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Dax 30: DAX-Analyse: Jetzt Korrektur in Richtung 11.700 Punkte?

Der vergangene Freitag war kein guter Tag für den DAX. Der Index verlor weitere 1,7% an Wert, obwohl die US-Leitbörse nur leicht korrigierte. Schlimmer noch: Die Unterstützung bei 12.300 Punkten ist gefallen. Damit ist der DAX auf den Stand von Mitte April zurückgefallen. Er hat seit den neuen Allzeithochs Mitte Juni bereits 700 Punkte an Wert verloren.

Möglicherweise hing die Kursschwäche am Freitag mit dem kleinen Terminverfallstag zusammen. Da sich jedoch bereits seit mindestens vier Wochen eine auffällige Underperformance gegenüber dem US-Markt zeigt, der munter weiter gestiegen ist, während der DAX immer weiter fiel, gehe ich von einer anderen Ursache aus.

Euro-Rally belastet den DAX

Die zu schnelle Euro-Aufwertung dürfte meines Erachtens nach die Ursache für die DAX-Schwäche sein, da diese die Exportaussichten deutscher Großunternehmen schmälert. Zuletzt hatte die EZB zwar klargemacht, dass sie derzeit noch nicht über eine Zinswende diskutiert. Sie hatte aber auch gesagt, dass ihr Ziel allein die Preisstabilität sei (nach EZB-Lesart sind das 2 Prozent Geldentwertung jedes Jahr) und nicht Wachstum oder Beschäftigung.

Anders ausgedrückt heißt das nicht anderes, als dass Kollateralschäden durch eine Euroaufwertung in Kauf genommen werden. Dies scheinen die Spekulanten am Devisenmarkt als Einladung verstanden zu haben, den Euro noch höher zu treiben. Mittlerweile notiert die Gemeinschaftswährung auf dem höchsten Stand seit über zwei Jahren nahe 1,17 zum US-Dollar, was dem DAX zu schaffen macht.

Gebert-Indikator mit Verkaufssignal seit Anfang Juni

Die Euro-Stärke ist übrigens auch der Grund, warum er berühmte Gebert-Indikator Anfang Juni für den DAX erstmals seit langer Zeit wieder ein Verkaufssignal generiert hat (damaliger Stand: 12.650 Punkte). Aktuell steht der Gebert bei 1 von 4 Punkten, was ein klares Verlaufssignal darstellt. Der Indikator ist für gewöhnlich sehr zuverlässig und hätte dem Anleger bisher nahezu jede größere Abwärtsstrecke erspart.

Besserung ist für den DAX erst Anfang November in Sicht, wenn die negative Saisonalität des Sommers endet. Dann kann eines der vier Punktesysteme wieder auf positiv umschalten, was mit 2 von 4 Punkten allerdings noch kein Kaufsignal für den DAX wäre. Nur, wenn dann auch die Inflationsrate niedriger ausfällt als vor einem Jahr, die EZB die Zinsen nicht angehoben hat oder/ und EUR/USD wieder unter den Stand vor einem Jahr gefallen ist, ergibt sich ein neues Kaufsignal. Das bleibt abzuwarten.

DAX Tageschart: Jetzt Korrektur in Richtung 11.700 Punkte?

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Charttechnik: Bären im Vorteil, zunächst weiter abwärts

Unter charttechnischen Gesichtspunkten hat der DAX seine Mitte Juni begonnenen Korrektur mit dem schwachen Freitag ausgeweitet. Das Kursgeschehen der vergangenen Monate erscheint nun als Kopf-Schulter-Umkehrformation, die eine längere Korrekturphase über den Sommer eingeleitet hat. Das Mindestziel dieser Formation liegt bei 11.700 Punkten.

Diesem Bären-Ziel stellen sich allerdings recht starke Unterstützungen bei 12.000, 11.900 und 11.800 Punkten – also ein wahres Unterstützungsnest – entgegen. Und nicht zuletzt der Aufwärtstrend seit Anfang 2016. Die Bären mögen derzeit im Vorteil sein, doch die Bullen dürften bald zurückschlagen. Bis der Kampf entschieden ist, kann es aber noch eine Weile dauern.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

 

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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