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Goldrallye zunächst gestoppt: Die silberne Alternative

Zu Beginn dieses Jahres war es eine klare Angelegenheit: Die Chinakrise und in Folge fallende Kurse auf den weltweiten Aktienmärkten trieben immer mehr Anleger ins Gold. Die seit Jahren anhaltende Talfahrt des beliebten Edelmetalls war somit beendet.

Nach dem rapiden Anstieg zu Jahresbeginn ist Gold nun aber schon seit Mitte Februar in einer konstanten Seitwärtsbewegung zwischen 1.200 und 1.275 US-Dollar je Feinunze gefangen.

Viele Anleger setzen daher in den vergangenen Wochen verstärkt auf ein anderes Edelmetall: Silber profitierte zu Jahresbeginn ebenfalls von den schwachen Aktienmärkten, konnte seinen Aufwärtstrend aber auch in den vergangenen Wochen fortsetzen. Inzwischen steht Silber auf einem 11-Monatshoch – und die Tendenz zeigt weiter nach oben.

Seit Jahresbeginn konnte der Silberpreis bereits rund 22 Prozent zulegen. Dennoch sprechen Experten weiterhin von einer starken Unterbewertung des Silberpreises.

Silberpreis profitiert von sinkendem Angebot

Hinzu kommt, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in Zukunft noch positiver auf den Silberpreis auswirken wird. Laut der Branchenorganisation Silver Institute dürfte die Silberproduktion in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Für 2016 erwartet die Organisation einen Rückgang von rund 5 % im Vergleich zum Vorjahr – Silber wird von den Minenbetreibern weiterhin meist als Nebenprodukt in der Förderung gesehen.

Sollte sich der positive Trend bei den Rohstoffmärkten also weiter fortsetzen, dürften Anleger bei Silber aktuell deutlich höhere Chancen erhalten als bei Goldinvestments. Anstatt Barren sollten Anleger jedoch auf Münzen wie die australischen Koala oder Kookaburra oder den American Eagle aus den Vereinigten Staaten setzen, die der „Differenzbesteuerung“ unterliegen.

Diese kann anfallen, wenn der Händler Münzen aus einem Nicht-EU-Land importiert. Diese Münzen werden dann zunächst mit 7% Mehrwertsteuer importiert, die anschließend nicht im Rahmen der Vorsteuer erstattet, sondern auf den Einkaufspreis aufgeschlagen wird. Der erhöhte Mehrwertsteuersatz von 19% wird anschließend nur noch auf den Differenzbetrag zwischen Einkaufspreis und dem endgültigen Verkaufspreis erhoben. Somit erhalten Anleger bei derartigen Münzen mehr Silber für ihr Geld.

Silber-Aktien als Alternative zur Rohstoffanlage

Für Anleger, die nicht direkt in Silber investieren wollen, aber dennoch vom Aufschwung auf den Rohstoffmärkten profitieren möchten, bieten sich Aktien von Silberproduzenten an. Ein gutes Beispiel wäre die Aktie des US-Konzerns Silver Wheaton Corp. Diese konnte ihren Wert seit Januar fast verdoppeln.

Silver Wheaton ist dabei kein normaler Minenbetreiber. Vielmehr stellen sie Finanzmittel zur Förderung bereit und besitzen im Gegenzug ein günstiges Vorkaufsrecht auf geförderte Rohstoffe wie Gold oder Silber.

Trotz der guten Stimmung bei Silber und den deutlichen Kurssprüngen bei der Aktie sollten Anleger beim Einstieg bei Silver Wheaton zurzeit vorsichtig sein. Aktuell steht das Unternehmen in Kanada wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Im schlimmsten Fall könnte Silver Wheaton zur Nachzahlung von 690 Millionen kanadischen Dollar verurteilt werden – mit negativen Folgen für den Aktienkurs.

Eines ist jedoch klar: Vom Aufschwung an den Rohstoffmärkten profitiert Silber aktuell besonders stark. Für Anleger kann es sich daher lohnen, einen Blick über den goldenen Tellerrand zu wagen.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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