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DAX 40 : DAX: Kommt am Gipfel nicht weiter voran

Während sich die US-Wirtschaft schon längst deutlich über ihr Vorkrisenniveau erholt hat, ist die deutsche Wirtschaftsleistung real (also inflationsbereinigt) immer noch deutlich von ihrem Vor-Corona-Niveau entfernt.

Deutsche Wirtschaft noch immer unter Vorkrisen-Niveau

Als Ursachen für diesen Erholungsrückstand kommen eine katastrophale Corona Politik und eine einseitige Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft in Betracht. Doch immerhin: die Lage bessert sich im Moment rasant.

Nominal betrachtet, als in Euro-Beträgen ohne Berücksichtigung der inzwischen massiven Inflation, geht es der deutschen Wirtschaft inzwischen sogar besser als jemals zuvor. Zumindest, wenn wir den Umsatz der gewerblichen Wirtschaft als Maßstab nehmen.

Dieser Frühindikator zeigt massive Verbesserung

Dieser „Kunstkniff“ ist ein noch neuer Frühindikator des Statistischen Bundesamtes, der zu den experimentellen Daten gezählt wird. Dabei wird der Umsatz aus den monatlichen, noch unvollständig vorliegenden Umsatzsteuervoranmeldungen der Unternehmen ermittelt. Durch die regelmäßige Veröffentlichung im Monatstakt steht der Indikator mit einer nur geringen Zeitverzögerung zur Verfügung.

Dadurch ermöglicht dieser „frühzeitige Aussagen zur Umsatzentwicklung, noch bevor die amtlichen Ergebnisse aus den Erhebungen nach Wirtschaftsbereichen vorliegen. Die gewerbliche Wirtschaft umfasst dabei laut dem Statistischen Bundesamt die Bereiche Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen.

Hier zeigt sich nun, dass der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft inzwischen sogar wieder deutlich über dem Vorkrisenniveau und auch über dem langjährigen Trend liegt. Da werden Sie nun vielleicht sagen: Ist doch prima, dann ist ja alles wieder in Ordnung. Nein! Leider nicht.

Deutsche Wirtschaft: Massive Erholung oder reines Wunschdenken?

Zum einen ist dieses Wachstum nur zu einem geringen Teil real. Es würde nämlich entscheidend durch staatliche Stützungen erzeugt, die wiederum auf Pump „finanziert“ wurden. Fallen diese Stützen weg, muss sich zeigen, ob die Wirtschaft überhaupt auf eigenen Beinen stehen kann. Mit der derzeit von der Politik verbreiteten Panikmache vor einer „vierten Welle/ Dauerwelle“ in Bezug auf Corona müssen daran erhebliche Zweifel bestehen.

Zum anderen ist in diesem vermeintlichen Wachstum die Inflation voll enthalten. In den vergangenen Jahren betrug das nominale Wachstum der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland im Durchschnitt 6,6 Prozent. Um das „echte“ (reale) Wachstum zu ermitteln, müssten Sie die (Erzeugerpreis-) Inflation ermitteln und von diesem Wachstum abziehen. Die Erzeugerpreisinflation liegt derzeit bei fast 9 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Nominal Wachstum würde das reale „Wachstum“ also im Minusbereich landen!

Politik des schönen Scheins ist zum Maßstab geworden

Aber wen interessieren heutzutage schon reale Dinge, wo in der Politik der schöne Schein zum höchsten Gut erklärt wurde? Für die Schuldentragfähigkeit von Staat und Wirtschaft ist das nominale Wachstum (alias „schöner Schein“) entscheidend. Solange mit den Schulden die Preise und damit die Umsätze bzw. Steuereinnahmen steigen, ist vordergründig alles gut. Das ist wie in „Des Kaisers neue Kleider“. Der Typ ist nackt. Jeder weiß es, aber keiner spricht es aus.

DAX Tageschart: Kommt am Gipfel nicht weiter voran

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Quelle: stockcharts.com

Als Anleger müssen Sie jetzt besonders aufpassen!

Einen echten Haken hat diese ganze Entwicklung für Anleger aber dann doch. Die Börse weiß bereits, dass die gewerbliche Wirtschaft boomt. Dieser Umstand ist in den Kursen bereits vollständig enthalten. Nicht zufällig steht der DAX ja nahe seiner Allzeithochs, während seit Monaten nicht mehr viel geht (siehe Chart oben)

Da nicht damit zu rechnen ist, dass sich dieser Boom weiter ausweitet (Stichwort „Vierte Welle“ und Diskriminierung „Ungeimpfter“), besteht ab hier für den DAX ein erhebliches Crashrisiko.

Auf jeden Fall bietet es sich unter diesen Bedingungen weiterhin nicht an, in den Index zu investieren. Hier haben höchstens kurzfristige Trader mit einem sehr guten Timing Spaß.

DAX Zeitung – skywalker_ll ado

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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