Insider im Fokus: Solarworld
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 7. Januar 2010, 14:30 Uhr
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derzeit bestimmt bei den TecDAX-Werten das Papier von Solarworld die Schlagzeilen. Dabei sind es neben vorläufigen Umsatzdaten zum Geschäftsjahr 2009 vor allem Neuigkeiten von und um den Unternehmenschef Frank Asbeck selbst, welche das Solarunternehmen schon seit Tagen im Gespräch halten.
Der Gründer und Großaktionär des Photovoltaik-Unternehmens will den Solarkonzern langfristig unter Kontrolle seiner Familie halten. "Nach meinem hoffentlich noch weit in der Ferne liegenden Lebensende wird das Aktienpaket in eine Stiftung eingebracht", sagte der 50-Jährige gestern gegenüber dem Handelsblatt.
An der Spitze der Ende vergangenen Jahres gegründeten Stiftung werde für einige Generationen ein Vertreter der Familien Asbeck stehen. Asbeck hält ein Viertel der Solarworld-Aktien und hat stets beteuert, an der Sperrminorität festhalten zu wollen. Mit den Erlösen aus der Beteiligung soll die Stiftung die Erforschung neuer Techniken für die Solarenergie fördern.
Unternehmen ist und bleibt Familiensache
Diese Ansage geht natürlich in Richtung all jener, die schon seit geraumer Zeit auf die Übernahme von Solarworld spekulieren. Seit Monaten reißen die Verkaufsspekulationen nicht ab. Erst in der vergangenen Woche wurde als mögliche Käufer der japanische Sharp-Konzern genannt. Asbeck betonte aber nochmals gegenüber dem Handelsblatt, dass der Konzern Familiensache sei und auch bleibe. Und diese Aussage unterstreicht er dieser Tage vehement durch Taten und Fakten.
Zunächst kündigte er an, dass Solarworld in 2009 die Umsatz-Milliarde knapp übersprungen habe. Zudem gab er zu verstehen, dass man das abgelaufene für die Branche doch recht schwierige Geschäftsjahr in den schwarzen Zahlen beendet habe. Auch wenn sich der Konzernlenker über die Höhe des Gewinns ausschwieg, Asbeck zieht damit offiziell in den Kampf.
Nach Einschätzung von Asbeck wird sich durch die anstehende Kürzung der Solarförderung in Deutschland der Ausleseprozess in der Branche beschleunigen. "Nur professionalisierte High-Tech-Unternehmen, die ihre Kosten im Griff haben, werden überleben", sagte Asbeck. Wichtig sei auch, in den technologischen Fortschritt zu investieren. "Wir müssen die Wirkungsgrade unserer Solarzellen erhöhen", sagte Asbeck. Mit diesem Qualitätsvorteil könnten sich deutsche Solarfirmen im Vergleich zur Konkurrenz aus Fernost besser positionieren.
Asbecks Blick geht diesbezüglich schon seit geraumer Zeit gen Osten. Vor allem die sonnenreiche Golfregion rückt für die deutsche Solarbranche ins Blickfeld. Mit rund 360 Sonnentagen im Jahr bietet die Region optimale Bedingungen. Seit längerem streben Saudi Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain, Oman und VAE den Ausbau erneuerbarer Energien und damit auch der Solarenergie an. So treibt derzeit vor allem das Wüstenemirat Katar seine Pläne zum Bau eines Solarkraftwerks im Wert von 1 Mrd. US-Dollar voran.
Asbeck reist mit Westerwelle nach Katar
Solarworld -Chef Frank Asbeck reist nach eigenen Aussagen noch am Mittwoch mit einer Delegation um Außenminister Guido Westerwelle (FDP) über die Türkei nach Saudi Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Region sei für die Photovoltaik sehr interessant. "Wir werden uns um Aufträge bemühen", sagte Asbeck. Zu dem von Katar geplanten Solarkraftwerk wollte er sich zwar nicht äußern, doch eins steht bereits fest: Solarworld plant den Ausbau der Siliziumkapazitäten über eine Beteiligung an einem neuen Werk in den Emiraten.
Auch der Aufbau der größten kristallinen Solarfertigung Amerikas spricht für Solarworld. Denn die USA werden mit einer neu installierten Leistung von sechs Gigawatt spätestens 2012 den deutschen Markt als die Nummer eins abgelöst haben. "Die Perspektiven der Solarbranche haben sich deutlich verbessert. Die sehr gut positionierte Solarworld bleibt ein Solar-Basisinvestment", so die Einschätzung der Experten von Der Aktionär. Dem kann ich nicht widersprechen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach