Infineon schraubt Prognose nach oben

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Beim deutschen Halbleiterhersteller Infineon laufen die Geschäfte weiter auf Hochtouren. Die Münchener haben gerade ein neues Rekordjahr hinter sich gebracht. Vor allem die hohe Nachfrage nach Halbleitern bei gleichzeitig angespannten Lieferketten bescherte Deutschlands Branchenprimus deutlich höhere Umsätze und Margen. Entsprechend zuversichtlich zeigt sich das Management auch für die Zukunft und hebt die Prognose nochmals an.

Die Anleger freut es. Nach Vorlage der Geschäftszahlen und der neuen Prognose setzten die Papiere ihre jüngste Erholungsbewegung weiter fort.

Vom chronischen Verlustbringer zur Gewinnmaschine

Dabei liefen die Geschäfte bei Infineon nicht immer so prickelnd wie jetzt. Der Konzern wurde im Jahr 1999 gegründet, als der große Technologie-Mischkonzern Siemens seine chronisch verlustbringende Halbleitersparte ausgliederte. Siemens war zunächst weiter am Unternehmen beteiligt, zog sich später jedoch ganz zurück. Heute ist Infineon in vier Geschäftssegmenten aktiv:

Automotive: Hier entwickelt Infineon Halbleiterlösungen für den Automobilbereich, beispielsweise für Antriebsstränge, Klimaanlagen und Sicherheitsmerkmale, aber auch für landwirtschaftliche Zugmaschinen.

Industrial Power Control: In diesem Geschäft werden Leistungshalbleitern für hohe Spannungen gebündelt, die etwa in Solar- und Windenergieanlagen, Haushaltsgeräten und der Industrie verwendet werden.

Connected Secure Systems: Dieses Segment entwickelt Sicherheitslösungen, etwa für Ausweise, Zahlungssysteme und Internet-of-Things-Anwendungen.

Power & Sensor Systems: Umfasst die Produktion von Stromversorgungs-Chips – etwa für Ladegeräte und Beleuchtungssysteme – sowie von Sensoren und Hochfrequenz-Chips zusammen.

Infineon steigert Umsatz um 29%

Gerade hat der Halbleiterhersteller seine Jahreszahlen vorgelegt (Anm.: bei Infineon endet das Geschäftsjahr am 30. September) und diese waren ausgesprochen stark: Der Umsatz kletterte um 29 % auf 14,2 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis stieg überproportional um 63 % auf 3,37 Milliarden Euro. Beides sind Rekordwerte. Entsprechend verbesserte sich die Marge auf 23,8% uns lag damit 5,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Firmenboss schraubt Prognose nach oben

Zugleich konnte der Chiphersteller mit einer grundsoliden Prognose bei den Anlegern punkten. Dank einer hohen Nachfrage aus den Automobil-, Industrie- und Erneuerbare-Energien-Märkten hat die Konzernführung die Prognose nochmals nach oben geschraubt. Über den Zyklus hinweg soll das jährliche Umsatzplus mehr als 10 % betragen (alte Prognose: 9%). Noch eklatanter fällt die Differenz bei der Profitabilität aus. Statt einer operativen Marge auf Dauer von 19% hält das Infineon-Management nun 25% für möglich.

Für das aktuelle Geschäftsjahr peilt der Chiphersteller einen Umsatz von 15,5 Milliarden Euro an (+9%). Das liegt nochmals deutlich über den Prognosen der Analysten, die bislang nur mit einem Wachstum von 6% gerechnet hatten.

Mega-Investition in Dresden

Unterdessen plant der Konzern die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Unter Vorbehalt entsprechender Fördergelder will Infineon 5 Milliarden Euro in Fertigungsstätten in Dresden investieren. Bei voller Auslastung schätzt der Konzern das Umsatzpotenzial jährlich auf dem Niveau der getätigten Investition. Produktionsbeginn könnte im Herbst 2026 sein. Damit würde Infineon die Basis für den nächsten Wachstumsschub legen.