Siemens Healthineers: Unspektakulär, aber solide

Siemens Healthineers: Unspektakulär, aber solide
Sundry Photography / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Nachdem die Aktienmärkte zuletzt wieder besser in Schwung gekommen sind, suchen viele Anleger nach Aktien, die noch Nachholpotenzial besitzen. Eine davon möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Kurzportrait Siemens Healthineers

Die Siemens-Medizintechniktochter notiert seit einigen Jahren an der Börse. Der Konzern hat sich auf medizinische Bildgebung (Diagnosegeräte wie Magnetresonanztomographie, Mammographie, Röntgen und Ultraschall) spezialisiert und sich mit der Übernahme von Varian 2021 ein zweites wichtiges Standbein im Krebs-Bereich (Strahlentherapien) aufgebaut. Zu den weiteren Geschäftsfeldern zählen Labordiagnostik, digitale Gesundheitsservices und Krankenhausmanagement.

Dank der zunehmenden Bedeutung der Früherkennung in der Medizin sowie dem hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen mit Service- und Instandhaltungsleistungen bietet Siemens Healthineers ein krisenresistentes Geschäftsmodell mit soliden Wachstumsraten.

Viertes Quartal lief etwas besser als erwartet

Für das im September beendete vierte Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 meldete das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 7,5% auf 6,06  Mrd. Euro. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 5,90 Mrd. Euro gerechnet. Der Nettogewinn lag mit 537 Mio. Euro im Rahmen der Erwartungen.

Dank des Rückenwinds im Schlussquartal konnte der Umsatz für das Gesamtjahr 2022/2023 minimal (+1%) auf 21,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 16% auf 3,08 Mrd. US-Dollar. Das hört sich nicht berauschend an. Allerdings belastete der weitgehende Wegfall des Geschäfts mit Corona-Schnelltests. Diese hatten im vorherigen Geschäftsjahr noch 1,5 Mrd. Euro zum Umsatz beigetragen, jetzt waren es lediglich 121 Mio. Euro. Somit haben sich die anderen Geschäftsbereiche recht gut entwickelt.

Management erwartet wieder höhere Wachstumsraten  

Für das angelaufene Geschäftsjahr 2023/2024 rechnet das Unternehmen mit anziehenden Wachstumsraten. Beim Umsatz sollen die Zuwächse im Bereich von 4,5 bis 6,5% liegen, beim Gewinn leicht höher.   

In den Jahren danach soll sich das Wachstum beschleunigen. Hier bekräftigte der Konzern seine schon in der Vergangenheit genannten Ziele: Ab dem Jahr 2025 soll der Gewinn je Aktie im zweistelligen Prozentbereich und der Umsatz im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen.

Aktie ist vergleichbar günstig bewertet

Seit dem Börsengang im Frühjahr 2018 hat sich die Aktie solide entwickelt, die ganz großen Kursgewinne sind bislang jedoch ausgeblieben. Im Vergleich zu anderen großen Medizintechnikunternehmen aus den USA ist die Aktie mit dem 2,3-Fachen des Umsatzes sowie dem 22-Fachen des für das laufende Geschäftsjahr prognostizierten Gewinns recht günstig bewertet.

Dasselbe gilt auch für den Bewertungsvergleich mit den Vorjahren. Bedeutet: Der aktuelle Aktienkurs spiegelt die positive Entwicklung der Geschäfte in den vergangenen Jahren nicht ausreichend wider.

Als Schnäppchenjäger können Sie also ein Auge auf die Aktie werfen. Schnelle, hohe Kursgewinne sollten Sie hier zwar nicht erwarten. Aber langfristig orientierten Anlegern bietet sich ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis.