Primärenergieverbrauch in Deutschland: Kernenergie halbiert, Erneuerbaren-Anteil steigt um 8,6%

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In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ist der Energieverbrauch in Deutschland um knapp 2% zurückgegangen. Das ist das Ergebnis von Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), einer gemeinnützigen Organisation, die sich mit der wissenschaftlichen Auswertung von Energie-Statistiken für Deutschland befasst. Die AGEB führt den leichten Rückgang drei Gründe an:

  1. Hohe Energiepreise aufgrund geopolitischer Veränderungen
  2. Energieeinsparungen
  3. Milde Witterung

Abgeschaltete Kernkraftwerke werden nicht nur durch Erneuerbare ersetzt

Spannend ist ein Blick auf den Energiemix in Deutschland. Zum Gesamtverbrauch von 3.365 Petajoule (PJ) steuerten die Erneuerbaren über 616 PJ bei – das sind 8,6% mehr als im Vorjahresquartal. Der prozentuale Anteil stieg aber nur leicht um 1,8% auf insgesamt 18,3%. Der Anteil von Mineralöl am Primärenergieverbrauch stieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 854 auf 938 PJ um 9,8%, derjenige von Erdgas fiel hingegen von 1.112 auf 1.105 PJ um 8,9%. Durch abgeschaltete Kernkraftwerke fiel der Anteil von Kernenergie um fast 50%.

Der Verbrauch von Mineralöl ist im 1. Quartal um 10% gestiegen

Der Erdgasverbrauch ist im 1. Quartal des laufenden Jahres zwar um knapp 9% gesunken, dafür ist der Verbrauch von Mineralöl aber um gut 10% gestiegen. Nahezu alle Mineralölprodukte verzeichneten Zuwächse. Besonders stark nahm mit 60% Luftkraftstoffe zu. Leicht erhöht hat sich Verbrauch von Braunkohle.

Fazit: Die Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zeigen: Wenn man den Effekt der milden Witterung nicht berücksichtigt, kann man in Deutschland nicht von einem großen Energiespareffekt sprechen. Dafür zeigen sich beim Verbrauch aber klare Tendenzen: Kernenergie spielt eine zunehmend geringere Rolle, auf Öl und Gas werden wir noch lange nicht verzichten können, der Anteil der Erneuerbaren steigt stetig, aber langsam. Und sollte auch Ihr Energie-Depot als Anleger aussehen.