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Rohstoffe: Die Märkte spielen verrückt

Inhaltsverzeichnis

Es kommt immer anders als erwartet. Wenn Öl und Gold Krisenwährung sind, dann haben sie nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ihre Rolle in dieser Krise noch nicht gefunden.

Öl: Schwache Nachfrage drückt Öl auf 66 US$

Der Ölpreis fällt derzeit schneller als die Taliban Kabul erobert haben. Heute morgen ist er sogar auf unter 67 US$ gerutscht, den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Für den Kursrutsch gibt es mehrere Gründe.

Aus diesen 4 Gründen fällt derzeit der Ölpreis

  • Nach Angaben des US-Energieministeriums fielen die Rohölbestände doppelt so hoch aus wie erwartet
  • Ebenso sind die Benzinvorräte stärker als erwartet gestiegen
  • Die Sommerfahrtsaison in den USA endet zwar erst in drei Wochen, doch die Benzinnachfrage ist niedriger als vor der Pandemie
  • Das Impftempo in den USA beschleunigt sich nur sehr langsam. Dafür nehmen aber die Infektionszahlen deutlich zu.

Im Profit Radar vom 12. August hatte ich bereits auf diesen Punkt hingewiesen: „Es ist überhaupt nicht ausgeschlossen, ob die sich weltweit rasant ausbreitende Delta-Variante die Ölnachfrage erheblich beeinträchtigen wird.“

Gold: Ein starker US-Dollar drückt Gold wieder unter 1.800 US$

Auch spielt derzeit verrückt. Die wichtige Marke von 1.800 US$ hat nicht gehalten, Gold ist sogar bereits wieder auf 1.750 US$ gerutscht, wo sich eine wichtige Unterstützung befindet. Auslöser waren die gestern Abend veröffentlichen Protokolle der Sitzung der US-Notenbank.

Bald Ende der Anleihenkäuse in den USA

Demnach deutet sich ein Ende der Anleihenkäufe in den USA an. Zwar wurden weiterhin keinen konkreten Schritten für eine Zinserhöhung genannt. Dennoch wertet der US-Dollar auf, was Goldkäufe aus Nicht-US-Dollar-Ländern teuerer macht.

Fazit: Öl und Gold werden derzeit ihrer Rolle als Krisenwährung nicht gerecht. Die Entwicklung in Afghanistan wird von den Märkten zwar als weiterer Unsicherheitsfaktor wahrgenommen. Entscheidend sind bei den Rohstoffen derzeit aber eine schwächere Nachfrage und ein stärkerer US-Dollar.