Wie Sie von "Seltenerden" profitieren können
David Fessler (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 5. November 2009, 16:00 Uhr
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mein amerikanischer Kollege David Fessler berichtet Ihnen heute über sog. "Seltenerden" und wie Sie hiervon profitieren können. Der zweite Teil von Investoren Wissen geht weiter auf die Hintergründe von Spekulationsblasen aus Sicht der Österreichischen Schule ein.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen.
Beste Grüße
Ich bedanke mich für die Zusendung des folgenden, zeitlosen Zitats, was sicher auch auf das Thema Geldanlage zutrifft:
Glück ist meist nur der Sammelbegriff für Tüchtigkeit, Klugheit, Fleiß und Beharrlichkeit...
Charles Franklin Kettering (1876.1958), amerik. Ingenieur und Erstentwickler der elektrischen Registrierkasse
was haben Ihr Handy, eine Euro-Banknote, Supraleiter, Glasfaserkommunikationssysteme und der Motor des Frontscheibenwischers Ihres Autos gemeinsam? Sie (und auch tausend andere alltägliche Produkte) enthalten winzige Mengen einiger der obskursten chemischen Elemente dieses Planeten.
Sie sind unter dem Ausdruck „rare earth metals" [Seltenerden, Anm. d. Ü.] oder einfach „rare earths" bekannt.
Was ist das Besondere an dieser Sache?
Einfach gesagt könnten moderne Bauteile im Wert von Billionen von Dollars nicht ohne deren Existenz gebaut werden. Diese „rare earths" sind ausschlaggebende Elemente in vielen Industrieprozessen und das United States Geological Survey [USGS, etwa "Geologischer Dienst der USA", Anm. d. Ü.] hat 17 von ihnen identifiziert.
Lassen Sie uns einen kurzen Blick auf die „rare earths" werfen, um eine Vorstellung dafür zu bekommen, wo diese Elemente überall vertreten und wie wichtig sie sind. Und natürlich um etwas zu tun, woran überhaupt nur die wenigsten Investoren denken: um aus ihnen Gewinn zu schlagen...
Kaum bekannte „rare earths"... Aus dem alltäglichem Leben kaum wegzudenken
Der Ausdruck „rare earths" kommt daher, dass die Mineralien, welche diese ungewöhnlichen Elemente enthalten, sehr selten waren, als sie das erste Mal in Ytterby in Schweden gefunden wurden.
Gemäß den Nummern 21, 39 und 57-71 im Periodensystem der Elemente gehören zu den meistgenutzten „rare earths" u.a. die folgenden Elemente:
- Cerium ist das am meisten vorkommende „rare earths"-Element. Es wird in den Katalysatoren der Automobilindustrie und in anderen Umweltschutzausstattungen verwendet. Es hilft dabei, die Schwefeloxid-Emissionen zu reduzieren. Außerdem wird es auch Dieselkraftstoff zugefügt, damit dieser besser verbrennt.
- Neodym wird in Magneten eingesetzt, um das Magnetfeld zu verstärken. Handys, Computer und Lautsprecher würden ohne Neodym-Magneten nicht existieren. Und Miniaturmotoren würden ohne dieses Element gar nicht existieren.
- Holmium hat die größte magnetische Stärke aller Elemente und wird in ärztlichen und zahnärztlichen Lasern sowie in Kontrollstangen für den Nuklearbereich genutzt. Es ist ebenfalls ein Farbstoff für Gläser
- Dysprosiums magnetische Eigenschaften machen es zu einem nützlichen Material für bestimmte Laser, Kraftstoffeinspritzdüsen für Dieselmotoren, CDs und andere Datensicherungsgeräte.
- Thulium ist eines der seltensten und teuersten „rare earths"-Metalle. Es hat einzigartige Eigenschaften, welche es ideal für den Einsatz in laserchirurgischen Instrumenten machen.
- Yttrium wird hauptsächlich genutzt, um rotes Phosphor für rote LEDs und Supraleiter nutzbar zu machen.
- Europium ist ein Schlüsselbestandteil in bestimmten Lasertypen und ist Teil eines chemischen Prozesses, welcher benötigt wird, um das Down Syndrom festzustellen.
- Erbium ist ein silberfarbenes Metall, welches in Fotofiltern und als Färbemittel in billigen Sonnenbrillen und in Juwelen genutzt wird. Es ist ebenfalls ein Schlüsselelement in optischen Verstärkern und wird für Glasfaserkommunikationssysteme genutzt.
Seltenerden und der China Faktor - schon wieder...
Obwohl die „rare earths"-Elemente in relativ hoher Konzentration in der Erdkruste vorkommen, wurde das Weltangebot bis 1948 hauptsächlich aus Sandlagern in Brasilien und Indien gewonnen. Aber in den 1950ern wurde Südafrika zum Hauptlieferanten und auch das Angebot der Vereinigten Staaten nahm bis in die 1980er stark zu.
Und obwohl es noch immer eine verbliebene Produktion aus diesen Quellen gibt, ist China an die Spitze der Produzenten gestürmt. Die „rare earths"-Metallproduktion des Landes lässt die der anderen Länder wie Zwerge erscheinen. Und wie Sie im Chart erkennen können, ist der rote Drachen für beinahe 95% der weltweiten „rare earths"-Produktion verantwortlich:
Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich die Nutzung der Seltenerden stark vergrößert, was sich in einer angespannten Nachschubsituation deutlich macht. Tatsächlich gibt es wachsende Bedenken, dass sich die Welt bald einer Verknappung gegenüber sehen könnte, welche auf über 40.000 Tonnen jährlich ansteigen dürfte. Da China beinahe zwei Drittel seiner eigenen Produktion selbst verbraucht, ist nicht schwer nachzuvollziehen, dass es die eigenen Interessen verteidigen will. Das Land legt große Vorräte an und fährt den jährlichen Export der „rare earths"-Elemente herunter. Eine große Sorge ist, dass innerhalb von ein paar Jahren China sich dazu entschließen könnte, alles was es produziert, selbst zu behalten.
Aufgrund dieser Bedrohung seitens Chinas steht der Seltenerden-Sektor unter Feuer, begleitet von einer weltweiten Nervosität im entsprechenden Explorationsbereich. Eine Mine in Kalifornien wird z.B. im Jahr 2012 wieder eröffnet und Australien legt gerade die größten „rare earths" Vorräte außerhalb Chinas an.
Drei Minenaktien für Seltenerden-Spekulanten
Unglücklicherweise haben die Chinesen bisher nicht die sich im Staatsbesitz befindende „rare earths"- Hi-Tech Firma Mongolia Baotou Steel in ein börsennotiertes Unternehmen umgewandelt, so dass wir deshalb keine Aktien kaufen können. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass man Aktien dieses Unternehmens angesichts der strategischen Bedeutung von Seltenerden und Chinas schwindenden Reserven jemals an der Börse wird kaufen können.
Aber viele andere „rare earth"-Minenaktien sind seit der Bekanntgabe Chinas im August (dass die Exportquoten geändert werden) um über 100% gestiegen. Hier sind ein paar Werte, die Sie sich näher anschauen sollten...
- Lynas Corporation: Das Unternehmen ist für die großen australischen „rare earth"-Vorräte in Mt. Weld verantwortlich. Die Aktien stiegen in den vergangenen 6 Monaten um über 141%.
- Avalon Rare Metals und Rare Element Resources sind zwei weitere Minen, welche einen großen Anstieg innerhalb der letzten sechs Monate hatten. Deren Aktienkurse sind um 510% bzw. 596% gestiegen.
Ich mahne jedoch zur Vorsicht: So wie beinahe alle Junior-Goldminenaktien sind alle drei genannten Werte wirklich hochspekulativ. Stellen Sie sich deshalb auf viel Volatilität ein und überlegen Sie genau, ob derartige Investments zu Ihnen passen.
Abgesehen davon gibt es nur einen kleinen Vorrat an Seltenerden und das bedeutet, dass es profitable Gelegenheiten geben wird, sobald neue Anbieter im Markt auftauchen und versuchen, die schwindenden Vorräte Chinas auszugleichen.
Erfolgreiches Investieren,
David Fessler
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dieter Schweiger (07.11. 2009 00:29 Uhr):
Ich vermisse bei der Aufzählung der "Seltenerde-Aktien" die Aktie von Arafura Resources, zumal die Chinesen auch in diese Aktie hoch eingestiegen sind und das Nolans Projekt über die meisten dort aufgeführten Seltenen Erden verfügt.
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