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DAX 40 : Dieses Problem lässt auch den neuen DAX alt aussehen

In meinem gestrigen Artikel schrieb ich Ihnen, dass der DAX seit Montag, den 20. September 2021, von 30 auf 40 Werte erweitert wurde und das damit grundsätzlich eine stärkere Diversifizierung (Risikostreuung) für Anleger einhergeht. Mehr Titel verteilen das Risiko einfach auf breitere Schultern.

DAX-Erweiterung: Mehr Titel, weniger Risiko?

Das kann man natürlich nur begrüßen. Allerdings bringt die Verschiebung in Richtung von mehr wachstumsstarken und jüngeren Mitgliedern wie dem Kochboxenanbieter Hellofresh und dem Onlinehändler Zalando wiederum neue Risiken mit sich. Vor allem im Falle eines längeren wirtschaftlichen Abschwungs, unter dem wachstumsstarke und naturgemäß hoch verschuldete Titel besonders leiden.

Da ist es wiederum ganz gut, dass die neuen im DAX nur einen überschaubaren Anteil haben. Die zehn neuen Werte werden insgesamt mit nur maximal 15 Prozent im Dax gewichtet. Allein Airbus dürfte dabei schon auf knapp fünf Prozent kommen. Das wiederum heißt, die Aufsteiger werden die DAX-Notierungen eher unwesentlich beeinflussen. Von Airbus einmal abgesehen. Und damit ist es mit der Risikostreuung für DAX-Anleger doch nicht so gut bestellt, wie es vielleicht scheint.

DAX bildet jetzt erstmals 80% der deutschen Börsenlandschaft ab

Dafür bildet der DAX künftig erstmals die deutsche Börsenlandschaft halbwegs akkurat ab. Während der alte DAX-30 nicht einmal zwei Drittel des gesamten Börsenwerts des deutschen Aktienmarkts abbildete, werden es im neuen DAX-40 um die 80 Prozent sein.

Gerade für Großanleger oder ETF-Investoren dürfte der Index somit etwas attraktiver werden. Denn diese kommen einem repräsentativen Investment in den deutschen Aktienmarkt künftig ein Stückchen näher. Auch wenn dieses „Stückchen“ durch die Unterrepräsentation der DAX-Neulinge kleiner ausfällt als es möglich gewesen wäre. Aber einen Tod musste die Deutsche Börse ja sterben.

Anlagestrategie: DAX allein reicht niemals aus

Als Anleger sollten Sie sich aber auch durch den erweiterten DAX nicht blenden lassen. Ein breit aufgestelltes Portfolio muss mehr als diesen Index umfassen. Zumal bei diesem noch ein anderes, großes Problem lauert.

Dieses Problem lässt auch den neuen DAX alt aussehen

Leider wurde ein grundlegendes Problem, das ich am DAX schon seit vielen Jahren kritisiere, auch diesmal nicht beseitigt. Der DAX erscheint viel besser als er tatsächlich ist, weil er ein Performance-Index ist.

Die Deutsche Börse hat den Index bei seiner Einführung vor mehr als 33 Jahren so konstruiert, dass ausgezahlte Dividenden einberechnet werden. Die machen einen Großteil der Entwicklung aus. Was wiederum heißt: ohne Dividenden sähe der DAX alt aus. Mit Dividenden aber auch nicht wirklich herausragend.

Der DAX brachte Ihnen seit März 2000 nur magere 11% Gewinn

So ist der DAX seit dem Höhepunkt der Dotcom-Blase im März 2000 unter dem Strich um rund 130 Prozent gestiegen. Das ist viel schlechter als der US-Leitindex S&P 500, der sich seither mehr als verdreifacht hat (und der sich keine Dividenden einrechnen kann, da dies ein reiner Kursindex ist). Wenn wir Äpfel mit Äpfeln vergleichen, sehen wir sofort die Katastrophe: Der DAX-Kursindex hat seit März 2000 gerade mal elf Prozent an Wert gewonnen!

Aufgrund dieser extremen Unterperformance rate ich meinen Lesern von jeglichen langfristigen DAX-Engagements ab. Sei es mit ETF`s, Indexpapieren oder gar Sparplänen. Dafür gibt es wesentlich bessere Alternativen.

Börsendiagramme

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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