BASF mit Gewinneinbruch – was macht die Aktie?

BASF mit Gewinneinbruch – was macht die Aktie?
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Dass die Quartalszahlen bei BASF nicht gerade berauschend ausfallen würden, war im Vorfeld bereits klar. Denn vor etwa 2 Wochen hat der Chemie-Gigant aus Ludwigshafen die Ziele für das Gesamtjahr kassiert und auf die schwache Nachfrage verwiesen.

Mit den endgültigen Zahlen zum 2. Quartal hat sich das wenig überraschend bestätigt. Umsatz und Gewinn des DAX-Konzerns liegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums – und im 2. Halbjahr rechnet BASF eher mit einer „zaghaften Erholung“. Einige Anleger nutzen den Quartalsbericht dennoch zum Einstieg, auf lange Sicht ist bei der BASF-Aktie ohnehin Potenzial vorhanden.

BASF mit erwartet schwachen Quartalszahlen

Mit 17,3 Milliarden Euro ist der Umsatz im 2. Quartal um knapp 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken. Beim Gewinn war der Einbruch noch deutlicher: Nach rund 2 Milliarden Euro Gewinn in Q2 von 2022 betrug dieser für die Monate April bis Juni 2023 nur noch 499 Millionen Euro – ein Minus von 76 Prozent.

Die Gründe dafür sind in erster Linie die weiterhin schwächelnde Nachfrage nach BASF-Produkten. Laut Konzern betrifft dies alle Abnehmer außer die Automobilindustrie und vor allem den für den DAX-Konzern wichtigen Markt China. Die Jahresziele hatte BASF bereits vorher kassiert – man rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 73 und 76 Milliarden Euro sowie mit einem operativen Ergebnis zwischen 4,0 und 4,4 Milliarden Euro.

BASF reagiert auf die anhaltend schwache Nachfrage mit der Ausweitung des Sparprogramms. Unter anderem durch den Abbau der Lagerbestände sollen die Fixkosten des Unternehmens ab sofort sinken und ab 2026 jährlich 1 Milliarde Euro eingespart werden.

BASF-Aktie mit Risiken – und auch Chancen

Zunächst hat die BASF-Aktie kaum auf das frische Zahlenwerk reagiert – hier ist schon eine Menge eingepreist. Im Vormittagshandel ist das Papier dann sogar um gut 3 Prozent nach oben geschnellt. Kurzfristig sollten Anleger eher vorsichtig sein, denn bislang ist noch kein Licht am Ende des Nachfrage-Tunnels zu sehen. Auch BASF selbst rechnet nicht mit einer deutlichen Erholung im 2. Halbjahr 2023.

Bei der Langfrist-Perspektive bietet die Aktie jedoch Chancen. Durch die schwache Performance der letzten Jahre und der dadurch eher niedrigen Bewertung hat die BASF-Aktie Aufholpotenzial. Dabei sollten Anleger die Risiken der konjunkturanfälligen Chemie-Branche nicht außer Acht lassen. Außerdem: BASF setzt auch für die Zukunft stark auf den chinesischen Markt und tätigt dort in den nächsten Jahren Milliarden-Investitionen. Das kann sich auszahlen, die Taktik ist aber vor allem politisch gesehen nicht ohne Risiken.

BASF-Aktie, 3 Jahre – Quelle: https://aktienscreener.com/