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BASF-Aktie: Jahresbilanz am Freitag – das sollten Sie jetzt wissen!

Inhaltsverzeichnis

Die BASF ist ein Urgestein. Seit nunmehr knapp 160 Jahren ist der Konzern aus Ludwigshafen eine unverzichtbare Säule der deutschen Wirtschaft. Zu Beginn der Corona-Pandemie geriet diese Säule ins Wanken. Doch inzwischen hat sich der wichtige Komponenten- und Chemiehersteller wieder aufgerafft.

Am Freitag will die BASF nun ihren Jahresbericht zu 2021 vorlegen. Grund genug, dass wir uns heute den Traditionskonzern einmal genauer anschauen und vor allem die starken Perspektiven der Dax-Aktie hervorheben.

BASF – der Global Player

Zunächst für Sie zur Einordnung: Die BASF ist nicht nur für die deutsche Wirtschaft ein Zünglein an der Waage. Auch weltweit ist der Mega-Konzern ein essenzieller Player. Mit seinen rund 110.000 Mitarbeitern sind die Ludwigshafener rund um den Globus mit Produktionsstätten zugegen und beliefern nahezu alle Branchen mit Zwischenprodukten und Chemikalien.

Das ist sogleich die wichtigste Erkenntnis, die Sie bezüglich der BASF-Aktie haben sollten. Als Zulieferer der Weltwirtschaft ist der Konzern extrem konjunkturabhängig: Läuft die weltweite Konjunktur gut, läuft es also auch für die BASF gut.

Chemiegigant in Q3 2021 wieder auf Kurs

Das hat sich im dritten Quartal 2021 abermals bewahrheitet. Durch den allgemeinen Aufschwung konnten die Ludwigshafener in Q3 ihren Umsatz um 42 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal steigern. Doch nicht nur das: Auch die Profitabilität verbesserte sich deutlich. So lag das Ergebnis je Aktie bei 1,36 Euro – nach -2,31 Euro in Q3 2020.

Hier kam dem Konzern zugute, dass man relativ frühzeitig auf die Pandemie mit einem weitreichenden Sparprogramm reagiert hatte. Dabei ging es unter anderem um Maßnahmen in Sachen Digitalisierung und Produktionsautomatisierung.

Hoffnung auf Freitag

Interessant ist aber vor allem der Blick auf das Gesamtjahr 2021. Hierzu will der Konzern am Freitag schließlich seinen Offenbarungseid leisten. Die BASF hatte zuletzt die Ziele für das vergangene Jahr mehrmals angehoben. So rechnet der Chemiekonzern mittlerweile mit einem Umsatzanstieg auf 76 bis 78 Milliarden Euro (2020: 59,1 Mrd. €).

Das bereinigte Betriebsergebnis EBIT soll sich zwischen 7,5 und 8.0 Milliarden Euro einpendeln. Das wäre nicht nur deutlich mehr als im Corona-Jahr 2020 (3,6 Mrd. €), sondern auch ein Fortschritt gegenüber dem Vorkrisenniveau 2019 (4,6 Mrd. €). Die Anleger dürfen am Freitag also auf starke Wachstumszahlen hoffen. Das könnte der Aktie durchaus Antrieb verschaffen.

Achtung Risiko

Gleichzeitig gibt es aber auch Risikofaktoren, die Sie definitiv kennen sollten. Auch die BASF leidet unter den höheren Kosten für Strom, Gas und weitere Rohstoffe.

Hier könnte es im schlimmsten Falle zu einer negativen Überraschung kommen, die freilich den Aktienkurs unter Druck setzen könnte. Der Chemie-Lobbyverband VCI jedenfalls rechnet erst im Sommer 2022 mit einer Entspannung des Beschaffungsmarktes.

Analysten positiv gestimmt

Die Analysten aber schreiben der Aktie trotzdem Kurspotenzial zu. Laut Marketscreener liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten rund 16 Prozent über dem Niveau von Montag. Die meisten Analysten empfehlen demnach eine Aufstockung.

JPMorgan etwa erwartet für Freitag starke Q4-Zahlen, die sogar leicht über den Prognosen liegen könnten (via dpa-AFX). Der Analyst Peter Spengler von der DZ Bank schürt übrigens auch für das laufende erste Halbjahr 2022 Hoffnung. So könne die BASF immer besser steigende Rohstoffkosten an seine Kunden weitergeben – etwa bei Basischemikalien, Pigmenten oder Kunststoffen.

Zuversicht gibt es auch in Sachen Autobranche. Die BASF beliefert diesen Industriezweig mit wichtigen Komponenten wie Kunststoffen, Lacken, Pigmenten, Katalysatoren, Kraftstoffadditiven, Bremsflüssigkeiten und Ölen. Allmählich zeichnet sich in der Autoindustrie eine Erholung der Produktion infolge der Chip-Krise ab. Das dürfte auch die Absätze der entsprechenden BASF-Produkte wieder stärken.

Wachstumsfantasie Elektromobilität

Apropos Autobranche: Hier offenbart sich für die BASF-Aktie langfristiges Wachstumspotenzial.  Die Ludwigshafener produzieren inzwischen nämlich auch Batteriekomponenten – sogenannte Kathodenmaterialien. Dazu zählen zum Beispiel chemische Verbindungen aus den Rohstoffen Lithium, Nickel, Mangan, Kobalt, Phosphat oder Eisen. Jene Materialien entscheiden über die Effizienz, Zuverlässigkeit, Lebensdauer und die Größe der Batterie.

Die BASF will bis 2030 bis zu 4,5 Milliarden Euro in Batteriematerialien investieren. Der Geschäftsbereich soll bis zum gleichen Jahr einen Umsatz von mindestens 7 Milliarden Euro generieren. Das größte Projekt ist eine Kathodenfabrik in der brandenburgischen Schwarzheide.

Hinzu kommt, dass der Konzern auch beim Thema Recycling so richtig durchstartet. Hierfür kooperiert man mit dem chinesischen Akku-Hersteller CATL. Zusammen wollen die Partner die Batterierohstoffe recyceln und sich damit langfristigen Zugang zu diesen wichtigen Ressourcen verschaffen. Damit sichert sich der Konzern auch gegen die hoch volatilen Rohstoffpreise ab.

Mein Fazit für Sie

Die BASF wird in den nächsten Jahren unverzichtbar für die Weltwirtschaft bleiben. Das allein gibt der Aktie Wachstumsfantasie. Interessant ist aber vor allem das Engagement rund um die boomende Elektromobilität. Der Konzern hat das Zeug, hier zu einem der weltweit wichtigsten Zulieferer zu werden. Diese Chance ist meiner Meinung nach noch nicht gänzlich im Aktienkurs eingepreist.

Nun aber steht erst einmal die Bilanzpräsentation am Freitag vor der Tür. Wir dürfen also gespannt sein.