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ElringKlinger-Aktie: Ist dieses Zulieferer-Juwel unterbewertet?

Inhaltsverzeichnis

Letzte Woche habe ich Ihnen hier einige interessante Zulieferer nahegelegt, die maßgeblich am Erfolg des kalifornischen E-Autoprimus Tesla beteiligt sind. Heute will ich Ihnen eine der interessantesten Aktien aus dieser Riege etwas genauer präsentieren. Gemeint ist: ElringKlinger.

Sollten Sie das Unternehmen noch nicht kennen, hier einige Fakten: ElringKlinger mit Sitz in Dettingen an der Ems (BW) ist mit seinen knapp 40 Tochterfirmen einer der wichtigsten Autozulieferer Deutschlands. Der Konzern bietet für alle Antriebsarten innovative Produktlösungen – also nicht nur für Verbrennerautos, sondern auch für die Hybridtechnik und den Elektromotor.

ElringKlingers Leichtbauteile vor allem für Elektroautos wichtig

Das Steckenpferd von ElringKlinger sind Leichtbaulösungen. Diese kommen zum Beispiel in Cockpitquerträgern, Türmodulen, Unterbodenabschirmungen oder Motorträgern zum Einsatz. Hierfür setzt der Konzern spezielle Kunststoffe ein und greift etwa auf metallische Werkstoffe wie Aluminium oder Magnesium zurück.

Die Leichtbauteile von ElringKlinger sorgen – wie der Name schon sagt – dafür, dass das Gewicht der Fahrzeuge reduziert wird. Das spielt vor allem bei der Elektromobilität eine wichtige Rolle. Denn: Die Reduzierung der Masse erhöht die Reichweite der Stromer. Diese wiederum ist eines der wichtigsten Kriterien der E-Mobilität.

Getriebe, Elektromotoren, Batterietechnik

Gleichzeitig entwickelt und baut ElringKlinger zusammen mit dem Partnerunternehmen „Hofer Powertrain“ auch elektrische Antriebsstränge. Dazu zählen etwa das Getriebe, die Leistungselektronik und der Elektromotor. Hinzu kommen Komponenten für die Batterie- und Brennstoffzellentechnologie.

Stromer-Geschäft wird immer wichtiger

Unterm Strich ist ElringKlinger also ein wichtiger Zulieferer der neuen elektrischen Mobilität. Nicht umsonst ist der Konzern ein geschätzter Partner von Tesla. Noch ist das E-Mobilitäts-Geschäft von ElringKlinger zwar vergleichsweise klein. Doch es wächst unaufhörlich.

Im dritten Quartal 2021 lag der Umsatzanteil des E-Mobility-Bereichs am Gesamtkonzern bei 6 Prozent. Das ist eine Steigerung von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nicht mit eingerechnet sind hier die Erlöse der Komponenten aus den klassischen Geschäftsbereichen, die sowohl in Verbrennern als auch in Stromern eingesetzt werden. Darunter die oben erwähnten Leichtbauteile.

Q3-Bilanz: Trotz Materialkrise überraschend stark

Aber auch ansonsten zeigte sich der Konzern zuletzt durchaus stabil – trotz des Materialengpasses, der viele Zulieferer stark in Mitleidenschaft zieht. ElringKlinger erzielte im dritten Quartal 2021 einen Umsatz von 401 Millionen Euro. Damit lag man 5,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Allerdings war das Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie deutlich schwächer als die Jahre zuvor. Zum Vergleich: In Q3 2019 konnte man noch Erlöse in Höhe von 432 Millionen Euro erwirtschaften. Das Vorkrisenniveau konnte man zuletzt also nicht erreichen, wohl auch wegen der Lieferketten-Problematik.

Anders sah es beim Betriebsergebnis aus. In Q3 2021 lag das EBITDA bei 55 Millionen Euro. Hier konnte man nicht nur den Q3-Wert aus 2020 (49 Mio.) übertreffen, sondern auch den aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 (50 Mio.). Und auch beim Nettogewinn (Q3 2021: 9 Mio.) gab es Fortschritte.

Effizienzprogramm zahlt sich aus

Natürlich musste auch ElringKlinger im laufenden Jahr mit höheren Materialpreisen zurechtkommen. So hat beispielsweise der Marktpreis für Aluminium enorm zugelegt. Doch dem Unternehmen kommt zugute, dass man bereits vor der Corona-Krise ein weitreichendes Effizienzprogramm in die Wege geleitet hatte, um die Koste erheblich zu drücken.

In den letzten Monaten hat sich dieses Programm mehr denn je als goldrichtig erwiesen. Dass man trotz der Lieferketten-Problematik die Profitabilität auch im Vergleich zu 2019 steigern konnte, zeigt, wie krisenfest der Zulieferer ist. Viele Wettbewerber jedenfalls können aktuell von Ergebnissteigerungen nur träumen.

Halten wir also fest

ElringKlinger ist in Sachen Elektromobilität zukunftsfähig aufgestellt und darf sich hier auf eine dynamische Nachfrage einstellen. So sind Vertreter des Konzerns regelmäßig im Silicon Valley, um dort aufstrebende E-Autobauer von den Leichtbauteilen aus Deutschland zu überzeugen. Allein dass man Tesla zu seinen Kunden zählen kann, beschert ElringKlinger lukratives Wachstumspotenzial.

Gepaart mit der beachtlichen Krisenresistenz erscheint der Aktienkurs derzeit doch recht günstig. Viele Analysten teilen übrigens diese Meinung. Laut Marketscreener liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten für die ElringKlinger-Aktie bei etwa +40 Prozent.

Wenn Sie einen längerfristigen Anlagehorizont haben, könnte die Aktie für Sie also durchaus einen Blick wert sein.