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Wohin geht die Reise des Ölpreises?

Es ist eine Frage, die die ganze Finanzwelt bewegt.

Wohin gehen die Preise des wichtigsten Rohstoffs, den wir aktuell benutzen. Das Öl ist für uns essentiell.

Man könnte fast sagen, unsere Gesellschaft ist süchtig danach. Nicht umsonst entstehen fast alle Spannungen und kriegerische Aktivitäten auf unserer Erde wegen Öl und Gas.

Die arabischen Gebiete haben das „Pech“, dass sich sehr viel von dem schwarzen Gold bei ihnen befindet. Nicht umsonst ist der Nahe Osten seit Jahrzehnten stark umkämpft.

Was sind die Gründe für den Preisverfall?

Das Rätsel um den drastischen Verfall des Ölpreises ist noch immer gegenwärtig. Schließlich hatten wir im Juli 2008 noch Ölpreise von ca. 146 USD/Barrel. Begründet wird der Preisrückgang z. B. mit der abnehmenden Weltkonjunktur. Dies ist sicherlich ein Vorwand. Wenn es um Öl geht, geht es um Politik. Daher muss es einen anderen Grund geben. Aber welchen?

Viele Experten behaupten, dass die Macht der Ölproduzierenden Länder geschwächt werden soll. Angefangen hat der starke Ölpreisverfall ja mit der Krise in der Ukraine. Daher ist es naheliegend  anzunehmen, dass Russland wirtschaftlich geschwächt werden sollte. Dies ist auch gut gelungen.

Russland steht kurz vor einer Rezession, da die Haupteinnahmequelle mehr als 70% an Wert verloren hat. Andere hingegen vertreten die Meinung, dass der Nahe Osten destabilisiert werden sollte. Auch dieser Plan ist aufgegangen. Vor allem für den IS wurde die Finanzierung des Krieges in Syrien extrem erschwert.

Ist ein niedriger Ölpreis ein Segen?

Spätestens wenn man die Frage beantworten möchte, ob ein niedriger Ölpreis gut ist, erkennt man die Komplexität unserer Wirtschaft und Politik. Einerseits kann es für Verbraucher nur gut sein, wenn die Energiekosten sinken. Wir haben dann mehr Geld zur Verfügung, um andere Wirtschaftsgüter zu erwerben.

Auf der anderen Seite entstehen ganz neue „Baustellen“ in unserem globalen System. Länder wie Norwegen, Kanada, Venezuela, Russland, Saudi-Arabien, Brasilien… etc. haben enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen.

Dies ist kontraproduktiv für unser Weltwirtschaftswachstum. Bleibt die Frage nach der Absicht hinter diesem Preisverfall. Kein anderer so wichtiger Rohstoff, von dem wir weltweit mehr als 70 Supertanker pro Tag verbrauchen, fällt in der Spitze mal so eben um knappe 80% im Preis.

Sollen US-Fracking-Unternehmen in den Ruin getrieben werden?

Vielleicht war es auch die Absicht Saudi-Arabiens, das Fracking in den USA zu stoppen, wie es zum Teil gedeutet wird. Damit würde sich das Land eines lästigen Öl-Konkurrenten entledigen.

Die Fördermethode Fracking benötigt im Durchschnitt einen Mindestpreis von ca. 60 USD, um profitabel zu sein. Kein Wunder, dass letztes Jahr fast 70 Fracking-Firmen in pleite gingen. Dieses Jahr sind Schätzungen zufolge sogar 175 Unternehmen vom Bankrott bedroht.

Egal was nun der Grund oder die Absicht ist: Der Preisverfall sollte am besten der Anreiz sein, in ein neues technisches Zeitalter aufzubrechen. Es ist mehr als altertümlich, immer tiefer in die Erde zu bohren, alles zu verseuchen, anschließend zu verbrennen und uns noch zu vergiften. Das kann man wirklich nicht als Fortschritt bezeichnen. Wir haben auf unserer Erde so viel Energie, dass es sogar am Himmel blitzt.

Öl: Bricht ein neues Zeitalter an?

Ist der Ölpreis niedrig, werden automatisch andere Industrien ins Spiel kommen. Aktuell ist es die Rüstungsindustrie. Noch nie wurden so viele Waffen verkauft wie jetzt. Die meisten behaupten, dass der niedrige Ölpreis dafür eher hinderlich ist, da es keinen Grund für neue Technologien gibt.

Das ist nicht ganz richtig, da die Industrie Geld verdienen möchte. Daher wird die Suche nach besseren Einnahmequellen stets betrieben. Wie der CEO von Sony 1994 in einem Interview sagte: Wir sagen den Menschen schon, was sie kaufen sollen. So wird es auch mit dem neuen Aufbruch in das neue Zeitalter sein.

Das Öl wird die nächsten 5 Jahrzehnte noch sehr wichtig sein, aber wir werden uns gerne umstellen, was die Energiefragen angeht. Die arabischen Staaten werden sich in Zukunft sehr schwer tun. Einzig Dubai hat auf Tourismus umgesattelt, weil diese Entwicklung dort schon vor Jahren gesehen wurde.

WTI Oil im aktuellen 4-Stunden-Chart – CFX Trader

Ölpreis

WTI Oil: Die W-Formation deutet auf eine Trendwende hin.  

Öl wird noch sehr lange ein wichtiger Rohstoff bleiben. Daher ist der aktuelle Preis definitiv zu niedrig. Aktuell zieht der Ölpreis wieder an und die Fördermengen der OPEC Staaten werden ein wenig zurückgefahren. Betrachten Sie den Chart, ist aktuell klar eine „W-Formation“ zu erkennen. Dies ist starkes Zeichen, dass wir den Tiefpunkt mittelfristig hinter uns gelassen haben.

Sie können daher davon ausgehen, dass Ihre Tankfüllung in Zukunft wieder teurer wird – leider.

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Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

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