Bayer Aktie: Der Durchbruch – und weitere Fragezeichen

Auf dem Bild ist ein Gebäude mit einem großen, kreisförmigen Bayer-Logo auf dem Dach zu sehen.
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Der Kurs der Bayer Aktie konnte nach der Verkündung des Sammelvergleichs bei den Monsanto-Klagen deutlich um gut fünf Prozent zulegen und notierte am Ende des gestrigen Handelstages fast bei 50 Euro – so hoch wie seit 2023 nicht mehr. Doch heute Vormittag ist das Papier von Bayer deutlich um sieben Prozent gesunken und notiert aktuell wieder bei 45 Euro (Stand: 18. Februar 2026, ca. 10 Uhr).

Mit dem Sammelvergleich für aktuelle und künftige Klagen zu Glyphosat hat Bayer den nächsten Schritt gemacht, um das Thema hinter sich lassen zu können. Seit Monaten beflügelt die Aussicht auf ein mögliches Ende der Rechtsstreitigkeiten die Bayer Aktie. Durch die Rally spielen jedoch zum einen kurzfristige Gewinnmitnahmen eine Rolle. Zum anderen müssen dem Vergleich erst noch genügend Kläger zustimmen.

Bayer zahlt und erhöht die Rückstellungen

Der Sammelvergleich zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten umfasst ein Volumen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar – zahlbar über maximal 21 Jahre. Wichtig für Bayer: Der Vergleich bezieht sich auf aktuelle, aber auch auf mögliche künftige Klagen Pflanzenschutzmittel Glyphosat.

Im Rahmen dieser Entwicklung hat Bayer nun auch die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 7,8 Milliarden Euro auf 11,8 Milliarden Euro erhöht. Der Sammelvergleich ist ein bedeutender Schritt für den DAX-Konzern. Allerdings steht noch die Bestätigung des Gerichts in Missouri aus und dem Vergleich müssen genügend Kläger zustimmen. Daneben wartet Bayer parallel auf die Grundsatzentscheidung des obersten US-Gerichtshofs, welche für Juni erwartet wird.

Bayer Aktie: Viel Optimismus und offene Fragen

In den letzten drei Monaten hat die Bayer Aktie bis zum Mehrjahreshoch gestern gut 80 Prozent zugelegt. Die Rally zeigt, wie sehr Anleger und Analysten ein Ende der kaum zu kalkulierenden Klagen in den USA herbeisehnen und wie groß die Hoffnung geworden ist. Der heutige Einbruch im Vormittagshandel belegt jedoch auch die Fragilität.

Denn abgesehen davon, dass es auch in den nächsten Jahren sehr teuer für den Konzern wird, sind hier noch längst nicht alle Fragen geklärt. Das Grundsatzurteil des Supreme Courts ist weiterhin von Bedeutung und läuft laut Bayer parallel zur Vergleichs-Strategie. Bei den Analysten herrscht ebenfalls nicht überall Euphorie: So hat beispielsweise die UBS heute das Kursziel für die Bayer Aktie bei 32 Euro und die Einstufung „Neutral“ bestätigt.

Jahreschart Bayer Aktie, Quelle: https://aktienscreener.com