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Gebert-Indikator: Was macht der DAX im April?

Inhaltsverzeichnis

Nach dem DAX-Crash im Februar und der kräftigen Kurserholung im März fragen sich viele Anleger: wie geht es jetzt weiter mit dem DAX? Während es unmöglich sein dürfte, die nächsten Wochen beim DAX abzuschätzen, gibt es einen Indikator, der die langfristige DAX-Richtung recht gut kennen dürfte.

Dieses DAX-Signal hat alle anderen Systeme geschlagen!

Der Gebert-Indikator gehört nämlich langfristig zu den zuverlässigsten Signalgebern für den deutschen Aktienmarkt. Er wird einmal im Monat aktualisiert. Welche Positionierung empfiehlt das Signalsystem Ihnen als DAX-Anleger im April?

Der Gebert-Indikator setzt sich aus vier Komponenten zusammen. Den aktuellen Stand dieser einzelnen Komponenten zeige ich Ihnen jetzt:

  • Leitzins: Die letzte Leitzinsveränderung der Europäischen Zentralbank (EZB) war eine Leitzinssenkung (im Jahr 2016). Für dieses Kriterium gibt es unverändert einen Punkt. Ergebnis: 1 Punkt.
  • Inflationsrate: Die HICP-Inflationsrate für die Eurozone lag im Februar (dem letzten Monat, für den endgültige Daten vorliegen) bei 5,9 Prozent und damit höher als ein Jahr vorher (0,9 Prozent). Damit gibt es für dieses Kriterium weiterhin keinen Punkt. Ergebnis: 0 Punkte.
  • EUR/USD-Wechselkurs: Der Euro-Dollar-Wechselkurs stand Ende März bei 1,1066 und damit niedriger als ein Jahr zuvor (1,1727). Damit gibt es für das Wechselkurskriterium des Gebert-Indikators weiterhin einen Punkt. Ergebnis: 1 Punkt.
  • Saisonalität: Da wir uns innerhalb des Zeitraums zwischen 1. November und 30. April befinden, gibt es für den Teilindikator Saisonalität einen Punkt. Ergebnis: 1 Punkte.

Das Gebert-DAX-Signal für April lautet…

Damit ergibt sich für April wie bereits in den Vormonaten ein Stand von drei Punkten. Nach den Regeln des Gebert-Systems würden Anleger also im April im DAX investiert bleiben. Das letzte Kaufsignal trat Anfang November auf, damals stand der DAX bei 15.764 Punkten. Am vergangenen Freitag schloss der DAX bei 14.286 Punkten. Das macht ein Ergebnis von rund -9,4 %. Also einen deutlichen Verlust. Und damit wären wir auch bei der Kritik am Gebert-Indikator.

Das sind die Schwachpunkte des Gebert-Systems

Mit dem Gebert-Indikator war in den vergangenen Jahrzehnten langfristig eine deutliche Outperformance gegenüber einer ständigen Investition im DAX möglich. Aber: Vor allem in jüngerer Zeit zeigt der Indikator deutliche Schwächen. Was daran liegen dürfte, das unvorhersehbare Extremereignisse (Coronakrise, Ukrainekrieg samt Energiekrise) mit großem Einfluss auf die Kurse zugenommen haben.

Vor unvorhergesehenen Ereignissen kann der Indikator nämlich naturgemäß nicht warnen, da er nur auf den Kriterien Leitzins, Euro-Wechselkurs, Inflation und Saisonalität basiert. Die besten Zeiten des Gebert-Indikators entfallen denn auch vor allem auf die Jahre 2000 bis 2009. Sowohl das Platzen der Internetblase als die Finanzkrise (beide fielen in diese Zeit) ließen sich anhand der makroökonomischen Komponenten des Indikators recht gut vorhersagen.

Heute sind die Zeiten kniffliger geworden. Wohl auch, weil sich die Politik stärker schädigend in die Wirtschaft einmischt. Ob der Gebert-Indikator unter diesen Umständen in Zukunft noch eine Outperformance gegenüber dem DAX ermöglicht, muss sich erst noch zeigen.

Wie geht es mit dem Gebert-Signal nach April weiter?

Ein neues Gebert-Verkaufssignal in den kommenden Monaten ist möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Zwar fällt ein Punkt für die Saisonalität Anfang Mai weg. Mit dann zwei Punkten wird nach dem Gebert-System allerdings die bisherige Positionierung beibehalten.

Um zu einem echten Verkaufssignal (mit einem Punktestand von 1 oder 0) zu kommen, müsste einer der beiden weiteren Punkte (Leitzins bzw. EUR/USD-Wechselkurs) ebenfalls wegfallen. Da die EZB vor Anfang Mai den Leitzins nicht erhöhen wird, bleibt nur der EUR/USD-Wechselkurs. Um diesen Indikator entsprechend zu „drehen“, müsste EUR/USD Ende April bei 1,2032 oder darüberstehen. Dies ist sehr unwahrscheinlich bei einem momentanen Wechselkurs um die 1,09. Deshalb dürfte sich für DAX-Anleger nach dem Gebert-Indikator zunächst nichts ändern. Sie bleiben investiert. Komme, was wolle.