Deglobalisierung – die Rückkehr der Produktion
Über viele Jahre galt eine einfache Regel: Produktion wandert dorthin, wo sie am billigsten ist.
Deshalb verlagerte sich ein großer Teil der Industrie nach China und andere asiatische Länder. Niedrige Löhne und günstige Produktionsbedingungen machten das möglich.
Doch diese Phase der Globalisierung scheint sich gerade zu verändern.
Lieferketten werden neu gebaut
Die Corona-Pandemie, geopolitische Konflikte und Handelsstreitigkeiten haben gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sein können.
Viele Unternehmen denken deshalb um.
Ein neuer Begriff macht die Runde: Nearshoring. Damit ist gemeint, dass Firmen ihre Produktion wieder näher an ihre Absatzmärkte verlagern.
Produktion für die USA wandert also eher nach Mexiko oder innerhalb der USA. Produktion für Europa wird wieder stärker innerhalb Europas aufgebaut.
Sicherheit wird wichtiger als Kosten
Der entscheidende Wandel ist einfach: Sicherheit wird wichtiger als der letzte Cent Produktionskosten.
Unternehmen wollen vermeiden, dass politische Konflikte oder Transportprobleme ihre Lieferketten unterbrechen.
Deshalb investieren sie zunehmend in neue Fabriken näher an ihren wichtigsten Märkten.
Was das für Sie als Anleger bedeutet
Diese Entwicklung verändert die Weltwirtschaft langfristig.
Regionale Industrien gewinnen wieder an Bedeutung, während globale Lieferketten teilweise kürzer werden.
Mein Rat an Sie: Beobachten Sie genau, wohin Investitionen in neue Produktionskapazitäten fließen. Denn dort entstehen häufig auch die wirtschaftlichen Gewinner der nächsten Jahre.