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Warum die Opec den Ölhahn nur ein bisschen aufdreht

Der Ölpreis will einfach nicht fallen. Zu Wochenbeginn ist er nur leicht gefallen und pendelt sich weiter um die Marke von 75 US$ ein. Damit verharrt der Ölpreis weiter auf hohem Niveau.

Chart Öl 2.8.21

Steiler Aufwärtstrend nach Corona-Crash

Die Marke Brent ist mittlerweile bei einem neuen 2-Jahreshoch angekommen. Zum Vergleich: Inmitten des massiven Corona-Crash im März letzten Jahres ist Öl auf unter 20 US$ gerauscht. Nach einer kurzen Seitwärtsphase im letzten Herbst um die Marke von 40 US$ hat Öl einen steilen Aufwärtstrend ausgebildet und ist nach einem Zwischenstopp bei 60 jetzt mittlerweile bei über 70 US$ gelandet. Rein charttechnisch ist spätestens bei 77 US$ der Deckel drauf – es sei denn es gibt weiter starken fundamentalen Rückenwind.

Opec dreht den Ölhahn weniger als erhofft auf

Und der kommt diesmal von der Angebotsseite. Für Juli wurde von den Analysten ein Produktionsanstieg von täglich 700.000 Barrel Öl erwartet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg waren es aber nur 460.000 Barrel Öl. Einzig Saudi-Arabien hat seine freiwillige Kürzung fast rückgängig gemacht.

Der Ölmarkt ist jetzt sogar unterversorgt

Opec-Länder sind diesem Beispiel aber nicht gefolgt, allen voran Angola. Hier fiel die Produktionskürzung sogar doppelt so hoch aus wie geplant. Die Analysten der Commerzbank schreiben zur Marktlage: „Bei der aktuellen Unterversorgung des Marktes ist zu hoffen, dass die Opec im August mehr als die geplanten 400.000 Barrel pro Tag zusätzlich anbietet.

Bohraktivitäten in den USA enttäuschen

Denn auch aus den USA kommen zu Wochenbeginn keine Nachrichten, die auf eine Entlastung mm Ölmarkt hinweisen. Nach Angaben der US-Energiebehörde IEA lag die Produktion weit entfernt von der Ende 2019 geförderten Menge. Die Zahl der Bohrungen ist Wochenvergleich weiter zurückgegangen.

Finanzanleger setzen auf weiter steigende Preise

Die kurzfristigen spekulativen Finanzanleger haben sich jedenfalls schon festgelegt: Sie haben ihre Netto-Long-Position bei der Ölsorte Brent weiter ausgebaut. Sprich, die Mehrheit der Finanzanleger rechnet mit weiter steigenden Ölpreisen.

Fazit: Derzeit verharrt der Ölpreis weiter auf hohem Niveau. Der Produktionsanstieg der Opec fällt deutlich geringer aus als erwartet, sodass der Ölmarkt sogar unterversorgt ist. Anleger setzen auf weiter steigende Preise.

Grafische Darstellung der Ölpreisentwicklung

Der Ölmarkt ist noch lange nicht tot. Bis dahin wird sich Erdöl weiter verteuern.Eine gewaltige Erholungsrallye hat der Ölpreis seit dem Corona-Tief vom April 2020 hinter sich gebracht. Kein Wunder, dass es nach dieser steilen Performance im Juli erst einmal abwärts ging. Eine notwendige und gesunde Konsolidierung.  › mehr lesen

 

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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