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Dax 30: DAX Analyse: Überhitzt, aber voll im Rally-Trend

Wie ich Ihnen gestern schrieb, laufen beim DAX derzeit Gewinnmitnahmen anstelle der von vielen Anlegern erwarteten Rallyfortsetzung. Denn zu viele Anleger hatten sich in der Hoffnung auf steigende Kurse nach der Wahl in Frankreich zuvor positioniert.

Wenn alle auf einer Seite im Boot hocken, dann kentert es meistens. Von „Kentern“ kann man nach den gestrigen milden Gewinnmitnahmen beim DAX aber noch nicht sprechen.

Ernüchterung: Macron bringt neue Spannungen in die EU

Die ersten (noch moderaten) Spannungen sind auch schon da (ebenfalls in meinem gestrigen Artikel angekündigt): Die deutsche Bundesregierung will den künftigen Präsidenten Frankreichs, Emmanuel Macron, zwar bei seinen Plänen für mehr Wachstum und Beschäftigung kräftig unterstützen (das heißt wohl: solange diese in Richtung Reformen zielen).

Allerdings lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel die von Macron geforderten Eurobonds (gemeinsame EU-Schulden) weiter strikt ab.

Das ist auch gut so: Eine Art Eurobonds gab es bereits vor einem Jahrhundert schon einmal. Während der Lateinischen Münzunion. Diese mutierten seinerzeit zu einem Selbstbedienungsladen der Südländer.

Schlussendlich führten sie zumindest indirekt in den 1. Weltkrieg. Wer Eurobonds fordert, ist entweder mindestens im Fach Geschichte unterbelichtet, oder er nimmt einen Krieg in Europa in Kauf. Gut, dass Merkel nicht zu diesem Club gehört. Damit zum Markt:

DAX: Charttechnisch „frei“, aber stark überhitzt

Der DAX ist zuletzt auf frische Allzeithochs oberhalb von 12.400 Punkten ausgebrochen, den ersten seit über zwei Jahren. Er hinkt damit zwar weiterhin mächtig dem US-Markt hinterher, versucht diese Scharte zuletzt aber durch eine steilere Rally wieder auszuwetzen.

Dabei ist es inzwischen zu einer extrem überhitzten Stimmung gekommen, die über kurz oder lang in eine scharfe Korrektur oder in eine langgezogene Konsolidierung führen wird.

Wann dieser Zeitpunkt kommt, wissen allein die Götter. Gerade Überhitzungsphasen dauern oft länger an als gedacht (wer erinnert sich noch an den „Neuen Markt“?).

DAX Tageschart: Kleiner Rücksetzer erlaubt, neue Hochs möglich

dax (002)

Kurzfristig sind diese DAX-Marken entscheidend

Halten wir uns also an die Chartmarken: Kann der DAX sein Ausbruchsniveau bei 12.400 Punkten verteidigen, geht die Rally weiter (eine kurze Wahlverschnaufpause wäre unkritisch).

Geschäftsmann mit Diagramm

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Neue Allzeithochs sind dann ausgemachte Sache. Die Bäume wachsen jetzt nicht mehr in den Himmel. Die 13.000er Marke sollte aber noch drin sein.

Sollte die 12.400 nach unten brechen, besteht die Gefahr eines Fehlausbruches samt anschließender Korrektur. Die nächste Auffangzone liegt dann bei 12.000 Punkten. Bricht auch diese, geht es tiefer auf 11.400 Punkte. Mehr Abwärtsspielraum sehe ich derzeit nicht.

Die Überhitzung kann noch bedeutend stärker werden

Allgemein hat der DAX derzeit das Problem, dass er sich zu weit von seiner trendführenden 200-Tage-Linie entfernt hat. 1500 Punkte sind schon eine Menge. Es geht aber auch noch deutlich mehr. Im April 2015 waren es in der Spitze 2500 Punkte.

Danach war für zwei Jahre Schluss it lustig und es ging in einem Bärenmarkt abwärts – in der Spitze um 3700 Punkte. Überhitzung kann aber auch durch ausgedehnte Seitwärtsphase abgebaut werden.

So oder so: Die Rally wird langsam ungesund, was zur Vorsicht mahnt. Engere Stopps sind angebracht. Ggf. auch das Ausweichen auf weniger überhitzte Märkte, die es auch in Europa gibt.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

 

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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