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Rheinmetall-Aktie: Ist die Party schon wieder vorbei?

Inhaltsverzeichnis

Die Nachricht vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Welt schockiert. Dasselbe gilt auch für die internationalen Börsen – fast alle Aktien sind eingebrochen. Eine vor allem in Deutschland in Verruf geratene Branche konnte jedoch von dem schrecklichen Ereignis profitieren, die Rüstungsindustrie.

Einer der größten Gewinner des Jahres 2022 ist die Rheinmetall AG aus Düsseldorf. Die Aktie des Rüstungskonzerns und Automobilzulieferers konnte zwischen Februar und Mai dieses Jahres rund 130 Prozent zulegen. Inzwischen ist die Euphorie rund um das Comeback der Rüstungsgüter etwas verflogen. Was bleibt vom Boom des Jahres für die Rheinmetall-Aktie?

Krieg und Sondervermögen – Rheinmetall bleibt ein Gewinner in 2022

Krieg verursacht nur Leid und es gibt keine Gewinner – das ist ein Fakt. Eine Art Profiteur ist jedoch die Rüstungsindustrie, denn Player wie Rheinmetall füllen in dieser Situation ihre Bücher mit neuen Aufträgen. Alles muss schnell gehen und zügig lieferbar sein. Im Zuge des russischen Angriffskrieges haben viele Staaten vor allem in Europa ihre Verteidigungspolitik neu gedacht.

Beispiel Deutschland: Hier wurde ein „Sondervermögen“ für die Bundeswehr von 100 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Alle großen Unternehmen der Rüstungsindustrie – auch Rheinmetall – bekommen ein Stück von dem Kuchen. Als Panzer- und Artilleriehersteller sind die Düsseldorfer momentan überall gefragt.

Rheinmetall kappt Prognosen und bangt um Aufträge

Mitte des Jahres musste Rheinmetall seine Prognose für den Auftragseingang in 2022 kappen und geht nun von 10 bis 12 Milliarden Euro aus. Denkbar ist, dass der MDAX-Konzern diese Prognose erneut reduzieren muss, sollte sich die Bestätigung über einen Großauftrag aus Australien verzögern oder dieser gar ganz wegfallen.

Bis zu 450 gepanzerte Fahrzeuge möchte Australien von Rheinmetall bestellen – doch die Entscheidung zwischen dem Unternehmen aus Deutschland und einem koreanischen Konkurrenten steht noch aus. Das Auftragsvolumen beträgt nach Schätzungen rund vier Milliarden Euro.

Rheinmetall-Aktie: Was sagen die Quartalszahlen und was ist der Langfrist-Ausblick?

Was heißt das nun für die Rheinmetall-Aktie? Das Jahr 2022 ist und bleibt turbulent für den Düsseldorfer Rüstungs- und Automobilzuliefererkonzern. Mit den Quartalszahlen am 10. November dürfte Rheinmetall einen Ausblick wagen. Ob kurzfristig wieder die Sommer-Hochs von mehr als 200 Euro erreicht werden können, bleibt aber fraglich. Denn – ganz im Gegensatz zu vielen konjunkturanfälligen Verlierern des Jahres – waren hier etliche positive Effekte bereits eingepreist.

Langfristig sieht es dennoch gut aus für Rheinmetall. Denn die vielzitierte „Zeitenwende“ dürfte für stabile Aufträge in den kommenden Jahren sorgen. Das katastrophale Image und die Wahrnehmung von Rüstungskonzernen haben sich ebenfalls geändert. Zudem hat der Konzern durch neue Strukturen auch die Automobilzuliefer-Sparte auf eine Zukunft ohne Verbrennungsmotor vorbereitet. Kurzfristig ist die Party vielleicht vorbei, langfristig kommen aber wohl neue Gäste.