Aus dem Boden schießende Konjunkturprogramme…
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 16. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
... und die Wirtschaft des überraschend Normalen".
Wenn Sie keine Zeitungen lesen, dann laufen Sie Gefahr, etwas zu verpassen. Sicher, wenn Sie Zeitungen lesen, dann laufen Sie Gefahr, etwas mitzubekommen.
Aktuell gibt es nicht viel in den Finanznachrichten, worüber es sich lohnte einen Kommentar abzugeben.
Also will ich einen Kommentar zu etwas abgeben, das unterhalb des Kommentierungswürdigen ist... etwas, das so weit unten ist, dass man schon graben muss, um es zu finden... etwas, das so unwürdig ist, dass es schwer vorstellbar ist, dass ich es erwähnen sollte... etwas, das man in den Zeitungen findet.
Ich spreche - natürlich - von der Politik...
Das Liebesfest mit der Politik wird immer heißer. Die Drogen werden herumgereicht. Jetzt zieht man sich aus...
Frankreich hält seinen Kurs bei der wirtschaftlichen Unruhe", heißt es in einer Schlagzeile des International Herald Tribune. Kurs halten? Darauf können Sie wetten. Man subventioniert auch weiterhin, man rettet, schützt, verhätschelt und mischt sich auch auf andere Weise in die Wirtschaft ein - genauso wie man es getan hat, ehe die Krise begonnen hat. Wäre es nicht so, so fährt die Geschichte fort, dann wäre Frankreich vielleicht nicht eine der ersten Ökonomien gewesen, die es aus der weltweiten Rezession geschafft haben.
Anderseits hat sich Frankreich nie sehr stark verschuldet... also war man vielleicht von vorne herein der weltweiten Schuldenkrise nicht so sehr ausgesetzt.
Wie dem auch sei. Die Zeitungen wissen nicht, was das Problem ist. Aber sie sind überzeugt, dass die Einmischung der Regierung die Lösung ist.
Gegenüber bei der Financial Times muss Clive Crook schwer ausatmen. Er geht auch davon aus, dass der Abschwung" nach einem großen Konjunkturprogramm verlangt und dass die amerikanischen Bemühungen die schlimmste Rezession abwenden konnten. Dann erklärt er, dass die Konjunkturprogramme der Regierungsvertreter nicht wirklich die Konjunktur angekurbelt haben, sie haben einen Rückgang der Ausgaben auf Staatsniveau einfach verzögert. Die Steuereinnahmen sind zurückgegangen, die Bundesstaaten haben weniger Geld ausgegeben. Die Steuereinnahmen der Bundesstaaten sind in den vergangenen 12 Monaten um 87 Milliarden Dollar zurückgegangen - das war der größte je verzeichnete Einbruch. Die Regierungsvertreter haben das ausgeglichen, indem sie in großem Stile Geld ausgegeben haben.
Gleichzeitig heißt es von der New York Times, dass der Abschwung nun hinter uns liegen würde. Die Wirtschaft verhielte sich überraschend normal", heißt es.
Und der Wirtschaft der Vereinigten Staaten fehlen 11 Millionen Arbeitsplätze bis zur Vollbeschäftigung. Nichts daran ist sonderlich normal. Aber im Februar erlebte man einen unerwarteten Aufwärtstrend bei den Verbraucherkrediten, heißt es in der Times. Und die Arbeitslosenzahlen scheinen die Talsohle erreicht zu haben, fügt das Wall Street Journal hinzu.
Überraschend normal?
Nun, es gibt einen großen Unterschied zwischen etwas, das überraschend, zuversichtlich normal wirkt...und etwas, das wirklich normal läuft.
Und was ist der Unterschied?
Die New York Times hat Recht, es ist die Wirtschaft, die überraschend normal aussieht.
Zombies können auch überraschend normal aussehen. Wenn man sie sauber macht.
ähnliche Beiträge:
- "Boden noch nicht erreicht"
- Zitat des Tages: Grund und Boden
- Öl kommt nicht richtig vom Fleck
- Silber: Boden bei 30 US-Dollar
- Absurder Artikel in der International Herald Tribune
- Gold, Bilanzen und der Irak
- Auch Irland hat ein Fass ohne Boden
- Bildet die Börse einen Boden? Dieser Mann kennt die Antwort...
- Münzen auf dem Fußboden
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Harting (17.03. 2010 00:08 Uhr):
Auch niemand zu Hause. Wo sind sie denn alle? Wahrscheinlich lesen sie Zeitung, im Unterschied zu mir und einigen Freunden, denen auch alles entgeht. Dennoch wissen sie mehr als in den Zeitungen steht. Mein Luxus besteht darin, dass ich seit 2002 Bill Bonners Artikel in Deutsch lese. Und im Prinzip hat er oder haben Sie Recht. Das mit dem Trade des Jahrzehnts kann ich bezeugen: Er wurde geschrieben, allerdings mit immer wieder folgenden Hinweisen, dass er doch lieber hätte kaufen sollen, als Gold noch billiger war. Wenn man mich fragt, wie es mir gehe, sage ich künftig: Bei mir herrscht Vollbeschäftigung. Es gibt viel zu tun. Doch mir fehlen die Angestellten. Und wenn sie da wären, müssten sie ehrenamtlich arbeiten. Aber zu tun gäbe es genug. Und so ist es überall. Die Wiesen verkrauten, es gibt kaum noch Vieh, um die Obst- und Kastanienbäume liegen die Früchte verstreut, nur Wildschweine und Eichhörnchen haben Interesse. Das ist wirklich überraschend normal. Als ich Kind war, sah ich Reisende auf den Puffern zwischen den Waggons fahren, den kalten Sitz mit Decken gepolstert. Das war auch überraschend normal damals. Als Obama zum Natogipfel hier war, hat er uns wegen der Eisenbahnnetze beneidet. Auch das war für Amerika überraschend normal.
Antworten
Artikel weiterempfehlen