Anleger bullish – doch Europa verliert etwas Glanz
Die jüngste Fondsmanager-Umfrage der Bank of America zeigt: Die Stimmung an den Börsen ist so positiv wie zuletzt im Februar (also kurz vor dem großen Kurseinbruch).
Der Aktienanteil in den Portfolios ist den vierten Monat in Folge gestiegen – aktuell sind im Schnitt 14 % mehr Fondsmanager „übergewichtet“ in Aktien als „untergewichtet“. Historisch gesehen ist da zwar noch Luft nach oben (Durchschnitt: 25 %), doch die Richtung ist klar.
Die Cashquote – also der Anteil der liquiden Mittel – liegt mit 3,9 % weiter auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch Rezessionssorgen lassen nach: Nur noch 5 % erwarten eine „harte Landung“ der Weltwirtschaft.
Anleger optimistisch, Zinshoffnungen und China geben Rückenwind
Der größte Treiber: Die Hoffnung auf fallende Zinsen. Ganze 78 % der Befragten rechnen innerhalb der nächsten zwölf Monate mit niedrigeren US-Kurzfristzinsen – der höchste Wert seit Ende 2024. Hintergrund ist unter anderem die Erwartung, dass der nächste Fed-Chef, vermutlich Christopher Waller, stärker auf geldpolitische Lockerung („Quantitative Easing“) setzen könnte.
Auch China sorgt für gute Laune: Die Wachstumserwartungen für die zweitgrößte Volkswirtschaft steigen nun schon den fünften Monat in Folge. Einziger Dämpfer: Die Inflationserwartungen klettern – netto 18 % erwarten höhere Teuerung, nach 6 % im Juli.
Europa schwächelt leicht – Deutschland stützt
Bei der regionalen Gewichtung bekommt Europa etwas weniger Zuspruch. Nur noch 35 % (zuvor 44 %) erwarten hier in den nächsten zwölf Monaten mehr Wachstum. Der Blick ins Jahr 2026 ist jedoch deutlich positiver – vor allem dank Deutschlands Fiskalpaket und einer lockereren EZB-Zinspolitik.
Deutschland bleibt die beliebteste Region in Europa. Weniger gefragt ist die Schweiz, die unter US-Zöllen leidet. Kapital floss zuletzt aus europäischen Aktien in Emerging Markets.
„Magnificent 7“ bleiben gefragt
Der beliebteste Trade sind weiterhin die „Magnificent 7“ – große US-Techwerte wie Apple, Microsoft & Co. Über die Hälfte der Fondsmanager sieht keine Blasengefahr und glaubt, dass Künstliche Intelligenz die Produktivität schon messbar steigert. Paradox: Über 90 % halten US-Aktien insgesamt für überbewertet.
Bei Rohstoffen setzen knapp 50 % auf Gold, bei Kryptowährungen liegt die durchschnittliche Quote bei 3,2 %. Die Sorge vor einer zollbedingten Rezession sinkt, während Inflationsrisiken leicht zunehmen. Die erwartete US-Zollrate liegt bei 15 % – und laut der Hälfte der Befragten ist davon an den Märkten „kaum etwas eingepreist“.