Warum die Silber-Rally weitergehen kann
2025 war ein gutes Börsenjahr. Noch deutlich erfolgreicher als mit Aktien konnten Anleger mit Edelmetallen sein. Dies gilt für Gold, traditionell der sichere Hafen, vor allem aber für Silber.
Mitte Juni vergangenen Jahres hatte ich Ihnen an dieser Stelle geschrieben, dass Silber über Nachholpotenzial verfügt. Dies signalisierte seinerzeit die Gold/Silber-Ratio, die mit 93 außergewöhnlich hoch war.
Seitdem hat sich die Notierung mehr als verdoppelt. Insgesamt ist der Silberpreis im vergangenen Jahr um rund 150% gestiegen. Damit muss das Ende der Fahnenstange aber noch lange nicht erreicht sein.
Sicherer Hafen Gold
Herrscht bei den Anlegern Verunsicherung vor, gilt Gold als sicherer Hafen. Angesichts zahlreicher geopolitischer Krisen, aber auch wegen Handelsstreitigkeiten und hoher Staatsverschuldungen bleibt das gelbe Edelmetall für viele Anleger im Fokus.
Das gilt auch für große institutionelle Investoren, vor allem die globalen Notenbanken, die weiterhin fleißig kaufen. Auch die Charttechnik gibt weiter grünes Licht. Gold bleibt vor diesem Hintergrund ein aussichtsreiches Investment.
Silberpreis startet durch
Der Goldpreis entwickelte sich mit einem Zuwachs von über 70% im vergangenen Jahr fantastisch. Noch besser war jedoch Silber. Nachdem der historische Höchststand bei 50 Dollar geknackt worden war, ging der Preis regelrecht durch die Decke und markierte kurz vor dem Jahreswechsel bei rund 84 Dollar ein neues Rekordhoch.
Die sogenannte Gold/Silber-Ratio, die ausdrückt, wie viele Unzen Silber man für eine Unze Gold bekommt, ist von 93 Mitte 2025 inzwischen auf nur noch 50 zurückgegangen. Die zeitweise deutliche Unterbewertung von Silber gegenüber Gold ist damit zweifellos abgebaut.
Einiges spricht für weiter steigende Silbernotierungen
Dennoch gibt es Argumente für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Während Gold immer wieder verwendet werden kann, wird Silber tatsächlich verbraucht. Silber steckt in Smartphones, Computerchips, Solarpanelen, Autos und medizinischen Geräten. Landet ein Smartphone im Müll, ist das darin enthaltene Silber verloren.
Die Nachfrage bleibt hoch. Seit nunmehr fünf Jahren wird mehr Silber verbraucht, als die Minen fördern können. Die Silbervorräte, auf die die Industrie deshalb zurückgreifen muss, gehen allmählich zur Neige. Große Unternehmen schließen deshalb häufig Verträge mit Minenbetreibern, um sich die Produktion für die nächsten Jahre zu sichern. Zudem sind echte Silberminen selten. Bei vielen Minen, die Kupfer, Blei oder Zink fördern, ist Silber nur ein Nebenprodukt.
Ein weiterer Punkt, der für Silber spricht: Seit dem 1. Januar gelten in China strenge Exportbeschränkungen. Da China der zweitgrößte Silberproduzent weltweit ist, bedeutet das: Weniger Silber kommt auf den Weltmarkt. Und wenn das Angebot sinkt, steigt der Preis.

Quelle: www.aktienscreener.com
The Trend is your Friend
Es gibt also reichlich Argumente, die für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bei Silber sprechen. Allerdings mahnt die „Fahnenstange“ im Chart auch zur Vorsicht. Nach dem extrem steilen Anstieg im zweiten Halbjahr 2025 dürften Verschnaufpausen, eventuell auch etwas deutlichere Korrekturen unvermeidlich sein.
Wer etwas höhere Schwankungen nicht scheut, für den bleibt Silber ein aussichtsreiches Trend-Investment. Für eher konservative Anleger dürfte Gold als defensiveres Investment die bessere Option sein.