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Allianz – Rekordergebnis, dicker Bonus für Vorstandschef, Aktie schwächer

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Kurz vor dem Wochenende hat die Allianz ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Der operative Gewinn stieg auf Rekordhöhe, der Jahresüberschuss sank aber um rund 3 Prozent. Gleichwohl wurde dem Vorstandschef Oliver Bäte ein ordentlicher Schluck aus der Bonus-Pulle genehmigt. Die Allianz Aktie schwächte sich im Tagesverlauf um knapp 4 Prozent ab – in etwa so viel  wie der Dax.

Allianz Gewinn auf Rekordhöhe

2021 war wohl für den Münchener Versicherungsriesen ein Prädikatsjahr. Denn in den Büchern stehen 13,4 Milliarden Euro Gewinn aus dem operativen Geschäft – ein Rekord. Zugleich sank der Jahresüberschuss um 3 Prozent im Vergleich zu 2020 auf rund 6,6 Milliarden Euro. Grund dafür sind die Rückstellungen in Höhe von 3,7 Milliarden Euro wegen der rechtlichen Auseinandersetzungen in den USA. Dort sind die Münchener unter heftigem Beschuss professioneller Investoren, wozu auch namhafte Pensionsfonds gehören, geraten. Diese hatten durch ihre Investments in die sogenannten Structured Alpha Fonds der Allianz Fondsgesellschaft AGI reichlich Federn gelassen – jede Menge Geld verloren also.

Jene Structured Alpha Fonds sind Hedgefonds für Institutionelle und andere Profis. Nach wie vor tun private Anleger gut daran, um solche höchst-riskante Spekulationen – falls sie denn überhaupt Zugang dazu haben – einen großen Bogen zu machen.

Die Älteren unter uns erinnern sich sicher noch gut an das Frühjahr 2020, als die Corona Pandemie Fahrt aufnahmen. Ab dem 21. Februar 2020 spielten die weltweiten Aktienmärkte verrückt. So fiel das deutsche Elite-Barometer Dax von knapp 13.600 Punkten auf rund 8.900 Punkte einen Monat später, also im März 2020. Um sich dann bis Mitte Januar 2021 auf knapp 16.200 Indexpunkte, dem All Time High, zu erholen.

Allianz Hedgefonds – bis 75 Prozent Wertverlust

Die Structured Alpha Fonds der Allianz kamen in jenem Frühjahr 2020 geradezu unter die Räder. Zwei Fonds im Volumen von 2,3 Milliarden Dollar wurden liquidiert. Alles in allem sollen sich die Verluste auf 75 Prozent der Anfangsvermögen belaufen. 25 institutionelle Investoren, wozu auch Pensionsfonds für Staatsbedienstete gehören, haben die Allianz auf Schadenersatz von 6 Milliarden Dollar verklagt. Als Risikovorsorge haben die Münchener im Jahr 2021 rund 3,7 Milliarden Euro zulasten des Jahresüberschusses zurückgelegt.

CEO Bäte verdient 23 Prozent mehr

Trotz des Desasters bei der Allianz Fondsgesellschaft AGI und der damit verbundenen milliardenschweren Rückstellungen darf Allianz Vorstandschef Oliver Bäte einen ordentlichen Schluck aus der Pulle nehmen. Alles in allem überweisen ihm die Münchner für das Jahr 2021 nahezu 7,9 Millionen Euro, um die 23 Prozent mehr als im Jahr zuvor, als Bäte ebenfalls beachtliche 6,4 Millionen Euro erhielt.

Eher bescheiden ist der bereits vereinbarte Zuwachs des Grundgehalts um 200.000 Euro auf 1,9 Millionen Euro. Schon beachtlicher Zuschlag des kurzfristigen Bonus’ auf 1,75 Millionen Euro von zuvor 1,25 Millionen Euro. Der sogenannte langfristige Bonus explodierte sogar um rund 800.000 Euro auf ca. 3,15 Millionen Euro.

Im Geschäftsbericht der Allianz ist allerdings zu lesen, dass sich der Rechtshändel in den USA durchaus negativ auf die langfristige Vergütung von CEO Bäte auswirken könnte in Form eines bis zu 25prozentigen Abschlags.