr Nachfrage als Angebot für die restlichen Marken, was den Profit und den Aktienpreis weiter steigert.

Der verstärkte Blick hin zum Premiumsegment passt allerdings auch gut zur längerfristigen strategischen Ausrichtung des VW Konzerns. Zum einen ist der Wandel hin zur e-Mobilität eine teure Angelegenheit – VW investiert €52 Milliarden in den Ausbau von Produktionsstätten für Elektroautos. Der Verkauf von (großteils fertig entwickelten) premium Verbrennermodellen – so lange nationale und Europäische Emissionsregulierungen dies noch erlauben – beschert dem Konzern die benötigten freien Cash-Flows, um diese Investitionen zu finanzieren.

Darüber hinaus will die VW Gruppe mit einer verringerten Modellpalette gruppeninterne Skaleneffekte besser ausnutzen. Die Reduktion der erhältlichen Modelle (und deren Konfigurationsoptionen) geht einher mit einem höheren geplanten Anteil von Gleichteilen, die in Modellen mehrerer VW Marken verbaut werden können. Zum einen erleichtert das logistische und organisatorische Aufgaben, weil insgesamt weniger unterschiedliche Bauteile benötigt werden. Zum anderen kann der VW Konzern bessere Konditionen mit den verbleibenden Zulieferern verhandeln, da die Stückzahl steigt. Weiters plant VW, dass in Zukunft Werke auch mehrere Modelle der verschiedenen VW Marken gleichzeitig fertigen sollen, um von den Größeneffekte des Konzerns zu profitieren.

Während für Konsumenten die Auswahl sinkt und der Preis steigt, dürfen sich VW Aktionäre von der Reduktion der Produktpalette und der erweiterten Präsenz im Premiumsegment weiterhin steigende Margen und Gewinne erwarten.