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Vom Regen in die Traufe? Warum die Rational AG zittern muss!

Inhaltsverzeichnis

Es war schlicht eine Katastrophe: Die Corona-Pandemie hatte der Rational AG extrem zugesetzt. Kein Wunder, war der Konzern als Ausstatter von Großküchen doch direkt betroffen von den geschlossenen Kantinen, Hotels und Restaurants. Und so krachten Umsatz und Ergebnis im Pandemie-Jahr 2020 massiv ein.

2021 schaffte die Rational AG dann ein Comeback, das man nun auch im laufenden Jahr fortsetzen will. Einfach wird es für den Konzern allerdings nicht, wie die neuen Q2-Zahlen zeigen.

Rational AG: hochmoderne Küchensysteme für die Gastronomie

Bevor wir uns das Zahlenwerk anschauen, für Sie zunächst ein paar Fakten zu dem Unternehmen. Die Rational AG mit Sitz in Landsberg am Lech (Bayern) bietet für Großküchen Kochsysteme. Der Konzern ist mit mehr als 1 Million Geräten am Markt – unter anderem in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Die Bayern produzieren beispielsweise Dampfgarer, die als Heißluftöfen, Kochplatten oder Kochtöpfe fungieren. Kombigeräte also, die die Bedürfnisse kommerzieller Küchen auf einen Schlag befriedigen sollen. Hinzu kommt eine große Palette an Zubehörartikeln wie Backbleche, Grillplatten und Backformen. Und nicht zuletzt bietet Rational seinen Kunden auch eine digitale Plattform, auf der die Kochsysteme vernetzt werden, was einem effizienten Ablauf in der Küche zugutekommen soll.

Q2: Umsatz besser – Gewinn schlechter

Nun zu den neuen Zahlen: Im zweiten Quartal 2022 verbesserte Rational seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 232,4 Millionen Euro. So weit so positiv. Schaut man sich aber die Profitabilität an, merkt man schnell, wo der Schuh aktuell drückt.

So ging das Betriebsergebnis EBIT in Q2 um 13 Prozent auf 45,4 Millionen Euro zurück. Nach Steuern reichte es bei Rational gerade einmal noch für 34,7 Millionen Euro (-13 %). Immerhin: Viele Analysten hatten einen noch größeren Gewinneinbruch befürchtet.

Rational im Krisensog

Die Gründe für die mangelnde Profitabilität liegen auf der Hand. Schließlich wird auch Rational von den höheren Materialkosten und den gestiegenen Energiepreisen belastet. Hinzu kommen Schwierigkeiten bei den Lieferketten, die sich ebenfalls negativ auf die Ertragslage auswirken. Schauen Sie: In Q2 stiegen die Umsatzkosten des Großküchenausstatters um 18 Prozent. Das heißt: Vom Umsatz blieb schlicht wesentlich weniger Gewinn hängen.

Das eigentliche Problem liegt darin, dass Rational in Q2 alte Aufträge realisiert hat, die zu den damals aktuellen Preisen gebucht worden sind. Das Unternehmen konnte also die höheren Kosten nicht an die Kunden weitergeben. Das aber dürfte sich im Laufe der Zeit ändern. Bei den neueren Aufträgen will Rational die gestiegenen Aufwendungen jedenfalls berücksichtigen.

Stabile Prognose mit Risikowarnung

Das ist ein Grund, warum der Konzern für das laufende Jahr durchaus zuversichtlich gestimmt ist. So beließ Rational trotz des Gewinneinbruchs in Q2 die Prognose unverändert. Demnach soll der Umsatz in 2022 nach wie vor um 10 bis 15 Prozent zulegen. Aber noch wichtiger: Die EBIT-Marge soll wie geplant leicht über dem Vorjahr liegen.

Trotzdem: Rational musste die Prognose unter Vorbehalt stellen. Zu groß sind die wirtschaftlichen Risiken. Sollten die Probleme rund um die Lieferketten, Materialkosten und Energiepreise stärker zunehmen, als sie sich in den ersten sieben Monaten des Jahres abgezeichnet hatten, würde das in einem geringeren Umsatzwachstum und einer niedrigeren EBIT-Marge resultieren, musste Rational-Chef Peter Stadelmann einräumen.

Mein Fazit für Sie

Nach dem Corona-Desaster wollte Rational endlich wieder durchstarten. Doch das Comeback wird jetzt durch die Materialverknappung und die grassierende Inflation ausgebremst. Über den Berg ist der Großküchenausstatter also noch lange nicht.

Auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach den Kochsystemen sehr hoch. Schließlich wollen auch die Großküchenbetreiber die Pandemie hinter sich lassen und neu durchstarten. Und dafür braucht es hochmoderne und effiziente Geräte, wie sie Rational anbietet.

Die Rational-Aktie dürfte trotzdem erst einmal im Krisenmodus verbleiben. Auf langfristige Sicht ist das Papier allerdings durchaus vielversprechend. Allein das langjährige technologische Know-how und die vielen Patente bescheren dem Konzern eine ordentliche Perspektive.

Für Sie als Anleger heißt es nun: Geduld bewahren.