Die BRICs befinden sich im goldenen Machtkampf

in Kapitalschutz Akte zum Thema Gold
vom


Soweit ich sagen kann, hat Gold einen angemessenen Preis. Man kann davon heute ungefähr so viel kaufen, wie vor 500 Jahren... oder vor 2.000 Jahren, wenn wir schon dabei sind. Das ist das Schöne an Gold. Es bringt einem kein Geld, aber man kann damit auch kein Geld verlieren.

Der Goldpreis kann natürlich dennoch sehr stark schwanken. Beim letzten Bullenmarkt für Gold - von der Talsohle im Jahr 1967 bis zum Gipfel 1980 - ist Gold um 1550% gestiegen. Das war ein guter Zeitpunkt, um zu verkaufen, denn in den nächsten beiden Jahrzehnten hat sich der Goldpreis halbiert... und sich dann noch einmal halbiert.


Jetzt ist Gold wieder auf dem Weg nach oben. Vermutlich passt sich der Preis lediglich an die Inflation der letzten drei Jahrzehnte an. Aber vermutlich rechnet er auch damit, dass noch mehr Inflation vor uns liegt.

Soweit es um die vor uns liegende Inflation geht, bin ich mir nicht so sicher. Es liegt vermutlich noch eine lange, kalte und dunkle Phase der Krise vor uns, durch die wir hindurchmüssen, ehe wir die Hitze der Hyperinflation erreichen. Und dann... wer weiß? Wie die Herausforderungen, die ich angedeutet habe, zeigen, ist alles möglich.

Ich bin Gold gegenüber weder positiv noch negativ eingestellt. Ich weiß nicht, ob Gold steigen oder fallen wird. Aber was mein Vertrauen in die Menschen anbelangt, bin ich ohne Zweifel. Meiner Meinung nach würden die bekanntesten Ökonomen der Welt - insbesondere Ben Bernanke und Paul Krugman - vermutlich sehr gute Barkeeper abgeben. Sie sind sehr gut, wenn es darum geht, Liquidität zur Verfügung zu stellen und können nicht viel mehr. Sie haben keine Ahnung, was in der Welt der Finanzen los ist... und ihre Vorstellungen davon, was man tun sollte, werden die Sache mit Sicherheit noch schlimmer machen. Gleichzeitig habe ich auch das Gefühl, dass ich mich auch auf den Kongress und den Präsidenten verlassen kann. Das Land mag bereits mit 70 Billionen Dollar in der Kredie stehen (zumindest laut John Williams von ShadowStats)...aber sie werden mit Sicherheit weiter Geld ausgeben, bis das Land Pleite macht.

Normalerweise zeugt Macht Gold... und dann erzeugt Gold Macht... und dann werden Gold und Macht von jemand anderem in die Welt gesetzt. Die Welt steht niemals still, auch nicht für jemanden, der Krugerrands im Wert einer Million in seinem heimischen Safe hat.

Die BRIC- Staaten - Brasilien, Russland, Indien und China - erzeugen gerade Macht. Ihre Ökonomien wachsen viel schneller als die der entwickelten Ökonomien im Westen. Sie sind gewachsen, indem sie Produkte verkauft haben - häufig in Dollar. Damit blieben ihnen die Dollar als Finanzreserven. Sie haben nur wenig Gold.

Über eine lange Zeit waren Dollar so gut wie Gold" - oder zumindest fast. Aber jetzt muss das Machtverhältnis neu ausgearbeitet werden. Die BRIC-Staaten gewinnen Macht... aber sie stellen fest, dass sie immer noch Geiseln des amerikanischen Papiergeldes sind. Unvermeidlich werden sie dem jüngsten Beispiel Indiens folgen... genauso wie dem Beispiel praktisch jeden Landes, das im Laufe der Geschichte genug Macht bekommen hat. Sie werden ihre Goldvorräte aufstocken.

Eine aufstrebende Macht erwirbt Gold. Eine untergehende gibt es auf. Die Vereinigten Staaten haben mehr als 8.000 Tonnen Gold... das sind ungefähr 80% der Reserven. Gleichzeitig hat China - Amerikas wahrscheinlichster Rivale in Sachen Supermacht - nur 600 Tonnen Gold. Weniger als 1% der Reserven werden durch das gelbe Metall abgedeckt. Nimmt man alle BRICs zusammen, haben sie 1.500 Tonnen, weniger als ein Viertel des amerikanischen Bestands. Und in den BRIC-Staaten leben zehnmal so viele Menschen.

Die offiziellen Goldkäufe der Zentralbanken sind über viele Jahre negative gewesen. Sie sind es immer noch. Im dritten und vierten Quartal haben die Zentralbanken mehr Gold verkauft als sie gekauft haben. Stellen Sie sich einmal vor, was los wäre, wenn diese auf einmal positiv würden. Wenn die BRICs ihre Reserven nur auf die Hälfte des Niveaus der Vereinigten Staaten bringen wollten, dann müssten sie 2.500 Tonnen kaufen.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Hans Dieter Franke

Sie schreiben: Die BRIC- Staaten - Brasilien, Russland, Indien und China - erzeugen gerade Macht. Ihre Ökonomien wachsen viel schneller als die der entwickelten Ökonomien im Westen. Sie sind gewachsen, indem sie Produkte verkauft haben - häufig in Dollar. Damit blieben ihnen die Dollar als Finanzreserven. Dies kann arithmetisch nicht stimmen. Die Summe der Vermögen der russischen Oligarchen und der russischen Devisenreserven ebenso wie die Summe der Vermögen der chinesischen Princelings und der Devisenreserven kann nur nicht aus dem Export von Gütern stammen. Diese Summen überschreiten den Wert der Exporte bei Weitem. Zu beachten ist dabei dass Russland ausser Waffensystemen keine exportfähigen Güter herstellt, die mit added value dort produziert werden. Etwas an der BRIC Geschichte ist sprichwörtlich oberfaul.

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Kommentar von Andy

So oder so - die Amerikaner sind fein raus. Wenn der Dollar sich in Luft auflöst haben sie immer noch mehr Gold als alle anderen Staaten.

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Kommentar von Hertig Ulrich

in den 90er J. hat die SNB die Hälfte ihrer Goldreserven verscherbelt. Die Namen der sog. US-Berater wurden nie publik. Das war schlicht und ergreifend eine Erpressung und die CH-Regierung war schwach, insbesondere der Finanzminister. Man muss nur die Hintergründe dafür kennen

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