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Fusionspläne unter Dach und Fach: PSA Aktie steigt

Inhaltsverzeichnis
Nun ist es also soweit: Nach mehreren Monaten der Verhandlungen haben PSA und Fiat Chrysler ihre Fusionspläne offiziell bekanntgegeben. Wenn die zuständigen Behörden zustimmen, steht einem Zusammenschluss im kommenden Jahr nichts mehr im Wege.
Eine Fusion unter Gleichen soll es sein, ein Zusammengehen auf Augenhöhe. Durch den Deal würde der viertgrößte Automobilkonzern der Welt entstehen, hinter Volkswagen, Toyota und Renault-Nissan.
Chef des neuen Unternehmens soll der bisherige PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares. Ein Name für den neuen Stern am Autohimmel ist bislang noch nicht bekannt. Ebenso ist noch offen, auf welcher Modellplattform die Fahrzeuge künftig aufbauen sollen.

Baukastenprinzip à la Volkswagen

Ähnlich wie Volkswagen wird der Konzern zahlreiche Einzelmarken unter einem gemeinsamen Dach bündeln. Synergieeffekte dürften durch eine Harmonisierung nach dem Baukastenprinzip erzielt werden – ein Konzept, das bei Volkswagen bereits erfolgreich umgesetzt wird.
In den Fahrzeugen der verschiedenen Marken stecken im Kern dieselben Bauteile, das reduziert den Entwicklungsaufwand und beschleunigt Fertigungsprozesse.
Beide Unternehmen haben zudem ein veritables Interesse an der Zusammenarbeit. Für PSA ist es der Schritt an den US-amerikanischen Markt, bislang sind die französischen Flitzer von Peugeot, Citroen und neuerdings Opel vor allem in Europa unterwegs.
Fiat Chrysler, der eigentlich stärkere Konzern, hat die Fusion aber im Vergleich sogar noch nötiger – immerhin fährt die Konkurrenz in Sachen Elektromobilität längst davon. Aus eigener Kraft wäre die Lücke wohl kaum noch zu schließen.

Gelingt der Sprung nach China?

Durch den Zusammenschluss entsteht vor allem für Volkswagen ein direkter Konkurrent mit ähnlichem Portfolio: Es sind in erster Linie die Massenfahrzeuge aus der Kleinwagen- und Kompaktklasse, die das Volumengeschäft ausmachen.
In einem Punkt allerdings ist Volkswagen dem neuen Mitbewerber bereits deutlich voraus: In China sind die Fahrzeuge aus Wolfsburg bereits seit längerem heißbegehrt, während weder PSA noch Fiat Chrysler hier bislang nennenswert Fuß fassen konnten.
An China aber wird in den kommenden Jahrzehnten kein Weg vorbeiführen. Die Volksrepublik ist eindeutig auf dem Weg, zur stärksten Wirtschaftsmacht des 21. Jahrhunderts aufzusteigen – und mit mehr als einer Milliarde Einwohner gilt das Reich der Mitte für Unternehmen aus der ganzen Welt als lukrativer Exportmarkt.

Gemischte Reaktionen an den Märkten

Auch in Sachen E-Mobilität ist man bei VW schon ein Stück weiter. Für die kommenden Jahre ist eine große Elektrooffensive geplant, wie bei vielen anderen Herstellern auch. Hier wird das neue Konglomerat noch ein bisschen aufholen müssen, um perspektivisch weiterhin vorne mitfahren zu können.
Anleger reagierten am Mittwoch gemischt auf die Meldung. Da die Fusionspläne bereits seit einigen Monaten auf dem Tisch lagen, blieben allzu gewaltige Sprünge aus.
Dennoch konnte die PSA Aktie zulegen, während sich die Papiere von Fiat Chrysler nur wenig bewegten. Die im Dax gelistete VW Vorzugsaktie gab am Nachmittag leicht nach.