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Logistikunternehmen: DPD mit Gegenwind – DHL erhöht Jahresprognose

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Sie gehörten zweifelsohne zu den Gewinnern in Zeiten der Pandemie – und stehen nun vor großen Schwierigkeiten. Die Rede ist von Logistikunternehmen, die Waren transportieren und Privathaushalte wie auch Geschäfte beliefern.

Profiteure der Pandemie

Während der Pandemie und den monatelangen Kontaktbeschränkungen erlebte das Onlineshopping einen extremen Boom. Noch mehr als sonst wurde von der heimischen Couch eingekauft. Der stationäre Einzelhandel war vielfach geschlossen oder Filialen nur begrenzt betretbar, zugleich stand mehr Budget zur Verfügung, weil Ausgaben wie Urlaubsreisen oder Restaurantbesuche lange Zeit nicht möglich waren.

Direkter Nutznießer dieser Entwicklung waren die Logistikkonzerne: DHL, DPD, Hermes, GLS und UPS sind die Marktführer in Deutschland, wobei der größte Anteil auf DHL, also die Frachtsparte des Dax-Konzerns Deutsche Post, entfällt.

Nachlassende Kauflaune belastet Geschäft der Logistiker

In diesem Jahr aber hat sich der Wind gedreht. Der Einzelhandel ist wieder zugänglich, doch die Kaufkraft ist erheblich eingebrochen. Die immensen Inflationsraten der vergangenen Monate haben dazu geführt, dass die Lebenshaltungskosten auf ein Niveau gestiegen sind, das zusätzliche Ausgaben unmöglich macht. In immer mehr Haushalten geht das gesamte verfügbare Einkommen für Energie und Lebensmittel drauf, große Shoppingtouren lassen sich in diesen Zeiten nicht unternehmen.

Hinzu kommt die Aussicht auf eine drohende Rezession im kommenden Jahr. Zwar planen die meisten Unternehmen laut Befragungen, andere Lösungen zu finden als Personal abzubauen – komplett ausschließen kann man es aber wohl nicht, dass der eine oder andere Job der Rezession zum Opfer fällt. Wer um seinen Arbeitsplatz bangt, wird sich aktuell kaum in unnötige Unkosten stürzen.

DPD rechnet mit Geschäftsrückgang

Dementsprechend fällt die Konsumlaune in diesem Jahr vergleichsweise schwach aus. War die Zahl der täglich versendeten und ausgelieferten Pakete in den vergangenen beiden Jahren noch stark angestiegen, rechnet etwa der französische Logistikdienstleister DPD laut eigenen Angaben im laufenden Jahr mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung.

Demnach wird das Paketvolumen offenbar im hohen einstelligen Prozentbereich zurückgehen. Der Umsatzrückgang dürfte jedoch geringer ausfallen, da auch DPD bereits Preiserhöhungen vorgenommen hat – und weitere Anpassungen im kommenden Jahr beabsichtigt.

Vorläufiges Q3-Ergebnis: Erfreuliche Eckdaten von DHL

Positive Nachrichten gab es hingegen aus Bonn, wo die Deutsche Post vor wenigen Tagen ihre vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal vorgestellt hat. Nach einem kräftigeren Rückgang des Sendungsvolumens im ersten Halbjahr verzeichnet der Konzern im dritten Quartal eine Erholung im B2C-Geschäft.

Das Ebit stieg im Zeitraum von Juli bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro. Der Konzern hat vor diesem Hintergrund angekündigt, die Prognose für das Gesamtjahr 2022 noch einmal anzuheben, allerdings erst mit Vorlage der finalen Q3-Bilanz, die am 8. November stattfinden soll. Die bisherige Prognose geht von einem operativen Jahresgewinn in einer Spanne zwischen 7,6 und 8,4 Milliarden Euro aus.

Deutsche Post Aktie: Analysten bestätigen mehrheitlich Kaufempfehlungen

Die im Dax gelistete Deutsche Post Aktie verbuchte daraufhin ein kräftiges Plus und stieg auf Wochensicht um rund 3,5 Prozent. Analysten nahmen die Eckdaten zum dritten Geschäftsquartal weitgehend unbeeindruckt zur Kenntnis und bestätigten mehrheitlich ihre bestehenden Einschätzungen zur Aktie der Deutschen Post.

Kaufempfehlungen mit Kursziel 51 Euro sprachen unter anderem Warburg Research, die DZ Bank sowie die US-Großbank JP Morgan aus. Die Schweizer UBS sieht das Kursziel bei 54,75 Euro, die britische Barclays Bank hingegen traut der Aktie gar einen Anstieg um mehr als 100 Prozent auf 74 Euro zu.

Am Freitagmorgen war das Papier für rund 33 Euro zu haben.