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Weniger Opec-Öl? Dann eben doch nicht.

Was haben Aserbaidschan, Brasilien, Kasachstan, Mexiko, Oman und Russland gemeinsam? Sie alle sind Nicht-Mitglieder bei der Opec und wollen eines nicht: weniger Öl fördern. So sieht das Ergebnis eines Treffens zwischen der Opec und Nicht-Opec-Ländern vom Wochenende aus. Die genannten Länder haben es abgelehnt, sich verbindlich zu einer Produktionskürzung zu verpflichten.

Öl: Neuer Aufwärtstrend schon wieder Geschichte

Der Ölpreis hat auf diese Nachricht sofort reagiert und ist einen neuen, kurzfristigen Abwärtstrend gefallen. Zuvor konnte der Widerstand bei 52,20 US$ geknackt werden (rote gestrichelte Linie) werden. Jetzt ist Öl wieder unter diese Marke gefallen. Damit rückt auch Unterstützung bei 47 US$ (blaue Linie) wieder in den Mittelpunkt.

Zweifel an der Opec haben sich bestätigt

Schon in meinem Profit Radar vom 10. Oktober hatte ich Zweifel, ob sich die wichtigsten Ölförder-Länder tatsächlich zu koordinierten Maßnahmen zur Begrenzung des Überangebots durchringen können. „Ankündigungen reichen da nicht“, hatte ich geschrieben. Und tatsächlich hat die Öl-Kartell auch im Oktober bisher mehr Öl gefördert als benötigt.

Mehr Öl, um Krieg gegen IS zu finanzieren

Es reicht eben nicht, wenn Saudi-Arabien als größtes Ölförderland die Produktion um 4% kürzen will, aber keiner diesem Vorschlag folgen will. Zu unterschiedlich sind weiterhin die Interessen. Der irakische Ölminister hat zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die Einnahmen dringend benötigt werden, um den Krieg gegen den IS zu finanzieren. Auch der Iran, Nigeria und Libyen sind stark von Öleinnahmen abhängig.

Überangebot bleibt bestehen

Nur zu dumm, dass die marktwirtschaftliche Logik ganz einfach ist: Wenn etwas reichlich vorhanden ist, kann man auch keine höheren Preise durchsetzen. Opec und Nicht-Mitglieder lassen es darauf ankommen, dass auch das nächste Treffen Ende November scheitern wird.

Gute Kurse wünscht

Volkmar Michler

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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