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Fresenius-Aktie: Turnaround intakt?

Inhaltsverzeichnis

Ein düsteres Bild zeichnet sich für Anleger auf den ersten Blick ab, betrachtet man derzeit die jüngste Chart-Entwicklung von Fresenius:

Dass der Kurs sich seit Jahren seitwärts bewegt, ist die eine Sache. Doch nun sackte die Aktie innerhalb eines Jahres um satte 45% ab auf zwischenzeitlich nur noch 24,50 Euro.

Tochter Fresenius Medial Care mit Gewinnwarnung

Kein Wunder. Schließlich sorgt der DAX-Konzern seit einiger Zeit fast nur noch für schlechte Nachrichten. Ende Juli kam dann schließlich auch noch der Kurs der US-Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) unter die Räder, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung abgab. So wurden bei FMC sowohl die kurz- als auch die mittelfristigen Ziele gesenkt. Die FMC-Aktie rauschte daraufhin im Juli auf 38,47 Euro bergab und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwölf Jahren. Heute pendelt der Titel bei um die 36,03 Euro (Stand 12:56 Uhr).

Grund für die Gewinnwarnung der Tochter sind allen voran Mitarbeitermangel in den USA, woraus sich Engpässe ergeben, die Lohninflation, anziehende Materialkosten sowie die andauernde Lieferkettenproblematik.

Prognose runtergeschraubt – außer für Töchter

Für das laufende Jahr 2022 geht die Fresenius-Gruppe von einem Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus – zuvor lag die Prognose im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Das Konzernergebnis soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sinken. Zuvor ging man hier noch von einem Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.

Doch immerhin bekräftigte der Mutterkonzern Fresenius die Prognosen für die anderen zum Konzern gehörenden Töchter, Infusionstochter Kabi, Krankenhausbetreiber Helios sowie Dienstleister Vamed.

Insiderkauf durch Vorstand

Am 3. und am 4. August gab es bei Fresenius außerdem Insiderkäufe zu verzeichnen. „Noch- CEO“ Stefan Sturm (mehr dazu lesen Sie im nächsten Abschnitt) legte sich jeweils 5.000 Fresenius-Aktien im Wert von jeweils 120.000 Euro in sein eigenes Depot. Somit nahm der in Summe 240.000 Euro in die Hand. Zum Zug kam er bei einem Kurs von 23,95 Euro.

Der Insiderkauf war nach der vorherigen Gewinnwarnung ein Hoffnungsschimmer für Anleger. Schließlich sind Investitionen ins eigene Unternehmen in der Regel immer als gutes Zeichen zu werten.

Wechsel in der Führungsebene

Nach schwierigen Zeiten lief jüngst außerdem die Meldung über den Ticker, dass ein neuer Mann den Krankenhauskonzern aus seiner andauernden Krise führen soll. Der Aufsichtsrat von Fresenius bestellte den amtierenden Lenker der Fresenius-Tochter Kabi mit Wirkung zum 1. Oktober dieses Jahres.

Michael Sen, so der Name des künftigen Chefs der Gruppe, soll zudem weiterhin kommissarisch die Aufgabe als Vorstandschef von Fresenius Kabi weiterführen – zumindest so lange bis seine Nachfolge dort unter Dach und Fach ist. Sen gehört seit April letzten Jahres zum Fresenius-Vorstand.

Initialzündung für den Turnaround?

Es ist verständlich, dass investierte Anleger vielleicht langsam sprichwörtlich die Nase von Fresenius und den zahlreichen schlechten Meldungen voll haben – Sie vielleicht inzwischen auch? Doch sollten Sie bedanken, dass hier inzwischen alles Negative und sämtliche Risiken in den Kurs eingepreist sind. Die Börse reagierte gestern noch dazu mit einem deutlichen Kurssprung auf die Meldung über den Wechsel in der Vorstandsspitze zum 01.10.

Vielleicht ist das nun die notwendige Initialzündung für den überfälligen Turnaround der Aktie. Fakt ist, die Aktie auf dem aktuellen Niveau zu verkaufen, macht wenig Sinn. Das Papier ist mit einem KGV von 8 günstig bewertet und die Dividendenrendite beträgt rund 3,5%. Fresenius gehört außerdem zu den Dividendenaristokraten.

Außerdem entwickelt sich das laufende Sparprogramm gut. Fresenius will 150 Mio. Euro nach Steuern bis zum nächsten Jahr einsparen und auch in den Folgejahren die Einsparungen weiter erhöhen.