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Deutsche Börse auf Erfolgskurs – Jahresprognose angehoben

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Für Anleger ist es kein gutes Jahr. Bereits seit Beginn des Jahres ging es an den Börsen bergab. Der Beginn des Krieges in der Ukraine mit seinen weitreichenden Folgen in Form von wirtschaftlichen Sanktionen, Energiekrise und schwindelerregender Inflation hat die Talfahrt an den Aktienmärkten zusätzlich beschleunigt.

Deutsche Börse profitiert von volatilen Märkten

Doch für die Deutsche Börse ist es schlussendlich egal, ob die Kurse steigen oder fallen: Wichtig ist nur, dass sie sich bewegen, die Richtung ist dabei zweitrangig. Mehr noch: Je höher die Volatilität, desto mehr profitiert der Börsenbetreiber – und an Volatilität und Bewegung war in diesem Jahr dann doch einiges am Markt.

Neben der Inflationsdynamik war es in den vergangenen Monaten immer wieder auch die Geldpolitik der Notenbanken, die Anleger in Atem gehalten und die Kurse bewegt hat. Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt haben Federal Reserve, Bank of England und die Europäische Zentralbank den Leitzins angehoben – und das nicht nur mehrfach, sondern mitunter auch drastisch. Weitere Zinsschritte sind absehbar, immer wieder sorgen die Zinssitzungen der Währungshüter für teils heftige Reaktionen an den Aktienmärkten.

Q3-Bilanz: Gewinnsteigerung um fast ein Viertel

Wie sehr die Deutsche Börse von den jüngsten Entwicklungen profitieren konnte, hat aber selbst Beobachter überrascht. Die Zahlen für das dritte Quartal, die der Börsenbetreiber Mitte Oktober vorgelegt hat, konnten die Erwartungen deutlich übertreffen.

So stieg der Gewinn im Zeitraum von Juli bis Ende September im Vergleich zum Vorjahresquartal um satte 24 Prozent auf 373 Millionen Euro. Analysten hatten lediglich mit einem Gewinnsprung um 16 Prozent gerechnet.

Deutsche Börse hebt Jahresprognose an

Angeschoben durch die starken Zahlen hat die Deutsche Börse nun auch ihre Prognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Demnach sollen die Nettoerlöse auf mehr als 4,1 Milliarden Euro steigen, zuvor waren 3,8 Milliarden Euro als Untergrenze beziffert worden. Beim Ebitda strebt das Unternehmen mit mehr als 2,3 Milliarden Euro ebenfalls ein höheres Ziel an, zuvor lag die Prognose bei mehr als 2,2 Milliarden Euro.

Analysten zeigten sich nach der Bilanzpräsentation voll des Lobes und bekräftigten mehrheitlich ihre Kaufempfehlungen. Experten der US-Bank JP Morgan hoben das Kursziel von 204 auf 206 Euro an, die Deutsche Bank korrigierte das Kursziel von 202 auf 208 Euro. Auch andere Großbanken und Analysehäuser sehen das Kursziel für die Aktie der Deutschen Börse nach Vorlage der jüngsten Zahlen zwischen 200 und 210 Euro.

Einer der wenigen Erfolgstitel im Dax 2022

Zuletzt war das Papier für rund 160 Euro zu haben, nachdem im Sommer mit gut 175 Euro neue Höchststände markiert werden konnten. Die Anteilsscheine der Deutschen Börse zählen damit zu den sehr wenigen Titeln im Dax, die im laufenden Jahr bislang Kursgewinne verbuchen konnten. Seit Beginn des Jahres konnte das Papier um etwa 8 Prozentpunkte zulegen.

Im dritten Quartal jährte sich zudem erstmals der Umbau des Dax, der vor gut einem Jahr von 30 auf 40 Titel erweitert wurde, während der nachgelagerte MDax entsprechend schrumpfte. Die breitere Aufstellung des Dax wurde dabei allgemein begrüßt, die gleichzeitige Schwächung der zweiten Reihe jedoch ebenso bemängelt wie die Auswahlkriterien für das Listing in der ersten Börsenliga.

Zu einer weiteren Umstellung dürfte es in Kürze kommen: Mit dem Industriegaskonzern Linde plant das wertvollste Dax-Unternehmen, sich vom Frankfurter Parkett zurückzuziehen und sich künftig vollständig auf den Handel an der Wall Street zu fokussieren. Linde verzeichnete zuletzt eine Marktkapitalisierung von rund 145 Milliarden Euro und ist damit die Nummer eins in den Dax-40.