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Allianz: Dividendenperle mit Schönheitsfehlern

Inhaltsverzeichnis

Die Zahlen der Allianz in der vergangenen Woche fielen durchaus gemischt aus, aber zwischen Licht und Schatten gibt es nach wie vor jede Menge Potential für die Aktie.

Licht- und Schattenseiten der Quartalszahlen

So konnte der Münchner Versicherungskonzern zwar im Q2 seinen Umsatz um ca. 8% steigern, aber der operative Gewinn, gerade im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft ging um 13% nach unten.

Lediglich dank geringerer Katastrophenschäden, im Schaden- und Unfallbereich, konnte somit der Gewinn um 21% gegenüber dem Jahr 2021 gesteigert werden.

Zu den Schattenseiten zählen aber sicher die Abschreibungen auf Kapitalanlagen und weiteren belastenden Effekten, die einen Gewinnrückgang um 25% nach sich zogen auf 1,7 Mrd. Euro. Die Sonnenseite, der operative Gewinn, wuchs indessen um 5% auf 3,5 Mrd. Euro.

Also ist vor allem das Tagesgeschäft nach wie vor sehr stark und nur der Überschuss rückläufig. Eine Tatsache, die vor allem dahingehend Beachtung finden muss, da der Versicherungsgigant den Teilverkauf seines Russlands Engagements erst im Q3 so richtig spüren dürfte und jetzt schon Belastungen von ca. 400 Mio. Euro erwartet.  

Ärger rund um Allianz-Tochter lässt nach

Zumindest aber scheint indes der Ärger um den Hedgefonds der Konzerntochter Allianz Global Investors (AGI) allmählich abzuebben.

So hatte man sich ja bereits im Mai in den USA als „schuldig“ im Bereich des Wertpapierbetruges bekannt und Entschädigungen und Geldbußen in Summe von 5,6 Mrd. Euro verbuchen müssen, nach dem Großinvestoren und Pensionsfonds Klage gegen AGI – Hedgefonds bei den US-Justizbehörden und der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hatten.

Dividende wie gewohnt ausbezahlt und Jahresziele bleiben

Trotz all dieser Unruhen im Konzern, war es dem Vorstandvorsitzenden Oliver Bäthe allerdings immer wichtig, den Aktionären trotz der immensen Milliardenbelastungen zuzusichern, dass die Dividende davon nicht betroffen wird.

Bereits im Mai kam somit die Ausschüttung der Dividende für das Jahr 2021 mit 10,80 Euro auch bei den Aktionären an und bietet somit eine stattliche Rendite von gut 6,2%.

Zudem auch bei Vorlage der aktuellen Quartalszahlen vom CEO erneut zu vernehmen war, dass er den Konzern nach wie vor auf Kurs sieht und die Jahresziele erreicht werden sollen. An den Zielen für 2022, einen operativen Gewinn von 12,4 bis 14,4 Mrd. Euro zu erwirtschaften, wurde ebenfalls festgehalten.

Analysten präsentieren sich optimistisch

Doch Worte allein reichten den Anlegern in der ersten Reaktion nicht, die Aktie wurde zumindest leicht abgestraft. Trotzdem scheinen vor allem die Analysten den Glauben an die Allianz nicht verloren zu haben. Das Investmenthaus Jefferies bleibt weiterhin bullish auf das Unternehmen bei einer Empfehlung die Aktie zu kaufen und einem Kursziel von 240 Euro.

Kurz darüber liegt die Schweizer Großbank UBS, ebenfalls mit einer Kaufempfehlung und dem Kursziel von 241 Euro. Die Deutsche Bank sieht ein Kursziel von 245 Euro, die Berenberg Bank von 264 Euro und Morgan Stanley von 250 Euro. Lediglich die US-Bank JPMorgan macht ein paar kleine Abstriche, belässt die Aktie auf „Neutral“ und einem Kursziel von 220 Euro.

Allianz bleibt Dividendenperle aus der ersten deutschen Börsenliga

Also scheint man von Bankenseite aus klar daran zu glauben, dass die Allianz auch in Zukunft ihre Ziele erreichen kann und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell aufweist.

Beim aktuellen Stand (Schlusskurs am 05.08.2022) von 177,14 Euro wäre somit noch einiges an Potential für die Aktie drin. Auch wenn die Zahlen jetzt zuerst einmal verdaut werden müssen, wird sich allerdings bei Einhaltung der Ziele des Vorstands, relativ schnell abzeichnen, dass die Allianz weiterhin auf Kurs ist und den Ruf einer „Dividendenperle“ durchaus verdient.