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EssilorLuxottica – Freie Sicht

Inhaltsverzeichnis

Kassengestell oder Luxusmodell? Eigentlich egal, denn der französische Konzern EssilorLuxottica verdient an beiden. Und das nicht schlecht.

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Das Unternehmen EssilorLuxottica gibt es unter diesem Namen erst seit Oktober des Jahres 2018. Denn damals fusionierten Essilor International S. A. sowie Luxottica S.P.A. Es entstand ein global agierendes augenoptisches Unternehmen mit Hauptsitz in Charenton-le-Pont am Südrand der französischen Hauptstadt Paris. Die Aktie (WKN: 863195) wird an der Pariser Börse im französischen Blue-Chip-Index CAC40 gehandelt.

Das Unternehmen zählt zu den Weltmarktführern im Bereich Brillen und Augenoptik. Inklusive sündhaft teurer Luxus Brillen-Brands wie Armani, Burberry, Bulgari, Chanel sowie bei Ray-Ban. Insbesondere die Sonnenbrillen von Ray-Ban sind gleichsam Ikonen der Pop-Kultur. Zum Kult wurden sie dank zahlloser prominenter Fans.

Um einige beim Namen zu nennen, ohne dass wir hier den Anspruch auf Vollständigkeit erheben: Arthur Miller, Marilyn Monroe, John F. Kennedy, Patti Smith, Madonna oder Beth Dito. Hollywood-Stars trugen sie in Kultfilmen wie Blues Brothers, der eine ganze Generation prägenden Fernsehserie Miami Vice und auch in Blog-Bustern wie Rainman oder MalcolmX.

Wer eine Ray-Ban auf der Nase trägt, präsentiert wohl Coolness und hofft, dass ein wenig Glanz und Glamour von Hollywoodstars und Hollywoodsternchen abstrahlt.

Starke Zahlen im dritten Quartal

Für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres meldeten die Franzosen starke Zahlen. So sprangen die Umsatzerlöse auf 6,4 Milliarden Euro – wegen des schwachen Euro satte 17 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum und immerhin 8 Prozent mehr, wenn man die Währungseffekte herausrechnet. Zuvor hatten Analysten mit einem spürbar geringeren Umsatz gerechnet.

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft im Raum Asien-Pazifik, wo der Umsatz währungsbereinigt um nahezu ein Drittel zulegte. In der Region Lateinamerika sprang ein Plus von rund 25 Prozent heraus, um ein Fünftel besser entwickelten sich die Umsätze in Nordamerika. Ein wenig hinterher in punkto Wachstum hinkten Europa, der Nahe Osten sowie Afrika. Hier stiegen die Umsatzerlöse „nur“ um knapp 8 Prozent.

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Um dies vorwegzunehmen: Die Franzosen bedienen mit ihren Produkten sowohl Krethi & Plethi als auch die (vermeintlich) Schönen & Reichen. Dem breiten Publikum in Deutschland bekannt ist etwa die Optikerkette Apollo, die dem niederländischen Unternehmen Grandvision gehört, das wiederum Mitte des Jahres 2021 von EssilorLuxottica übernommen wurde.

Stars und Sternchen bevorzugen als Influencer eher die bereits erwähnte Luxusmarken des Konzerns, was wiederum das Gemeine Volk animiert, es ihnen gleichzutun. Diese Zielgruppen-Breite kombiniert mit Innovationsfreude – die Franzosen haben gemeinsam mit der Facebook-Mutter Meta die Ray-Ban-Storys-Kamerabrille entwickelt – machen die Aktie durchaus attraktiv.

Dabei können sich Investoren über die zurückliegende Performance der Aktie wohl nicht beschweren. Im laufenden Jahr verbuchen die Anteilsscheine ein geringfügiges Minus von gut 2 Prozent. Ehrlicherweise muss man jedoch hinzufügen, dass die Aktie in den vergangenen sechs Monaten nahezu ein Viertel ihres Werts zugelegt hat. Momentan notieren die Papiere bei rund 182 Euro, der Kurs ist somit nicht allzu weit entfernt vom historischen Hoch bei gut 192 Euro.

Meine Meinung zu den Papieren ist allerdings zwiegespalten. Auf der einen Seite brauchen immer mehr Menschen, so übereinstimmende Statistiken, eine Brille, was für weiteres Wachstum des Unternehmens im Brot- und Butter-Geschäft spricht. Andererseits sind Luxus und Luxus-Accessoires nach wie vor, selbst in Krisenzeiten, gefragt. Bestes Beispiel dafür ist LVMH. Was mich jedoch am jetzigen Einstieg hindert, ist die durchaus sportliche Bewertung auf Grundlage des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten im Konsens ein KGV von gut 31, für das kommende Geschäftsjahr von etwas mehr als 28. Aus meiner Sicht drängen sich Käufe momentan nicht auf, ich würde zugreifen, sobald die Aktie mindestens 10 Prozent nachgibt.