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2023: Erstens kommt es anders, und zweites als man denkt!        

Inhaltsverzeichnis

Hier ist, was wir aktuell wissen: Die Börsen haben ein ganz bestimmtes Szenario eingepreist. Dieses Szenario lautet: Die US-Notenbank wird die Zinsen jetzt noch 2x anheben und dann den historischen Zinserhöhungszyklus beenden. Denn die Inflation wird sinken. Und wenn es zu einer Rezession kommen sollte, wird diese „flach und kurz“ ausfallen.

Als Börsianer müssen wir uns also nun fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass genau dieses Szenario in 2023 eintritt? Davon wird Ihre Anlagestrategie abhängen. Tritt das oben genannte Szenario ein, dann dürfte es in der Realwirtschaft ab 2024 bereits wieder nach oben gehen. Die Börsen würden dies mit Kursanstiegen in 2023 antizipieren.

Die Börse erwartet keine tiefe Rezession

Tritt das oben genannte Szenario nicht ein und wird auf der negativen Ebene verfehlt, dann werden wir eine weitere Abwärtsbewegung sehen, die den S&P 500 Index bis in die Zone von 3.200 bis 3.000 Punkte drücken kann. In diesen Bereich fallen die Argumentationen, dass die Rezession nicht „kurz und flach“, sondern „lang und tief“ auffällt. Oder dass die Notenbank die Zinsen länger auf hohem Niveau hält, um eine Echo-Inflation zu vermeiden.

Die dritte Option: Wird das Szenario auf der positiven Ebene verfehlt, werden wir eine massive Rallye erleben, die niemand auf dem Schirm hat. Die aktuellen Wirtschaftsdaten geben noch keinen klaren Aufschluss, welches Szenario eintritt. Die dritte Option (eine positivere Entwicklung) ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

Ein guter Indikator, dass die dritte Option nicht eintritt: Die Entwicklung des Ölpreises. Wären die Perspektiven für die weltwirtschaftliche Entwicklung besser als aktuell antizipiert, würde der Ölpreis nicht nahe der Jahrestiefststände notieren. Ja, die US-Regierung hält den Ölpreis als Waffe gegen Russland künstlich niedrig. Aber würde die Weltwirtschaft in 2023 tatsächlich zu einem schnellen Rebound ansetzen, würde der Ölpreis deutlich höher notieren.

2023: Dies ist ein Markt für Trader

Bleiben also noch Optionen 1 und 2. Die Inflation wird sinken. Das ist sicher. Allein schon aufgrund der hohen Vergleichsbasis aus 2022. Aber: Das bedeutet nicht, dass die Inflation niedrig sein wird. Von den alten Inflationszielen um 2,0 % brauchen wir gar nicht zu träumen.

Die Inflationsrate in den USA dürfte sich um 4,0 % einpendeln. Denn die Trumpfkarten leicht zu korrigierender Inflationsfaktoren wie niedrigere Öl- und Gaspreise oder Immobilienpreise werden bereits ausgespielt. Es ist wesentlich einfacher, die Inflationsrate bei einem Ölpreisrückgang von 100 USD auf 75 USD/Barrel von 8,0 % auf 6,0 % zu senken, als von 4,0 % auf 2,0 %, wenn es um unflexible Faktoren wie Lohnpreisinflation geht.

Die Fragen lauten also: Können die Notenbanken mit 4,0 % Inflation leben und wie hoch stufen sie das Risiko einer Echoinflation ein? Und wie gut können Konsumenten und Unternehmen in dem höheren Inflations- und Zinsumfeld navigieren? Die Zahlen der jetzt anlaufenden Quartalsberichtssaison und – noch wichtiger – die Ausblicke der Manager werden uns hier wichtige Informationen liefern.

Fazit: All diese Punkte werden sich über das Jahr weiterentwickeln, verändern und verschieben. Das bedeutet: Flexibilität ist bei Anlegern in 2023 gefragt! Ich schreibe es Ihnen hier schon seit Wochen. 2023 ist ein Trader-Markt, wo sich Ihnen mit mittelfristigen Swing-Trades hoch attraktive Gewinnchancen eröffnen werden.