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Lufthansa Aktie: Lufthansa Short-Kandidat: Auch Etihad wird keine Rettung sein!

Es ist eine spannende Woche für den DAX-Titel Lufthansa. Heute endet die vereinbarte Frist für die Schlichtung im Tarifstreit zwischen Lufthansa und ihren Piloten.

Die Airline scheint langsam genug zu haben vom jahrelangen Tarifstreit mit den Piloten, die im Branchenvergleich ohnehin schon zu den besserverdienenden Piloten gehören.

Vorab wurde schon einmal angekündigt, dass man Investitionen notfalls in Tochtergesellschaften mit günstigeren Tarifverträgen verlagern werde, sollte bei der Schlichtung ein zu teurer Tarifabschluss erreicht werden. Möglich wäre sogar eine Neugründung der Lufthansa.

Es ist offensichtlich, wie sehr der Lufthansa die überdurchschnittlich hohen Gehälter der Piloten zusetzen. Trotzdem bietet die Lufthansa jetzt 4,4% mehr Gehalt und eine Einmalzahlung an.

Die Gewerkschaft hingegen will 3,7% – allerdings jährlich und rückwirkend ab 2011. Das macht dann auf einen Schlag knappe 20% Gehaltsanstieg.

Die Gewerkschaft arbeitet mit falschen Zahlen – Lufthansa ist kaum profitabel

Die Argumentation der Gewerkschaft ist auf den ersten Blick stichhaltig. Seit 2011 hätte es keine Gehaltserhöhung gegeben, die Lufthansa seitdem aber 5 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Da wäre es doch nur eine Frage der Gerechtigkeit, die Mitarbeiter am Gewinn zu beteiligen.

Dabei wird jedoch unterschlagen, dass am Kapitalmarkt nicht die absolute Höhe des Gewinns interessiert, sondern der Gewinn in Relation zum eingesetzten Kapital. Und da sieht es ganz düster aus.

Im laufenden Geschäft machte die Lufthansa im vergangenen Jahr sogar einen Verlust von 26 Millionen. Dass überhaupt ein Gewinn von einer Milliarde Euro herauskam, lag nur an Steuererstattung von mehr als einer Milliarde Euro. Der Bilanzgewinn betrug dann am Ende 232 Millionen Euro.

Nicht schlecht – aber dafür setzte die Lufthansa 4.539 Millionen Euro Eigenkapital ein. Das ergibt eine magere Eigenkapitalrendite von 5,1%. Gefährlich wenig – und selbst diese magere Rendite wurde nicht im laufenden Geschäft erzielt.

2014 wurde im laufenden Geschäft ein Verlust von 732 Millionen gemacht, 2013 326 Millionen Gewinn, 2012 1 Milliarde Euro Gewinn und 2011 ein Verlust von 37 Millionen.

Sie sehen schon: Von 5 Milliarden Euro Gewinn ist die Lufthansa weit entfernt. Seit 2011 wurde 3x ein Verlust im laufenden Geschäft erzielt. Der Aktienkurs liegt heute fast 20% unter dem Niveau von Anfang 2011.

Lufthansa bleibt gar nichts anderes übrig, als an allen Ecken und Kanten zu sparen. Ein Lohnaufschlag von 20% für die Piloten dürfte den 2015 gemachten Verlust im operativen Geschäft glatt verdoppeln.

Retter Etihad? Die Kooperation dürfte vertieft werden, rettet Lufthansa aber nicht

Noch wichtiger als die Gehaltsverhandlungen mit der Gewerkschaft sind die Gespräche mit Etihad, zu denen es am Mittwoch eine gemeinsame Pressekonferenz geben soll.

Etihad ist Großaktionär bei Air Berlin und dringt auf den Ausstieg. Lufthansa ist Partner von Air Berlin, mietete z.B. bereits etliche Flugzeuge bei Air Berlin, und CEO bei Air Berlin ist ein ehemaliger Lufthansa-Manager.

Mindestens eine vertiefte Zusammenarbeit beider Airlines ist wahrscheinlich. Gemunkelt wird über eine Zusammenarbeit bei der Wartung und der Bordverpflegung und mehr gemeinsam abgewickelte Flüge. Das würde einen wichtigen Konkurrenten zumindest teilweise aus dem Spiel nehmen und damit den Preisdruck mindern.

Gut möglich, dass ein moderater Lohnabschluss, niedrige Ölpreise und eine Kooperation mit Etihad die Gewinnmargen erhöht. Doch wie immer gilt an der Börse, dass das Bessere Feind des Guten ist.

Selbst wenn bei der Lufthansa alles bestens läuft, ist kaum zu erwarten, dass sich die Aktie zu einem Überflieger entwickelt. Ich rate Ihnen daher dazu, sich lieber anderen Aktien zuzuwenden, bei denen Sie mit geringeren Risiken größere Chancen wahrnehmen können.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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