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Silbermarkt: 2024 wohl zweitgrößtes Defizit der Geschichte

Silbermarkt: 2024 wohl zweitgrößtes Defizit der Geschichte
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Inhaltsverzeichnis

Silber ist einer der interessantesten Rohstoffe. Denn: Das Metall ist sowohl Vermögungsanlage als auch ein wichtiger Grundstoff für die Industrie. Insofern vereint Silber im Prinzip die Vorteile von Gold und Kupfer in sich. Das kommt dem Rohstoff aktuell zugute, weshalb er trotz Widerständen renditestark ist – und vor allem weiteres Aufwärtspotenzial bietet.

Im Folgenden sehen Sie die Entwicklung des Silberpreises auf 1-Jahres-Sicht (Silber in USD pro Feinunze, Stand: 18.04.2024, 9:30 Uhr):

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Quelle: Börse Frankfurt (https://www.boerse-frankfurt.de/rohstoff/silberpreis)

Der Hintergrund der Kurssteigerung ist auch bei Silber ein signifikant verengter Markt. Das heißt: Es gibt schlicht und ergreifend zu wenig des Edelmetalls, um die Nachfrage zu decken. Und das scheint ein anhaltendes Problem zu sein, so eine neue Studie des einflussreichen Silver Institute.

Die Organisation ist die Interessenvertretung der Silberindustrie und kann somit auf umfangreiche und verlässliche Daten zur Bewertung der aktuellen und kommenden Marktsituation zurückgreifen. Die Einschätzungen und Prognosen des Branchenverbands genießen somit eine hohe Reputation.

Silver Institute: Nachfrage rund um Solarkraft 2023 massiv gestiegen

In seinem neuen Report hat das Institut nun den Silbermarkt des vergangenen Jahres analysiert und Schlüsse gezogen, wohin die Reise 2024 wahrscheinlich gehen wird. Zunächst: 2023 ging die globale Silbernachfrage laut der Studie um -7 % auf 1,195 Milliarden Unzen zurück.

Allerdings war der Rückgang auch durch den hohen Vergleichswert aus 2022 bedingt. Damals war rund um den Globus so viel Silber nachgefragt worden wie noch nie zuvor. Interessant ist, dass die physischen Investitionen sowie die Bereiche Schmuck und Silberwaren 2023 rückläufig waren.

Der Bedarf des Industriesektors aber legte deutlich zu. So stieg die Silbernachfrage etwa aus dem Elektro- und Elektroniksektor um +22 % auf 445,1 Millionen Unzen. Das Silver Institute führt das beachtliche Wachstum insbesondere auf die steigende Verwendung des Metalls in der Photovoltaik zurück. Gegenüber 2022 stieg die Nachfrage rund um die Solarkraft um satte +66 % auf 193,5 Millionen Unzen.

Bezeichnend dafür ist auch, dass die industrielle Nachfrage in China unterm Strich um +44 % stieg. Die Volksrepublik ist mit Abstand der wichtigste Hersteller von Solarmodulen. Im letzten Jahr entfielen mehr als 90 % der weltweiten Modullieferungen auf das Reich der Mitte.

Schmuck und physische Investitionen waren deutlich rückläufig

Einen merklichen Bedarfsrückgang gab es wiederum in der Schmuckbranche. Für die Produktion von Schmuck wurden 2023 -13 % weniger Silber verwendet (insg. 203,1 Mio. Unzen). Vor allem in Indien ging es wieder abwärts, nachdem das Land 2022 so viel Silberschmuck nachgefragt hatte wie noch nie zuvor. Ohne Indien war der Rückgang mit -3 % eher bescheiden.

Noch wesentlich stärker ging es bei den physischen Investitionen nach unten. Hier fiel die Nachfrage um -27,8 % auf 243,1 Millionen Unzen. Das Silver Institute führt das erhebliche Minus unter anderem auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die geringere Ausgabenbereitschaft der Verbraucher zurück. In Deutschland gab es demnach mit -73 % den größten Rückgang bei den physischen Silberkäufen.

Silber-Defizit dürfte 2024 wieder an Intensität zunehmen

Auf der Angebotsseite sah es derweil erneut vergleichsweise mau aus. Die Silberminenproduktion sank 2023 um -1 % auf 830,5 Millionen Unzen. Unter anderem die Peñasquito-Mine von Newmont in Mexiko hatte wegen eines Streiks nicht ihren volle Kapazität liefern können. Hinzu kamen niedrigere Erzgehalte und Minenschließungen in Argentinien.

Insgesamt (Förderung + Recycling) fiel das Angebot im letzten Jahr um rund -0,5 % auf 1,010 Milliarden Unzen und lag damit erneut deutlich unter der Nachfrage. Das Defizit (184,3 Mio. Unzen) verringerte sich jedoch im Jahresvergleich wegen der hohen Nachfrage im Jahr 2022.

Allerdings, und jetzt kommt die Crux, wird das Defizit laut Silver Institute im laufenden Jahr wieder zunehmen. Die Experten erwarten für 2024 einen Rückgang des globalen Angebots um -1 %. Das Defizit werde sich bei 215,3 Millionen Unzen einpendeln. Damit wäre 2024 das Jahr mit dem zweitgrößten Engpass in der Geschichte – nach dem Rekordjahr 2022 (263 Mio. Unzen).

Mein Fazit für Sie

Die fundamentale Situation spricht also dafür, das Silber weiterhin auf einem relativ hohen Preisniveau bleiben oder gar weitere Aufwärtsimpulse generieren wird. Die meisten Analysten erwarten 2024 weiterhin steigende Preise und teils das Überschreiten der 30-USD-Marke. Die Experten begründen das auch damit, dass der Goldpreis auf 1-Jahres-Sicht stärker im Plus steht und somit Silber noch deutlicher nachziehen wird. Tatsächlich blieb der Silberpreis in der Vergangenheit in Aufwärtsphasen oftmals zunächst hinter Gold zurück, nur um später den „großen Bruder“ zu übertrumpfen.

Auf langfristige Sicht ist der Silberpreis meiner Meinung nach noch zu wesentlich höheren Steigerungen fähig – auch weil das elektrisch leitfähige Metall eine wichtige Rolle bei der Energiewende und nicht zuletzt bei der Produktion von physischen KI-Komponenten spielt. Gleichzeitig dürfte das Angebot nur relativ mäßig und vor allem sehr langsam zunehmen.

Wollen Sie auf einen steigenden Silberpreis setzen, können Sie entsprechende Minenaktien heranziehen. Bekannte Beispiele sind Fresnillo, First Majestic Silver oder Wheaton Precious Metals.