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BMW-Aktie: Konzern will künftig auf grünen Stahl setzen!

Inhaltsverzeichnis

Die Elektromobilität soll dazu beitragen, unseren Planeten ökologischer zu machen, so zumindest die derzeit gängige Werbebotschaft der Autobranche. Das ist natürlich schön und gut.

Was viele aber nicht auf dem Schirm haben: Die größte Emissionsquelle ist nicht das Auto selbst, also dessen Betrieb. Es ist die Wertschöpfungskette, die kumuliert den größten CO2-Fußabdruck hinterlässt.

Großer Optimierungsbedarf bei Lieferketten

Angefangen bei der Förderung der Rohstoffe – bis hin zur Endmontage fallen große Mengen an CO2-Emissionen an. Die Autobranche muss deshalb mit Blick auf den Zeitgeist nicht nur einfach auf E-Autos setzen, sondern ihre gesamten Lieferketten klimatechnisch optimieren.

Das ist eine enorm große Herausforderung, die Milliardeninvestitionen verschlingen wird. Als Anleger sollten Sie das unbedingt berücksichtigen. Denn daran entscheidet sich nicht zuletzt die Zukunftsfähigkeit entsprechender Aktien.

BMW setzt auf grünen Stahl

Beispiel BMW: Mitte letzter Woche hat der deutsche Konzern eine ambitionierte Pressemitteilung veröffentlicht. Demnach will der Autohersteller bereits ab 2025 Stahl beziehen, dessen Herstellung bis zu 95 Prozent weniger CO2 verursacht und keine fossilen Rohstoffe wie Kohle benötigt.

Sie werden es schon ahnen: Es geht um Wasserstoff. Wird dieser mit Erneuerbaren Energien erzeugt (Elektrolyse), gilt er als „grün“. Ebensolcher Grünstrom-Wasserstoff eignet sich auch zur Herstellung von Stahl, welcher dann ebenfalls das Attribut „grün“ erhält.

Konkret wird BMW hier mit dem schwedischen Start-up H2 Green Steel kooperieren. Der Ökostrom soll indes aus der nordschwedischen Provinz Norrbotten stammen. Dort, nahe des Polarkreises, gebe es ausgezeichnete Bedingungen für Wasser-und Windkraft, betont BMW.

Recyclingquoten müssen erhöht werden

Und: Zusammen mit dem Partner will man einen geschlossenen Materialkreislauf schaffen, in dem die Rohstoffe auch mehrfach genutzt werden können. Das heißt: BMW wird nicht nur grünen Stahl verwenden, sondern auch recycelten.

Hierfür soll H2 Green Steel Blechreste wiederverwerten, die in den BMW-Presswerken etwa beim Ausstanzen der Türen entstehen. Das Start-up wird diese Abfallstoffe so aufbereiten, dass sie als neue Stahlrollen wieder an die Werke geliefert werden können. BMW schätzt, dass man damit die CO2-Emissionen bei Sekundärstahl um 50 bis 80 Prozent reduzieren könne.

Ambitionierte CO2-Pläne

Insgesamt will BMW den CO2-Fußabdruck in seiner Stahllieferkette bis 2030 um etwa 2 Millionen Tonnen senken. Eine ambitionierte Zielsetzung, die laut Umweltschützern auch dringend nötig ist. Denn: Stahl galt bis dato aufgrund seiner besonders energieintensiven Herstellung als einer der Hauptverursacher der weltweiten CO2-Ausstöße.

Gleichzeitig ist der Werkstoff für die Autobranche unverzichtbar und dürfte auch in künftigen Fahrzeuggenerationen kaum an Bedeutung verlieren.

Mein Fazit für Sie

BMW geht hier den richtigen Weg. Das Unternehmen hat angesichts des politischen Drucks auch kaum eine andere Wahl. Anleger müssen sich aber im Klaren sein, dass grüner Wasserstoff und damit auch grüner Stahl in der Herstellung wesentlich teurer sind als kohlebasierter Stahl.

Die Gesamtkosten des Konzerns dürften sich deshalb zumindest kurzfristig erhöhen, trotz möglicher staatlicher Hilfen. Auf langfristige Sicht aber rechnen Experten damit, dass grüner Stahl auch wirtschaftlich attraktiver wird.

Das hat zum einen mit dem Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur sowie dem technologischen Fortschritt zu tun. Zum anderen sorgen regulatorische Mittel wie etwa der CO2-Preis dafür, dass konventioneller Stahl sukzessive teurer wird.

BMW fährt also auf der richtigen Spur.