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Rückschlag für Deutsche Post – Aktie verliert zum Wochenauftakt

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Paukenschlag in der Ex-Hauptstadt: Die in Bonn ansässige Bundesnetzagentur hat die Forderung der Deutschen Post zurückgewiesen, das Briefporto früher als geplant anzuheben.

Bundesnetzagentur weist Post-Antrag zurück

Der ebenfalls in Bonn angesiedelte ehemalige Staatskonzern hatte dies im Mai beantragt. Zur Begründung verwies die Deutsche Post, die seit Kurzem offiziell unter dem Namen DHL Group firmiert, auf höhere Transport- und Energiekosten, einen Rückgang im Briefgeschäft, der stärker ausgefallen sei als erwartet, sowie den jüngst unterzeichneten hohen Tarifabschluss.

Die Bundesnetzagentur wies diese Argumentation jedoch zurück und verwies auf die weiterhin im Briefgeschäft erzielten Gewinne des Dax-Konzerns. Eine verfrühte Anhebung des Briefportos sei daher nicht erforderlich. Nach dem Beschluss der Bundesbehörde soll das Porto für einen Standardbrief somit weiterhin bei 0,85 Euro bleiben. Die nächste reguläre Preisanhebung steht erst Anfang 2025 auf der Agenda – es sei denn, DHL versucht es vorher noch einmal. Die Erfolgsaussichten eines zweiten Anlaufs sind nach der aktuellen Absage allerdings wohl begrenzt.

Anleger reagieren verschnupft – Aktie rutscht ins Minus

Anleger hatten gehofft, der Konzern könne sich mit dem Wunsch nach einer vorgezogenen Briefportoerhöhung durchsetzen und damit die zuletzt gestiegenen Kosten etwas abfedern. Die abschlägige Entscheidung der Bundesnetzagentur quittierten sie am Montag mit zunächst kräftigen Kursabschlägen. Im Tagesverlauf konnte die Aktie ihre Verluste jedoch eindämmen und ging letztlich mit einem Minus von 0,5 Prozent aus dem Handel.

Erst kürzlich hatten das Unternehmen und seine Anteilseigner einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Bilanz für das 2. Quartal des laufenden Jahres fiel schwächer aus als die des Vorjahreszeitraums. Ein Umsatzrückgang um rund 16 Prozent auf gut 20 Milliarden Euro stand einem Gewinneinbruch um 44 Prozent gegenüber. Dennoch korrigierte DHL die Jahresprognose für 2023 leicht nach oben: Beim Ebit geht man nun nicht mehr von einer Spanne zwischen 6 und 7 Milliarden Euro aus, sondern sieht das Minimum bei 6,2 Milliarden Euro, während das obere Ende des Korridors unverändert blieb.

Pandemiebedingter Sonder-Boom vorbei

Belastend wirkt sich das Ende des pandemiebedingten Booms im Logistikgeschäft aus: In Zeiten von Lockdowns, Home Office, Ladenschließungen und Kontaktverboten beschleunigte sich der Onlinehandel und mit ihm das Paketaufkommen. DHL und andere Logistikkonzerne profitierten und verbuchten ordentliche Zusatzgewinne.

Inzwischen hat sich das Leben der meisten Menschen wieder normalisiert. Eine Konjunkturerholung fällt insbesondere wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der damit verbundenen geopolitischen Folgen allerdings bislang aus.

Künftig verkürzte Zustellwoche?

Dass sich DHL und Post nun wegen der anhaltend hohen Inflation zu einem saftigen Tarifabschluss durchringen mussten, dürfte die Kosten des Konzerns zusätzlich in die Höhe treiben. Um personalseitig Einsparungen zu realisieren, hat das Unternehmen bei der Bundesnetzagentur noch einen weiteren Antrag gestellt: Die Post soll künftig nicht mehr wie bisher an 6, sondern nur noch an 5 Tagen zugestellt werden. Eine Entscheidung dazu steht noch aus.

Trotz des Dämpfers zum Wochenauftakt und der Rückschläge in der Q2-Bilanz schätzen Analysten der Deutschen Bank sowie auch der Schweizer UBS die im Dax gelistete Aktie der Bonner weiterhin als Kauf ein und sehen das Kursziel bei 54 beziehungsweise 51 Euro. Zuletzt war das Papier für knapp 44 Euro zu haben.