Großaktionär tritt bei Fuchs Petrolub den Rückzug an

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Vor allem bei sogenannten Value-Anlegern ist die Fuchs Petrolub-Aktie beliebt. Die starke Marktposition und die hervorragende langfristige Geschäftsentwicklung bringen die Aktie immer wieder in den Fokus von wertorientierten Investoren. Doch letzte Woche geriet die Aktie vorübergehend unter Druck, da die kanadische Investmentgesellschaft Mawer einen Teil ihrer Fuchs-Stammaktien veräußert hat. Der Teilausstieg des zweitgrößten Aktionärs von Fuchs Petrolub sorgte für einen deutlichen Kursrutsch.

Fuchs Petrolub: Weltweiter Marktführer bei Schmierstoffen

Bevor ich auf den Verkauf näher eingehe, möchte ich Ihnen den Familienbetrieb näher vorstellen: Bereits im Jahr 1931 in Mannheim gegründet, ist Fuchs Petrolub ein richtiger Traditions-Konzern. Mittlerweile beschäftigt man knapp 4850 Mitarbeiter in 36 Ländern und verfügt über 34 Produktionsstätten.

Fuchs Petrolub ist das weltweit führende unabhängige Schmierstoff-Unternehmen. Bei Einbeziehung der erdölproduzierenden Firmen bekleidet es weltweit die Position des neuntgrößten Schmierstoff-Herstellers.

Starke Marktposition in Nischenmärkten

Der Schmierstoff-Riese beliefert über 100.000 Kunden in mehr als 100 Ländern. Er hat vor allem bei margenstarken Nischen-Produkten führende Marktpositionen inne und ist Zulieferer der Automobil-industrie (Motoröl-Erstabfüllung). Wichtigste Rohmaterialien für den Konzern sind Grund-Öle, die von Rohöl-Raffinerie-Betreibern und Additive, die von Firmen der chemischen Industrie bezogen werden.

Der Familienbetrieb legt großen Wert auf die hauseigene Entwicklungs-Abteilung, um den Kunden maßgeschneiderte Produkte liefern zu können. Immerhin beschäftigt Fuchs Petrolub mehr als 9% des Personals im Bereich Forschung und Entwicklung.

Preiserhöhungen machen sich bezahlt

Dabei erwischte Fuchs Petrolub trotz der hohen Rohstoffpreise einen guten Start ins neue Geschäftsjahr. Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich von 890 auf 1 Milliarde Euro. Gleichzeitig verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 11% auf 103 Millionen Euro. Dabei profitierte der Schmierstoffkonzern nach eigenen Angaben von den Preisanhebungen im vergangenen Jahr.

Großaktionär tritt den Rückzug an

Unterdessen hat sich kanadische Mawer Investment Management von 2,5 Millionen Aktien zum Preis von 27,05 Euro getrennt. Zuvor hielt der zweitgrößte Aktionär noch 9,9% des stimmberechtigten Kapitals.

Dominierender Aktionär des Unternehmens ist die Familie Fuchs, die Ende vergangenen Jahres 55% der Stimmrechte hielt und mit Stefan Fuchs den Vorstandschef stellt. Die deutsche Fondsgesellschaft DWS Investment besitzt nach letzten Angaben 4,9% der Stimmrechte. Das Aktienkapital des Mannheimer Unternehmens besteht je zur Hälfte aus Stamm- und aus Vorzugsaktien.

Management beruhigt die Anleger

Das Fuchs-Management reagierte gelassen und bezeichnete den Teilausstieg als normalen Vorgang. „Wir sind in regelmäßigem Austausch und Mawer unterstützt unsere Unternehmensstrategie“, versichert eine Firmensprecherin. Das wirkte scheinbar auch bei den verunsicherten Anlegern, denn zum Wochenausklang konnten sich die Papiere bereits wieder erholen. An den langfristigen Perspektiven ändert der Ausstieg ohnehin nichts – denn die sind laut Firmenangaben weiterhin ausgesprochen gut.