Wie es jetzt mit Silber weitergeht
Ich hoffe, Sie waren angeschnallt?! Was in den vergangenen Tagen an den Finanzmärkten vor sich ging, war wahrlich nichts für schwache Nerven. Und diesmal waren es weniger die Aktienmärkte, an denen es turbulent wurde. Am Freitag kam es bei den Edelmetallpreisen zu einem „Flash Crash“, wie ich ihn noch nie erlebt habe.
Ich möchte Ihnen ein wenig die Hintergründe erläutern und Ihnen meine Einschätzung geben, wie es nach dem Einbruch mit dem Silberpreis weitergeht.
Auf die „Fahnenstange“ folgt der massive Einbruch
In den vergangenen Wochen und Monaten hatte der Silberpreis eine imposante Rally hingelegt. Gegenüber dem Tief vom April 2025 bei gut 28 Dollar hatte sich die Notierung in der Spitze mehr als vervierfacht. Nach dieser parabolischen Entwicklung war eine Verschnaufpause oder eine Korrektur überfällig, keine Frage.
Wie diese Korrektur vonstattenging, war jedoch mehr als ungewöhnlich. Am Freitag brach der Silberpreis von seinem Hoch im Handelsverlauf um bis zu 38% ein. Auch nach dem Wochenende blieb es zunächst turbulent. Gestern fiel die Notierung im Tief auf knapp über 71 Dollar. Heute geht der Silberpreis auf Erholungskurs.
Einiges deutet auf Marktmanipulationen hin
Was steckt hinter diesem historischen Crash? In den Medien wurde uns vielfach die Nachricht, dass Donald Trump Kevin Warsh als neuen Fed-Präsident nominiert hat, als Auslöser präsentiert. Aus meiner Sicht reicht das als Erklärung jedoch bei Weitem nicht aus. Vielmehr deuten extrem hohe Handelsvolumina auf Marktmanipulationen hin.
Vermutlich haben große Adressen, die auf hohen Short-Positionen saßen, am „Position Day“ zum Monatswechsel den Silberpreis in die für Sie vorteilhafte Richtung gedrückt. Offenbar wurde an nur einem Tag mehr als die gesamte Jahresproduktion an Silber auf den Terminmarkt geworfen.
Ein Name, der in diesem Zusammenhang genannt wird, ist JP Morgan. Die US-Bank wurde vom Department of Justice und der Commodity Futures Trading Commission bereits mit einer Strafe von 920 Mio. Dollar belegt, weil sie zwischen 2008 und 2016 nachweislich systematisch die Gold- und Silberpreise manipuliert hat. Möglich sind solche Manipulationen, weil an den Derivate-Märkten 356 Mal so viel „Papiersilber“ gehandelt wird, als tatsächlich physisches Silber vorhanden ist.
Hinzu kamen ausgelöste Stopps und Margin Calls, die einen Domino-Effekt auslösten und den Abwärtsdruck zusätzlich verstärkten. So erhöhte die COMEX innerhalb weniger Tage mehrmals die Margin-Anforderungen. Das hatte zur Folge, dass Investoren Positionen glattstellen mussten, um Liquidität zu schaffen und diese Anforderungen zu erfüllen.
Aufwärtstrend ist ungebrochen
Wie geht es nach dem historischen Crash weiter? Panik ist fehl am Platz. Beim Silberpreis folgte auf die „Fahnenstange“ die Korrektur. Wie massiv und rasant diese vonstattenging, war zwar ungewöhnlich. Die Tatsache, dass der vorangegangene Anstieg korrigiert wurde, ist jedoch völlig normal.

Quelle: www.aktienscreener.com
Der übergeordnete Aufwärtstrend ist ungebrochen. Wie Sie im Chart sehen, hat der 50-Tage-Durchschnitt gehalten. Und physisches Silber ist nach wie vor knapp. Insgesamt hat sich am positiven Umfeld nichts geändert. Auch hohe und weiter steigende Staatsverschuldungen sowie schwache Währungen sind unverändert ein Argument für Gold und Silber.
Kurzfristig kann es noch volatil bleiben. Die extreme Volatilität dürfte aber nach und nach zurückgehen. Einiges spricht dafür, dass sich die positive Entwicklung mittelfristig fortsetzt, wenn sich die Lage an den Märkten wieder ein wenig beruhigt hat.