Infineon: Der heimliche Gewinner des KI-Booms
Infineon ist ein Nachzügler im KI-Boom. In den kommenden Quartalen könnte der deutsche Halbleiter-Riese aber zu einem der entscheidenden Gewinner im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Energiewende aufsteigen.
Was macht Infineon so stark im KI-Rennen?
Die Stärke liegt in Infineons Rolle bei der Energieversorgung von KI-Rechenzentren. Während NVIDIA die Rechenkerne liefert, sorgt Infineon dafür, dass diese effizient mit Strom versorgt werden. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für diesen Bereich für 2026 massiv auf 1,5 Milliarden Euro angehoben.
Besonders die neuen Materialien wie Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) finden immer mehr Zuspruch. Diese „Power-Chips“ sind effizienter als herkömmliche Halbleiter und damit unverzichtbar für die riesigen Serverfarmen der Zukunft sowie für die moderne E-Mobilität.
Schwächelnde Nachfrage nach E-Autos drückte zuletzt auf die Stimmung
Bisher waren die Anleger vorsichtig mit Positionen in Infineon, da sie die Krise in der Automobilindustrie fürchteten. Da dieser Sektor der größte Umsatzbringer des Konzerns ist, drückten die schwächelnde Nachfrage nach E-Autos und ein schwacher US-Dollar zuletzt auf die Stimmung.
Das massive Wachstum im KI-Segment sollte die Flaute im klassischen Autogeschäft mehr als ausgleichen können. Zudem zeigt sich Infineon als Profiteur der weltweiten Energiewende, was dem Unternehmen eine langfristige Stabilität verleiht, die viele reine Tech-Werte nicht bieten können.

Infineon im Wochenchart – ISIN: DE0006231004, Quelle: https://www.aktienscreener.com
Bewertung und charttechnischer Blick
Mit einem geschätzten KGV für 2027 von 21,3 ist die Aktie im Vergleich zum historischen Durchschnitt und im Branchenvergleich moderat bewertet. Wichtig wird es dabei aber, die Wachstumsziele im KI-Bereich zu erreichen. Die Infineon-Aktie hat gerade ein wichtiges technisches Signal geliefert und ist mit Schwung aus einem jahrelangen Abwärtstrend (orange Linie) ausgebrochen.
Aktuell notiert das Papier bei knapp 41 Euro. Technisch gesehen hat der RSI-Wert nach unten gedreht, was auf eine Verschnaufpause hindeuten würde. Solange die Unterstützung im Bereich von 38 Euro hält, bleibt das bullische Szenario mit Blick auf das alte Hoch von Ende 2021 und darüber hinaus intakt.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Infineon einer der wichtigsten Profiteure der notwendigen Energie-Infrastruktur für KI-Hardware ist. Wenn Sie, lieber Leser, an den langfristigen Erfolg von „Green Tech“ und die unverzichtbare Basis des KI-Booms glauben, gehört Infineon aus meiner Sicht zu den attraktivsten Titeln im DAX.