Siemens: Vom Industrieriesen zum KI-Powerhouse

Rotes Gebäude mit blauem Schriftzug "Siemens", daneben modernes Gebäude und Baum.
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Heute schauen wir uns ein Urgestein des DAX an, das sich gerade in einem spannenden Wandel befindet: die Siemens AG. Wer bei Siemens nur an Züge und Turbinen denkt, verpasst die eigentliche Story.

Zwischen Rekordhoch und Korrektur

Siemens hat ein turbulentes erstes Quartal 2026 hinter sich. Nachdem die Aktie im Februar ein Allzeithoch bei 275,75 Euro markiert hatte, gab es zuletzt Gewinnmitnahmen. Aktuell pendelt der Kurs um die 200-Euro-Marke. Im Februar wurden 5,35 Euro je Aktie an Dividende ausgeschüttet. Das Management hat die Prognose für das Ergebnis je Anteilsschein auf 10,70 bis 11,10 Euro angehoben. Siemens rechnet für 2026 mit einem Umsatzplus von 6 bis 8 %.

Industrial AI als Wachstumsmotor

Die eigentliche Geschichte hinter der Aktie ist die Transformation zum führenden Technologiekonzern für Industrielle KI und das Industrielle Metaverse. Siemens arbeitet eng mit dem KI-Giganten NVIDIA zusammen. Ziel ist das „Industrial AI Operating System“. Mit dem neuen Digital Twin Composer (Release Mitte 2026) können Fabriken in einer virtuellen Welt physikalisch exakt simuliert werden, bevor sie real gebaut werden.

Siemens stellt sein Softwaregeschäft auf Abomodelle um. Das sorgt für besser planbare, wiederkehrende Einnahmen und macht den Konzern unabhängiger von Konjunkturschwankungen. Der Bereich profitiert massiv vom Trend zu Rechenzentren und der Modernisierung von Stromnetzen. Hier glänzt Siemens derzeit mit hohen Margen.

Siemens im Wochenchart – ISIN: DE0007236101, Quelle: https://www.aktienscreener.com

Bewertung und charttechnischer Blick

Charttechnisch sehen wir einen starken Aufwärtstrend der Siemens-Aktie, der gerade eine kräftige Verschnaufpause einlegt. Seit Ende 2022 befindet sich das Papier in einer stabilen Aufwärtsbewegung. Die Aktie hat in dieser Zeit eine beeindruckende Serie von höheren Tiefs hingelegt. Das bedeutet: Jedes Mal, wenn der Kurs fiel, griffen die Käufer auf einem höheren Niveau wieder zu als beim Mal davor.

Aktuell notiert die Aktie im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 200 Euro. Die 200-Wochenlinie verläuft bei 174 Euro. Historisch gesehen ist dies oft der Punkt, an dem langfristige Investoren wieder einsteigen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) hat im überverkauften Bereich nach oben gedreht, was als Zeichen für eine Erholung zu werten ist. Mit einem KGV von unter 20 ist die Aktie günstiger bewertet als viele Tech-Unternehmen.  

Fazit

Siemens ist kein langweiliger Industriekonzern mehr, sondern ein Software-Powerhouse. Die aktuelle Korrektur könnte für langfristige Anleger eine Chance sein, da die fundamentale Story (KI & Digitalisierung) intakt bleibt. Die schwache Konjunktur in Deutschland bleibt aber ein Bremsklotz für das klassische Automatisierungsgeschäft.