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Rohstoffknappheit: So erhöht sich der Druck auf Autobauer

Die deutschen Autobauer haben es in den vergangenen 2 Jahren nicht gerade einfach gehabt, zuerst Corona und jetzt der Krieg in der Ukraine machen Probleme von noch nicht ausgemachtem Ausmaß.

Ukraine und Russland sind wichtige Lieferanten

Beide Parteien, Russland und die Ukraine, sind bislang wichtige Lieferanten, wenn es um Rohstoffe oder gar Vorprodukte geht.

Ob Nickel, Palladium, Lithium, Neon oder auch ganz einfach Kabelbäume, alles kommt aus diesen beiden Ländern und es sind letztlich unentbehrliche Bestandteile für die Autoproduktion und insbesondere für die Produktion von Elektrofahrzeugen.

Preise ziehen kräftig an

Allein Nickel hat sich in diesem Jahr schon um 100% verteuert und soll ja in Zukunft als Energiespeicher bei Elektroantrieben eingesetzt werden und hat somit eine besondere Bedeutung, vor allem wenn es um die politisch gewollte Verkehrs- und Energiewende geht.

Aber nicht nur der Nickelpreis macht den Unternehmern und Analysten Sorgen, auch der Preis für Lithium ist um 75% nach oben gelaufen und Palladium kostet aktuell schon 30% mehr und ist unabdingbar für Hybridfahrzeuge und Katalysatoren.

Die Abhängigkeit ist schwer umgänglich

Verständlich das die ersten Analysten schon mahnen, dass die Bruttogewinnspanne der Autobauer um 2% gedrückt werden könnte.

Gut, es mag jetzt so manch einer sagen, dann müssen wir halt eben woanders einkaufen!

Schnell gesagt, schwer getan, wenn man weiß, dass Russland zum Beispiel bei Palladium der zweitgrößte Produzent nach Südafrika ist und bei Nickel der drittgrößte weltweit.

Damit allein nicht genug, setzt sich die Problemkette doch noch zusätzlich in ganz einfachen Bereichen weiter fort. Dass die Automobilindustrie schon vor dem Konflikt in der Ukraine Probleme bei der Beschaffung von Speicherchips hatte, ist uns allen hinlänglich bekannt.

Speicherchipmangel könnte ein neues Ausmaß erreichen

Tiefer in die Bearbeitung von Speicherchips hineingeschaut, muss man jetzt zudem auch noch feststellen, dass das Edelgas Neon unbedingt notwendig ist, um bestimmte Laser zu betreiben, die wiederum bei der Fertigung von Halbleitern ansonsten nicht eingesetzt werden können.

Nun exportiert allerdings gerade die Ukraine 70% des weltweiten Neon Bedarfs und je länger der Krieg auf ukrainischem Boden dauert, desto leerer dürften auch die weltweiten Läger werden und das Thema Mangel an Speicherchips in eine vollkommen neue Dimension hieven.

E-Autos kaum lieferbar

Da klingt die Bewerbung der Bundesregierung Pro Elektroauto, allmählich schon wie blanker Hohn, denn der wirklich interessierte Käufer hat aktuell nur sehr begrenzte Möglichkeiten „umzusatteln“, denn die Automobilindustrie kann einfach nicht liefern. Allein im letzten Monat hat somit der Absatz von E-Autos und Hybridfahrzeugen auch deutlich an Dynamik verloren, es sind einfach keine Speicherchips zu bekommen!

Fraglich ist zudem, wer am Ende die „Zeche“ in Form von höheren Kosten tragen soll.

Entweder die Autobauer machen weniger Gewinn oder die kaufwilligen Kunden müssen höhere Preise bezahlen.

Schon jetzt wird von Marktexperten gewarnt, dass durch die Verteuerung der Rohstoffe die Durchschnittspreise für E- Autos in diesem Jahr um 1.800 Euro nach oben schnellen könnte, ein absolutes Horrorszenario nicht nur für die gewillten Käufer.

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Über den Autor
170407 Invest Mick Knauff 72 04
Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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